Be­trifft: Bun­des­wehr

Allgäuer Zeitung (Marktoberdorfer Landbote) - - Meinung & Dialog -

Zu „War­um Deutsch­land nicht ein­greift“(Po­li­tik) vom 14. April:

Die Bun­des­wehr ist ei­ne Par­la­ments­ar­mee, d. h. sie ist nur so gut oder lei­der auch so schlecht, wie das Par­la­ment es will. Mit der heu­ti­gen Bun­des­wehr lässt sich we­der wir­kungs­vol­le Ver­tei­di­gungs­noch Au­ßen­po­li­tik be­trei­ben. Die Re­gie­rung muss sich da­her de­mü­tig an­pas­sen, wenn Pu­tin hus­tet oder Er­do­gan be­lei­digt. Russ­land hat für den Auf­bau sei­ner Ar­mee nach dem Zu­sam­men­bruch der UdSSR ca. 25 Jah­re ge­braucht. In ei­ner Au­to­kra­tie ist das re­la­tiv ein­fach. Geld und In­dus­trie wer­den da­hin ge­bracht, wo es der Macht­ha­ber will. Die Bun­des­wehr be­nö­tigt nach der Abrüs­tung seit den 80er Jah­ren ab jetzt we­nigs­tens 35 Jah­re. Doch nur, wenn das Par­la­ment den Wil­len da­zu hat. In ei­ner De­mo­kra­tie geht es nicht so ein­fach. Man den­ke nur ein­mal dar­an, ei­nen Au­to­kon­zern auf Mi­li­tär­fahr­zeu­ge um­zu­stel­len, wie es Russ­land tat. In zwei, drei Le­gis­la­tur­pe­ri­oden dies zu schaf­fen, scheint mir un­mög­lich. Nicht nur der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, son­dern auch die Re­gie­rung ar­bei­ten sich dar­an ab. Doch oh­ne Si­cher­heit nach au­ßen (Bun­des­wehr) und in­nen (Po­li­zei) sind we­der un­se­re hoch ent­wi­ckel­te Wirt­schaft noch der So­zi­al­staat ge­schützt, von ei­ner Mit­spra­che in Welt­po­li­tik und Na­to ganz zu schwei­gen.

Geert Haa­se, Neu­säß

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