Ri­si­ko für Sep­pelt zu groß

Ard-do­ping­ex­per­te ver­zich­tet auf Wm-rei­se

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Fußball-wm 2018 -

Mos­kau Die Ent­schei­dung ist ge­fal­len: Ard-do­ping­ex­per­te Ha­jo Sep­pelt wird nicht zur WM nach Russ­land rei­sen, wie das Ers­te und der Re­por­ter ge­mein­sam mit­teil­ten. „Die Si­cher­heit von Ha­jo Sep­pelt steht bei uns an ers­ter Stel­le“, teil­te Ard-sport­ko­or­di­na­tor Axel Bal­k­aus­ky mit. Der 55-jäh­ri­ge Sep­pelt hat­te we­sent­lich zur Auf­klä­rung des sys­te­ma­ti­schen Sport­be­trugs in Russ­land bei­ge­tra­gen und gilt des­halb in dem Wm-aus­rich­ter­land als Staats­feind. Dem Ber­li­ner Jour­na­lis­ten war im Mai das Vi­sum für die WM ver­wei­gert wor­den. Die­se Ent­schei­dung war – auch auf in­ter­na­tio­na­len Druck – von Russ­land wie­der zu­rück­ge­nom­men wor­den. Der Ber­li­ner soll­te im Fal­le ei­ner Ein­rei­se aber zu den lau­fen­den rus­si­schen Er­mitt­lun­gen ge­gen den Do­pingkron­zeu­gen Gri­go­ri Rod­schen­kow ver­nom­men wer­den.

„Ich be­dau­re die Ent­wick­lung, aber tra­ge die Ent­schei­dung mit“, sag­te Sep­pelt. „Den Si­cher­heits­war­nun­gen des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes kann ich mich nicht ver­schlie­ßen. Ins­ge­samt ist es ei­ne be­sorg­nis­er­re­gen­de Ent­wick­lung für den Sport­jour­na­lis­mus, wenn die Aus­übung des Jobs bei der Fuß­ball-wm mit kaum kal­ku­lier­ba­ren Ri­si­ken und wo­mög­lich fol­gen­schwe­ren Kon­se­quen­zen ver­bun­den ist.“Der Deut­sche Jour­na­lis­ten-ver­band (DJV) sieht die Fi­fa in der Ver­ant­wor­tung: „Der Welt­fuß­ball­ver­band muss da­für sor­gen, dass Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten die Mög­lich­keit ha­ben, frei und un­ge­hin­dert über die Spie­le, aber auch über Land und Leu­te be­rich­ten zu kön­nen“, sag­te der Bun­des­vor­sit­zen­de Frank Über­all. Das gel­te nicht nur für Russ­land, son­dern auch für künf­ti­ge Aus­tra­gungs­län­der der Welt­meis­ter­schaft. „Wenn ein re­nom­mier­ter Sport­jour­na­list, der vie­le Do­ping­fäl­le auf­ge­deckt hat, aus Si­cher­heits­grün­den auf die Rei­se nach Russ­land ver­zich­ten muss, ist et­was faul an der Aus­wahl der Gast­ge­ber durch die Fi­fa.“Die Fi­fa müs­se ernst­haft dar­über nach­den­ken, ob au­to­kra­ti­sche Re­gime oder Dik­ta­tu­ren, die die Pres­se­frei­heit mit Fü­ßen tre­ten, die Fuß­ball-wm durch­füh­ren dürf­ten. Das gel­te auch für Ka­tar, wo die nächs­te WM statt­fin­den soll. (dpa)

Ha­jo Sep­pelt

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