Russ­land star­tet Groß­ma­nö­ver

Rund 13 000 Sol­da­ten trai­nie­ren ei­ne Wo­che lang – und der Wes­ten re­agiert Be­sorgt

Aller-Zeitung - - POLITIK - VON CLAU­DIA THALER

MOS­KAU. Pan­zer rol­len über Feld­we­ge, Kampf­flug­zeu­ge stei­gen in den Him­mel auf, Ra­ke­ten­wer­fer wer­den jus­tiert. Bis­lang gibt es nur we­ni­ge Bil­der des um­strit­te­nen rus­sisch-weiß­rus­si­schen Groß­ma­nö­vers „Sa­pad“(Wes­ten), das am Don­ners­tag be­gon­nen hat. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in Mos­kau teil­te mit: Die mi­li­tä­ri­sche Füh­rung ha­be am Mor­gen die ers­ten An­wei­sun­gen für die sie­ben Tage dau­ern­de Übung be­kom­men.

Bei dem Ma­nö­ver wol­le man auf der Grund­la­ge mo­der­ner Kon­flik­te trai­nie­ren und die Streit­kräf­te bei­der Län­der schu­len, hieß es. Da­zu wur­de ein Sze­na­rio aus­ge­dacht, bei dem die rus­si­schen und weiß­rus­si­schen Streit­kräf­te ge­mein­sam ge­gen die drei fik­ti­ven feind­li­chen Län­der Wei­schno­ria, Lu­be­nia und Wes­ba­ria kämp­fen.

Be­son­ders die an­gren­zen­den bal­ti­schen Staa­ten und Po­len sind be­sorgt, dass ein mög­li­cher An­griff auf die öst- li­chen Na­to- und Eu-län­der ge­übt wer­den soll.

Das dies­jäh­ri­ge Ma­nö­ver wird nach An­ga­ben Mos­kaus an sechs Übungs­plät­zen in Weiß­russ­land statt­fin­den. 250 Pan­zer und et­wa 70 Flug­zeu­ge sol­len im Ein­satz sein. An dem Groß­ma­nö­ver sol­len nach of­fi­zi­el­len An­ga­ben 12 700 Sol­da­ten aus bei­den Län­dern teil­neh­men.

Ei­ni­ge west­li­che Staa­ten und die Na­to ge­hen je­doch da­von aus, dass die ei­gent­li­che Teil­neh­mer­zahl viel hö­her sein könn­te und Mos­kau und Minsk so­mit ge­gen die in­ter­na­tio­na­len Spiel­re­geln ver­sto­ßen. Die Zahl von 12 700 nennt Russ­land dem­nach nur, um Ver­pflich­tun­gen zu um­ge­hen, die es als Mit­glied der Or­ga­ni­sa­ti­on für Si- cher­heit und Zu­sam­men­ar­beit in Eu­ro­pa (OSZE) ein­ge­gan­gen ist. Die­se se­hen un­ter an­de­rem vor, dass Osze-staa­ten bei Mi­li­tär­ma­nö­vern mit mehr als 13 000 Sol­da­ten ei­ne um­fang­rei­che Be­ob­ach­tung er­mög­li­chen. Selbst das Über­flie­gen das Ma­nö­ver­ge­biets und Ge­sprä­che mit be­tei­lig­ten Sol­da­ten wä­ren dem­nach er­laubt.

Der Kreml sieht je­doch kei­nen An­lass für Kri­tik. „Es ist ei­ne ganz üb­li­che Pra­xis ei­nes je­den Lan­des, der­ar­ti­ge Übun­gen durch­zu­füh­ren“, sag­te Prä­si­den­ten­spre­cher Dmi­tri Pes­kow. Die Ent­rüs­tung der Na­to und der öst­li­chen Eu-län­der sei ei­ne ab­so­lu­te Pro­vo­ka­ti­on. „Al­les ge­schieht streng ge­mäß dem Völ­ker­recht und der ver­ein­bar­ten Re­geln.“Mos­kau ha­be sich im Vor­feld um ma­xi­ma­le Trans­pa­renz be­müht.

Nach An­sicht des Cdu-po­li­ti­kers Franz Jo­sef Jung schürt Mos­kau ge­zielt Be­dro­hungs­ängs­te in den bal­ti­schen Staa­ten und Po­len und be­wirkt so wei­te­res Miss­trau­en im Wes­ten.

FO­TO: VAYAR MILITARY AGENCY/DPA

Weiß­rus­si­sche Pan­zer im Ma­nö­ver: Sie üben an der Gren­ze zum Bal­ti­kum und Po­len.

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