Wich­tig beim Haus­kauf: Der Blick auf die Nebenkosten

DIE MEIS­TEN MEHRAUFWENDUNGEN SIND SCHON FRÜHZEITIG KALKULIERBAR

Aller-Zeitung - - SPORT -

An­ge­sichts der his­to­risch nied­ri­gen Zin­sen spie­len vie­le mit dem Ge­dan­ken, in ei­ne Im­mo­bi­lie zu in­ves­tie­ren. Da­bei emp­fiehlt sich für al­le, die ein Haus kau­fen wol­len, gleich zu Be­ginn die wich­tigs­ten Fra­gen zu stel­len: „Wel­che Kos­ten kom­men auf ei­nen Haus­be­sit­zer au­ßer dem ei­gent­li­chen Kauf­preis noch zu? Was soll­ten wir bei un­se­rer Fi­nanz­pla­nung al­les be­ach­ten?“ Die Ant­wort kommt von Florian Kull, Lei­ter Bau­fi­nan­zie­rung bei der Volks­bank Bra­wo: Der Kauf ei­nes Hau­ses zählt wohl zu den größ­ten Schrit­ten im Le­ben ei­nes Men­schen. Um­so wich­ti­ger ist es, das Vor­ha­ben sorg­fäl­tig und so­li­de zu pla­nen. Als ers­tes ist ei­ne ge­naue Bud­get­pla­nung er­for­der­lich. Da­zu soll­ten Sie fol­gen­de drei Fra­gen be­ant­wor­ten:

• Wie viel Ei­gen­ka­pi­tal steht Ih­nen zur Ver­fü­gung?

• Wie schnell kön­nen Sie die­ses Ei­gen­ka­pi­tal ver­füg­bar ma­chen?

• Wie groß ist Ihr mo­nat­li­cher fi­nan­zi­el­ler Spiel­raum? Bei den Ein­nah­men ist rat­sam, sich auf Ih­re fest kal­ku­lier­ba­ren Ein­künf­te zu kon­zen­trie­ren. Zu­dem soll­ten Sie ei­ne Auf­stel­lung Ih­rer Aus­ga­ben vor­neh­men und hier­bei nicht zu knapp kal­ku­lie­ren. Die Dif­fe­renz aus den Aus­ga­ben und fi­xen Ein­nah­men ent­spricht dann dem Bud­get, das Ih­nen als ma­xi­ma­le Kre­dit­ra­te zur Ver­fü­gung steht. Be­rück­sich­ti­gen Sie bei der Be­las­tung für die Fi­nan­zie­rung wei­te­re Auf­wen­dun­gen, die für Haus­be­sit­zer an­fal­len. Da­zu zäh­len zum Bei­spiel Fix­kos­ten wie Grund­steu­er und Ver­si­che­run­gen. Au­ßer­dem ist es rat­sam, ei­nen Be­trag für die In­stand­hal­tung der Im­mo­bi­lie so­wie die Kos­ten für ei­ne Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung ein­zu­pla­nen. Ge­ra­de die letz­ten bei­den Kos­ten­punk­te ge­hen bei der Pla­nung oft­mals un­ter. Ne­ben dem ei­gent­li­chen Kauf­preis fal­len Nebenkosten für die Grund­er­werb­steu­er so­wie die No­tar- und Grund­buch­kos­ten an, teil­wei­se auch Mak­ler­ge­büh­ren. Die­se Punk­te ma­chen er­fah­rungs­ge­mäß ca. 5 bis 7 Pro­zent vom Kauf­preis aus. Ma­chen Sie sich auch be­wusst, dass wäh­rend der Kauf- und Bau­pha­se Dop­pel­be­las­tun­gen auf­tre­ten kön­nen. Die­se ent­ste­hen zum Bei­spiel, wenn Sie noch Mie­te für Ih­re der­zei­ti­ge Woh­nung zah­len, wäh­rend durch den teil­wei­sen Ab­ruf des Kre­di­tes be­reits Zin­sen an­fal­len. Kal­ku­lie­ren Sie auch Ver­zö­ge­run­gen beim Bau ein. Wei­ter­hin kann es wäh­rend der Bau­zeit und di­rekt nach dem Ein­zug zu fi­nan­zi­el­len Eng­päs­sen und Mehraufwendungen kom­men. Da­zu zäh­len bei­spiels­wei­se die Um­zugs­kos­ten oder die Aus­ga­ben für neue Mö­bel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de. Wäh­rend der Pla­nungs­pha­se emp­feh­le ich Ih­nen ei­ne Fi­nan­zie­rungs­be­ra­tung. Dar­auf­hin kön­nen Sie ei­nen fi­nan­zi­el­len Rah­men ab­ste­cken, in dem sich die Su­che nach dem ge­wünsch­ten Haus be­we­gen wird. Häu­ser und Bau­pro­jek­te, die die­sen Rah­men spren­gen, kön­nen dann di­rekt ver­wor­fen wer­den. Ei­ne gu­te Pla­nung ge­währ­leis­tet, dass Ihr Traum vom Ei­gen­heim Rea­li­tät wer­den kann.

Florian Kull

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