Was die Kan­di­da­ten for­dern

Land­tags­wahl Wir stel­len die Be­wer­ber um das Di­rekt­man­dat im Stimm­kreis 710 Sont­ho­fen-Lin­dau vor. Auch wer am 14. Ok­to­ber nicht als Sie­ger her­vor­geht, muss noch kein Ver­lie­rer sein

Allgäuer Anzeigeblatt - - Vorderseite - VON FRANZ SUMMERER

Meh­re­re Kan­di­da­ten be­wer­ben sich um das Di­rekt­man­dat für den Land­tag im Stimm­kreis Lin­d­auSont­ho­fen. Wel­che The­men sie an­pa­cken wol­len:

Ober­all­gäu Das Ober­all­gäu war bis­her im­mer ei­ne Hoch­burg der CSU: Seit 1946 hol­te stets der Land­tags­kan­di­dat der Christ­so­zia­len den Stimm­kreis für sei­ne Par­tei. In den bes­ten Zei­ten der

CSU er­ziel­ten die

Sie­ger Er­geb­nis­se von über 65 Pro­zent. Doch wie sieht es dies­mal aus – bei Um­fra­ge­wer­ten für die CSU von 35 Pro­zent? Zehn Kan­di­da­ten an­de­rer Par­tei­en ver­su­chen im Stimm­kreis 710 Lin­dau-Sont­ho­fen, Eric Beiß­wen­ger (CSU) mög­lichst vie­le Pro­zen­te ab­zu­neh­men. Denn die Erst­stim­men sind nicht ver­lo­ren, auch wenn man nicht ge­winnt. Ge­gen Eric Beiß­wen­ger tre­ten an: SPD Micha­el Maf­fen­bei­er

Freie Wäh­ler Dr. Leo­pold Herz Grü­ne Thomas Gehring

Micha­el Schlot­ter

Dr. Do­mi­nik Spit­zer Axel Keib

Micha­el Fin­ger

Ot­to Lei­sing Ste­fan Her­zog

Mat­thi­as Hün­te­mann Laut der jüngs­ten Um­fra­ge könn­ten künf­tig sie­ben Par­tei­en im Ma­xi­mi­lia­ne­um ver­tre­ten sein (wir be­rich­te­ten). Dem­nach wä­ren die Grü­nen mit 17 Pro­zent zwei­s­tärks­te Kraft in Bay­ern. SPD, Freie Wäh­ler und AfD sieht die Um­fra­ge gleich et­wa bei 11 Pro­zent. FDP und Lin­ke kä­men je­weils auf 5 Pro­zent. Die Di­rekt­kan­di­da­ten die­ser sie­ben Par­tei­en stel­len wir auf den fol­gen­den Sei­ten vor. Der ÖDP, Bay­ern­par­tei, V-Par­tei³ und Mut-Par­tei wer­den da­ge­gen kaum Chan­cen ein­ge­räumt, in den Land­tag ein­zu­zie­hen. Al­ler­dings ist der Um­fra­ge zu­fol­ge fast je­der zwei­te Wahl­be­rech­tig­te noch nicht si­cher, wo er am 14. Ok­to­ber sein Kreuz ma­chen wird.

Wie sich die Zei­ten än­dern: „Gar nicht zu­frie­den“war vor 15 Jah­ren der da­ma­li­ge CSU-Kreis­vor­sit­zen­de Geb­hard Kai­ser über die 58,4 Pro­zent, mit de­nen Eber­hardt Rot­ter aus Wei­ler das Di­rekt­man­dat im Stimm­kreis Lin­dau-Sont­ho­fen ge­wann. Kai­ser war ver­är­gert, weil Rot­ter da­mals acht Pro­zent un­ter dem Par­tei-Er­geb­nis lag.

Das wa­ren noch die Zei­ten, als die CSU in Bal­der­schwang 95 Pro­zent hol­te. Vor Rot­ter hat­te 25 Jah­re lang Al­fons Zel­ler das Ober­all­gäu do­mi­niert – mit Er­geb­nis­sen bis zu 65,8 Pro­zent. Und auch des­sen Vor­gän­ger – Ge­org Scholl (ab 1966) und Max Zil­li­bil­ler (ab 1946) – hat­ten den Stimm­kreis Sont­ho­fen zu ei­nem Erb­hof der CSU ge­macht.

Zwar geht CSU-Di­rekt­kan­di­dat Beiß­wen­ger er­neut als Fa­vo­rit ins Ren­nen. Den­noch könn­te es dies­mal sein, dass der ein oder an­de­re Mit­be­wer­ber aus dem Stimm­kreis nicht nur ins Ma­xi­mi­lia­ne­um ein­zieht. Viel­leicht sitzt Beiß­wen­ger so­gar mit ei­nem von ih­nen in der Ko­ali­ti­on auf der Re­gie­rungs­bank.

Das baye­ri­sche Wahl­recht macht es mög­lich: Es ver­schafft den Di­rekt­kan­di­da­ten ge­gen­über den Lis­ten­be­wer­bern ei­nen kla­ren Vor­teil. Denn wäh­rend die­je­ni­gen, die auf der Lis­te plat­ziert sind, nur die Zweit­stim­men für sich ver­bu­chen kön­nen, wer­den bei den Di­rekt­kan­di­da­ten Erst- und Zweit­stim­men zu­sam­men­ge­zählt.

So kön­nen die Di­rekt­kan­di­da­ten nicht nur auf die Stim­men der

120 000 Wahl­be­rech­tig­ten des Stimm­krei­ses 710 Lin­dau-Sont­ho­fen hof­fen, son­dern zu­min­dest auch noch auf die 111 000 im Stimm­kreis

709 Kempten-Ober­all­gäu.

Zeich­nung: Man­fred Küch­le, Fo­tos: Mar­ti­na Die­mand Die Kan­di­da­ten und ih­re Wäh­ler: Wer da wohl wen wählt?

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