Hat Be­am­ter Geld ver­un­treut? Kri­po durch­sucht Land­rats­amt

Berg­fil­me Jür­gen Schaf­roth spricht im In­ter­view über sei­ne Lei­den­schaft. Nächs­ten Sams­tag Pre­mie­re in Im­men­stadt

Allgäuer Zeitung (Marktoberdorfer Landbote) - - Vorderseite - In­ter­view: Micha­el Munk­ler

Wie ka­men Sie zum Berg­stei­gen? Schaf­roth: Das hat schon in den Kin­der­ta­gen be­gon­nen. Ei­gent­lich durch mei­ne El­tern, mit de­nen ich die ers­ten Tou­ren ge­macht ha­be. Als Ju­gend­li­che sind wir dann zum Klet­tern ge­gan­gen. Und sind in Höh­len ge­gan­gen. So ist es bis heu­te ge­blie­ben.

Sie sind auch staat­lich ge­prüf­ter Berg­füh­rer?

Schaf­roth: Ja, aber als Berg­füh­rer bin ich nicht mehr tä­tig.

Wie kam es zum Fil­men?

Schaf­roth: Als lang­jäh­ri­ger Hel­fer von Ger­hard Baur und der Be­geis­te­rung für sei­ne Fil­me ent­stand 2003 der Wunsch, ei­ge­ne Ide­en zu ver­wirk­li­chen. So sind in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren 13 Fil­me aus ei­ner gro­ßen Lis­te von Ide­en ent­stan­den. Die All­gäu­er Al­pen mit ih­ren viel- fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten bie­ten in­ter­es­san­te Film­the­men. Das Aben­teu­er liegt prak­tisch vor der Haus­tü­re und man muss nur et­was die Au­gen of­fen hal­ten. Fil­me über das All­gäu gibt es ja ge­nug.

Meist han­delt es sich aber um die klas­si­schen The­men: Alp­wirt­schaft, den Vieh­scheid oder Fil­me über die be­kann­ten Hö­hen­we­ge und Hüt­ten. Da- bei hat das ex­tre­me­re Berg­stei­gen im All­gäu ei­ne in­ter­es­san­te, oft schon ver­ges­se­ne Ge­schich­te.

Das war al­so Le­arning by do­ing? Schaf­roth: Der An­fang war na­tür­lich auch schwer und auch ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, wenn von der über Ka­me­ra, Ton, Schnitt und Text bis zum fer­ti­gen Film al­les aus ei­ner Hand ent­steht.

Hat sich die Ar­beit für Sie fi­nan­zi­ell ge­lohnt?

Schaf­roth: Nein, das ist Hob­by und Lei­den­schaft. Die Pro­jek­te sind mehr oder we­ni­ger im­mer null zu null aus­ge­gan­gen.

Was fas­zi­niert Sie am Fil­men? Schaf­roth: Ein neu­es Film­pro­jekt ist im­mer ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung. Man re­cher­chiert und be­schäf­tigt sich über län­ge­re Zeit in­ten­siv mit ei­nem The­ma und ei­nem Ge­biet. Meist lernt man da­bei auch in­ter­es­san­te Leu­te ken­nen.

Gibt es ein Re­zept für ein gu­tes Er­geb­nis?

Schaf­roth: Gu­te Film­auf­nah­men be­deu­tet früh auf­ste­hen, oder abends lan­ge am Berg zu blei­ben. Des­we­gen ist man we­gen den Film­ar­bei­ten auch oft auf Bi­waks an­ge­wie­sen. Es wa­ren ganz be­son­de­re Mo­men­te und Stim­mun­gen, die mir gera­de in den eis­kal­ten Win­ter­näch­ten auf den Gip­feln von Trettach, Hö­f­ats oder am win­ter­li­chen Krot­ten­spit­zen­g­rat in Er­in­ne­rung ge­blie­ben sind. Mitt­ler­wei­le lie­gen 15 aben­teu­er­li­che Jah­re All­gäu-Film hin­ter uns und wir sind uns im Film­team al­le ei­nig: Es war ei­ne span­nen­de, er­leb­nis­rei­che Zeit und vie­le be­son­de­re Ak­tio­nen wä­ren oh­ne die Fil­me­rei nie­mals zu­stan­de ge­kom­men.

Was ist am Sams­tag zu se­hen? Schaf­roth: In Im­men­stadt ist kom­men­den Sams­tag un­ter an­de­rem ein neu­er Film zu se­hen: Er heißt „Ski­tour in die Un­ter­welt“und wur­de auf dem Got­tes­acker­pla­teau im Klein­wal­ser­tal ge­dreht. Das Got­tes­I­dee Archivfoto: Jür­gen Schaf­roth

acker­pla­teau ist ei­ne der aben­teu­er­lichs­ten und ge­heim­nis­volls­ten Land­schaf­ten des All­gäus. Bei ei­ner zwei­tä­gi­gen Ski­tour er­kun­den Michl, Man­ni und Flo das Ge­biet. Ne­ben der Ski­tour sind die Geo­lo­gie, die land­schaft­li­che Be­son­der­heit so­wie die Höh­len The­men des Films. Die­ser Film war ein Her­zens­wunsch von mir, schon seit Jahr­zehn­ten fas­zi­niert mich das Got­tes­acker­pla­teau ober- wie un­ter­ir­disch. Birgt es doch die letz­ten Ge­heim­nis­se der All­gäu­er Al­pen.

Kön­nen Sie schon et­was über Ihr nächs­tes Pro­jekt ver­ra­ten? Schaf­roth: Für Ar­te ma­chen wir ei­nen Film über das Höl­loch. Da­bei geht es oben rein und un­ten raus – prak­tisch al­so ei­ne Rei­se durch die Höh­le. Das ist sehr auf­wen­dig.

Ski­tou­ren­ge­her auf dem Got­tes­acker­pla­teau, im Hin­ter­grund der Ho­he Ifen.

Jür­gen Schaf­roth

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