Cen­tral folgt auf Tu­fan

Bis­tro-Be­trei­ber Daniel Buf führt nun die frü­he­re Kult­knei­pe. Die Huths wol­len die Füs­se­ner Stra­ße um ein Lokal mit Le­bens­mit­tel­ge­schäft be­rei­chern. Da­für macht die Kä­se­bar zu. Dro­ge­rie dm er­öff­net plan­mä­ßig

Allgäuer Zeitung (Marktoberdorfer Landbote) - - Vorderseite - VON HEI­KO WOLF

Schau­fens­ter­bum­mel: Bis­tro-Be­trei­ber Buf führt nun die frü­he­re Kult­knei­pe. Die Huths wol­len die Füs­se­ner Stra­ße um ein Lokal mit Le­bens­mit­tel­ge­schäft be­rei­chern.

Marktoberdorf Wel­ches Ge­schäft hat neu auf­ge­macht, ist um­ge­zo­gen, baut um oder hat für im­mer zu­ge­sperrt? Sol­che Ve­rän­de­run­gen in der Ge­schäfts­welt – die im­mer im Fluss ist – be­schäf­ti­gen die Men­schen in Marktoberdorf. Dem wol­len wir, lie­be Le­ser, al­le vier Mo­na­te in der Se­rie Schau­fens­ter­bum­mel Rech­nung tra­gen, oh­ne An­spruch auf Voll­stän­dig­keit.

Los geht’s beim Lokal Cen­tral im frü­he­ren Tu­fan. Schnel­ler als ge­dacht hat die Kn­ei­pe, die Tu­fan Ten­lik zehn Jah­re lang be­trieb, wie­der ge­öff­net, samt neu­er Kü­che und Schank­an­la­ge. Die neu­en Päch­ter hei­ßen Daniel und Ga­b­rie­la Buf, sind 36 und 34 Jah­re alt und in Marktoberdorf kei­ne Un­be­kann­ten. Die Ehe­leu­te, die in Ru­mä­ni­en Koch ge­lernt ha­ben, füh­ren seit sechs Jah­ren das Bis­tro Cen­tral mit Lie­fer­ser­vice in der Mei­chel­beck­stra­ße. Dort ver­zich­ten sie nun aufs Mit­tags­ge­schäft und ha­ben auch sonst die Zei­ten zu­guns­ten ih­res neu­en, mit­tags wie abends of­fe­nen Lo­kals et­was re­du­ziert.

Wer das 200-Qua­drat­me­ter-Lokal ne­ben der Eis­die­le Pi­noc­chio be­tritt, fühlt sich wie bei Tu­fan. Das ist so ge­wollt. „Op­tik und Stim­mung sol­len auch die glei­chen Kun­den wie frü­her an­zie­hen“, sagt Daniel Buf. Bier vom Fass, Cock­tails und Long­drinks sol­len da­bei hel­fen. Die Es­sen­s­kar­te, die fast der des Bis­tros Cen­tral ent­spricht, ist frei­lich mit dem Schwer­punkt auf selbst ge­mach­te Bur­ger, Ba­guettes oder Sa­la­te ei­ne an­de­re. „Wir wol­len Tu­fans Lokal wei­ter­füh­ren, aber un­se­ren Stil ein­brin­gen“, sagt Buf.

Trotz viel Or­ga­ni­sa­ti­ons­ar­beit – von der Su­che nach Be­die­nun­gen bis zu Ab­spra­chen mit Ge­trän­ke­lie­fe­ran­ten oder GE­MA – ist Buf bes­ter Lau­ne. „Bei der Er­öff­nung war das Lokal voll, vor al­lem dank Tu­fans Stamm­kun­den“, sagt er. Er hofft, dass auch vie­le sei­ner Stamm­kun­den künf­tig den Weg zum Stadt­platz fin­den. Die Bufs, die frü­her im Schon­gau­er Bal­len­haus ar­bei­te­ten, freu­en sich auf die neue Her­aus­for­de­rung, die sie mit viel Kraft und Spaß an­ge­hen wol­len.

Lang­sa­mer als ge­dacht geht laut Tho­mas und Sa­bi­ne Huth we­gen Ver­zö­ge­run­gen bei der Ge­neh­mi­gung der Um­zug ih­res Bis­tros Laus bua vor­an. Im Neth-Haus ha­ben die Huths, die nach wie vor das Laus- fehl be­trei­ben, ihr Bis­tro im Früh­jahr ge­schlos­sen, weil sie da­mit in die lang leer ste­hen­den, frü­he­ren Ver­kaufs­räu­me von Radsport Rie­ger stadt­aus­wärts in der Füs­se­ner Stra­ße wech­seln. Au­ßer ei­nem Pla­kat weist vor Ort noch we­nig dar­auf hin, ob­wohl der Tro­cken­bau und die Ar­bei­ten an Elek­trik, In­stal­la­ti­on und Bö­den in den 220 Qua­drat­me­ter gro­ßen Räu­men weit ge­die­hen sind, wie Tho­mas Huth sagt. „Aber wir kom­men vor un­se­rem Ur­laub nicht mehr da­zu, wei­ter um­zu­bau­en.“

Des­halb ver­schie­ben die Huths die Er­öff­nung des Bis­tros mit Tan­te-Em­ma-La­den auf Herbst. „Wir pla­nen ein klei­nes Le­bens­mit­tel­sor­ti­ment, da­mit die Leu­te in dem Vier­tel nicht we­gen ei­ner Milch oder ei­nem Stück But­ter ex­tra in die Stadt ’rein müs­sen“, er­klärt Huth. Als Grund für den Um­zug nennt er Platz­grün­de so­wie die ge­plan­te Aus­wei­tung des Mit­tags­ge­schäfts auf Früh­stück so­wie auf Kaf­fee und Ku­chen am Nach­mit­tag. „Da­mit hat­ten wir in der Stadt, mit ei­ner Bä­cke­rei im glei­chen Raum, kei­ne Er­folgs­aus­sich­ten“, räumt er ein.

Zu­rück in die Stadt­mit­te: Schräg ge­gen­über dem Neth-Haus schließt die Markt­ober­dor­fe­rin Carolin Gug­ge­mos wie an­ge­kün­digt ih­re Kä­se bar. Sie will wie­der mehr Zeit für ih­re Fa­mi­lie ha­ben, sagt sie. Der im sel­ben Ge­schäft un­ter­ge­brach­te Woh­nac­ces­soires-La­den Läd­chen glück bleibt be­ste­hen. Jas­min Ue­be­le, die mit Gug­ge­mos ei­ne La­den­ge­mein­schaft hat­te, führt ihn wei­ter.

Wie be­rich­tet über­nimmt Fir­ma Wie­de­mann (Bad Tölz) nun die Par­fü­me­rie Lü­di­cke. Plan­mä­ßig geht es of­fen­bar an der Bau­stel­le des Dro­ge­rie­fi­lia­lis­ten dm in der Brü­cken­stra­ße vor­an. Laut Ei­gen­wer­bung er­öff­net dm auf 660 Qua­drat­me­tern Flä­che am 5. Ju­li in den ehe­ma­li­gen Räu­men der Be­klei­dungs­ket­te C. Vö­ge­le.

Fo­tos: Hei­ko Wolf

Beim Schau­fens­ter­bum­mel: Daniel und Ga­b­rie­la Buf be­trei­ben jetzt ihr Lokal Cen­tral in den frü­he­ren Räu­men der Kult­knei­pe Tu fan, das Bis­tro Laus­bua zieht in die Füs­se­ner Stra­ße um, und der Dro­ge­rie­fi­lia­list dm be­zieht die ehe­ma­li­gen Räu­me der Be­k­lei dungs­ket­te C. Vö­ge­le in der Brü­cken­stra­ße.

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