Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Mein Glücks­baum hilft mir im­mer wei­ter.

Astrowoche - - Inhalt - Ri­ta F. aus Kempten

Vor et­wa zehn Jah­ren fing es an. Mei­ne Kin­der wa­ren mit­ten in der Pu­ber­tät und be­nah­men sich auch so. Mein Sohn war auf dem Gym­na­si­um und be­such­te die zehn­te Klas­se. Er teil­te mir mit, er hät­te auf die Ler­ne­rei kei­ne Lust mehr und möch­te nach dem Schul­jahr ab­ge­hen – et­was Prak­ti­sches ma­chen. Ich war aber über­zeugt da­von, dass das nicht sein Weg war, er hat­te gu­te No­ten und woll­te frü­her im­mer Arzt wer­den. Mein Mann ist be­ruf­lich viel un­ter­wegs, ich war auf mich al­lein ge­stellt. Nach­dem mein Sohn und ich wie­der mal ei­ne hit­zi­ge Dis­kus­si­on hat­ten, fuhr ich zu ei­nem na­he ge­le­ge­nen Wald und da es ir­gend­wann zu tröp­feln an­fing, such­te ich Schutz un­ter dem Blät­ter­dach ei­nes Bau­mes. Ich lehn­te mich ge­gen den Stamm und fühl­te mich herr­lich ge­bor­gen, als gä­be es sonst nichts au­ßer mir und dem Baum. Und dann kam deut­lich ein Ge­dan­ke: Lass ihm Zeit! Dar­an hielt ich mich, ich ver­ein­bar­te mit mei­nem Sohn ei­ne län­ge­re Be­denk­zeit. Ei­nen Mo­nat spä­ter lern­te er ein Mäd­chen in der Par­al­lel­klas­se ken­nen und plötz­lich war kei­ne Re­de mehr da­von, dass er die Schu­le ver­las­sen woll­te. Seit­dem be­su­che ich im­mer wie­der mei­nen Glücks­baum, wenn ich Sor­gen und Pro­ble­me ha­be. Und je­des Mal hat er ei­ne Ant­wort oder zu­min­dest Trost für mich pa­rat.

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