Müs­sen wir mehr Geld für Ver­tei­di­gung aus­ge­ben?

Aller-Zeitung - - BLICK IN DIE ZEIT - Jörg Köp­ke

Die Kri­sen neh­men welt­weit zu. Un­ter Prä­si­dent Do­nald Trump sind die USA ei­ne schwer be­re­chen­ba­re Macht ge­wor­den. Er ver­langt von den eu­ro­päi­schen Na­to-part­nern, mehr Geld für Ver­tei­di­gung aus­zu­ge­ben, auch um Russ­lands Macht­an­sprü­chen auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne wir­kungs­vol­ler ent­ge­gen­zu­tre­ten. Deutsch­land gibt ge­gen­wär­tig rund 1,2 Pro­zent sei­ner Wirt­schafts­leis­tung für Ver­tei­di­gung aus – das sind ak­tu­ell et­wa 37 Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich. Trump pocht auf das von al­len Na­to­staa­ten 2014 ge­ge­be­ne Ver­spre­chen, bis 2024 2 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung ins Mi­li­tär zu ste­cken.

Das wol­len die Par­tei­en:

› Die Uni­on be­kennt sich zum 2Pro­zent-ziel für Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben. Mi­nis­te­rin von der Ley­en be­ton­te im Wahl­kampf, dass sie die Zu­sa­ge vom Na­to­gip­fel in Wa­les 2014 ein­hal­ten will. „Der Be­schluss dient un­se­rer ei­ge­nen Si­cher­heit vor Ge­fähr­dun­gen von au­ßen“, heißt es im Wahl­pro­gramm. Dies sei auch ei­ne Fra­ge von Ver­läss­lich­keit.

› Ähn­lich sieht es die FDP. Deutsch­land ha­be „ei­ne Ver­ant­wor­tung als eu­ro­päi­sche Mit­tel­macht“. Sie will, „dass Deutsch­land lang­fris­tig 3 Pro­zent sei­nes BIP in in­ter­na­tio­na­le Si­cher­heit in­ves­tiert“. Dies um­fasst al­ler­dings auch an­de­re Aus­ga­ben als nur die für das Mi­li­tär, un­ter an­de­rem für Ent­wick­lungs­hil­fe.

› Die SPD hat den Na­to-be­schluss zwar mit­ge­tra­gen, hat sich im Wahl­kampf aber ge­gen das 2-Pro­zent-ziel ge­stellt. Die Auf­rüs­tungs­spi­ra­le wol­le man nicht mit­ma­chen, sag­te Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz mehr­fach. Den­noch sieht auch die SPD in der Trup­pe Mo­der­ni­sie­rungs­be­darf, für den man auch mehr Geld aus­ge­ben will.

› Die Grü­nen leh­nen ei­ne Er­hö­hung der Mi­li­tär­aus­ga­ben auf 2 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung ent­schie­den ab. Statt­des­sen sol­len die Aus­ga­ben für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und in­ter­na­tio­na­len Kli­ma­schutz jähr­lich um 2 Mil­li­ar­den Eu­ro stei­gen.

› Die Lin­ke „ver­folgt lang­fris­tig das Ziel ei­nes Deutsch­lands und ei­nes Eu­ro­pas oh­ne Ar­me­en“. Spit­zen­kan­di­da­tin Sah­ra Wa­genk­necht be­tont, dass sie Bun­des­wehr­sol­da­ten in Aus­lands­ein­sät­zen im Fall ei­ner Re­gie­rungs­be­tei­li­gung nach Hau­se ho­len wol­le.

› Die AFD fin­det, Deutsch­land müs­se die Trup­pe so „re­for­mie­ren, dass de­ren Ein­satz­be­reit­schaft auch bei Ein­sät­zen mit höchs­ter In­ten­si­tät ge­währ­leis­tet ist“. Kon­kret wird sie hier nicht. Die Par­tei for­dert die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht.

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