112 000 Men­schen ha­ben die Pe­ti­ti­on un­ter­schrie­ben

Allgäuer Zeitung (Kaufbeurer Tagblatt) - - Die Dritte Seite -

kommt das schlecht an. Schließ­lich ent­spre­che es den Tat­sa­chen, dass To­lu dank der Un­ter­stüt­zung des deut­schen Staa­tes frei sei, wäh­rend die tür­ki­schen Ge­fan­ge­nen kei­ne Aus­sicht auf Frei­heit hät­ten, ant­wor­ten meh­re­re Nut­zer: Das sei eben der Un­ter­schied. To­lu ist sich des­sen wohl be­wusst, ver­weist am Tag nach Be­kannt­wer­den ih­rer Aus­rei­se­er­laub­nis eben­falls per Twit­ter dar­auf, dass noch mehr als 150 Jour­na­lis­ten in der Tür­kei hin­ter Git­tern sit­zen, so wie sie es ges­tern am Stutt­gar­ter Flug­ha­fen wie­der tut. „So­lan­ge die Jour­na­list*in­nen ein­ge­sperrt sind, kann man nicht von ei­ner Ver­bes­se­rung hin­sicht­lich der Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit spre­chen“, schreibt sie.

Der Fall To­lu hat, zu­sam­men mit dem des Welt-re­por­ters De­niz Yücel und des Men­schen­recht­lers Pe­ter Steudt­ner, die Be­zie­hun­gen zwi­schen der Tür­kei und Deutsch­land schwer be­las­tet. Am 28. Sep­tem­ber wird der tür­ki­sche Prä­si­dent Re­cep Tay­yip Er­do­gan in Berlin von Bun­des­prä­si­dent Frank-wal­ter St­ein­mei­er mit mi­li­tä­ri­schen Eh­ren emp­fan­gen. Er bleibt bis zum 29. Sep­tem­ber und wird auch die Kanz­le­rin tref­fen. Dass To­lu nun das Land ver­las­sen durf­te, geht wohl auf ei­ne leich­te Ver­bes­se­rung der deutsch­tür­ki­schen Be­zie­hun­gen zu­rück – aber be­son­ders auf das Be­dürf­nis der Tür­kei, sich wie­der an Eu­ro­pa an­zu­nä­hern an­ge­sichts des schwe­ren Streits mit den USA, der die Wäh­rungs­kri­se im Land ver­schärft hat. Von di­plo­ma­ti­schen Ab­ma­chun­gen zu ih­rer Frei­las­sung wis­se sie aber nichts, sagt To­lu.

Fo­to: Möl­lers

Va­ter Ali Ri­za To­lu und Oma Gü­ley To­lu am Stutt­gar­ter Flug­ha­fen.

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