Wie Li­lith Sie von Ih­ren Ängs­ten be­freit.

Astrowoche - - Vorderseite -

Li­lith ist kein phy­si­scher Kör­per wie die Son­ne, der Mond oder Plu­to, son­dern ein kos­mi­scher Punkt. Der Mond dreht sich be­kannt­lich um die Er­de, aber nicht in ei­nem ex­ak­ten Kreis, son­dern in El­lip­sen­form. Die­se geo­me­tri­sche Fi­gur be­sitzt zwei Mit­tel­punk­te. In ei­nem be­fin­det sich die Er­de, im an­dern Li­lith. Wenn man so will, ist sie so et­was wie der Ge­gen­punkt von Mond und Er­de. So be­inhal­ten auch Be­deu­tung häu­fig Aspek­te des Schat­tens und der Dun­kel­heit, das, was man ge­mein­hin ver­steckt. Ganz si­cher ver­kör­pert Li­lith ei­ne weib­li­che Ur­kraft, die aber in al­len Kul­tu­ren und Re­li­gio­nen – aus Angst vor ihr– ver­drängt, un­ter­drückt, ein­ge­sperrt, aus­ge­grenzt und nie­der­ge­macht wur­de. Im Chris­ten­tum ge­nau wie im Bud­dhis­mus und im Is­lam wird den Frau­en im­mer nur ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Po­si­ti­on zu­ge­spro­chen. In­so­fern ist es si­cher kein „Zu­fall“, dass Li­lith zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts ih­ren Sie­ges­zug an­trat. Denn zur glei­chen Zeit er­stark­te zu­min­dest in den west­lich ge­präg­ten Kul­tu­ren der Fe­mi­nis­mus. Wie­der ein­mal be­wahr­hei­tet sich in frap­pie- ren­der Wei­se der ma­gi­sche Spruch „So oben, so un­ten!“Li­lith steht im Po­si­ti­ven für die weib­li­che Ur­kraft, die sich al­lei­ne schon dar­in ma­ni­fes­tiert, dass das mensch­li­che Le­ben – eben auch das ei­nes Man­nes – im Leib ei­ner Frau be­ginnt. Au­ßer­dem steht au­ßer Zwei­fel, dass ei­ne Frau in viel stär­ke­rem Ma­ße mit der Na­tur des Le­bens und den kos­mi­schen Ge­ge­ben­hei­ten ver­bun­den ist. Die Frau ist so­wohl dem Kos­mos nä­her als auch der Er­de. Wird die­se Kraft aber nicht ge­lebt, ver­kehrt sie sich in ihr Ge­gen­teil und kann un­ge­heu­er zer­stö­re­risch wer­den. Li­lith be­an­sprucht ei­nen Platz im Le­ben ei­ner Frau, sonst kann sie zum Un­ge­tüm, zum Mons­ter wer­den. Vie­le Be­zie­hungs- und Ehe­krie­ge hän­gen da­mit zu­sam­men, dass Li­lith kei­nen Platz in der Part­ner­schaft be­kom­men hat. Sie rächt sich, er­zwingt Tren­nun­gen oder qual­vol­le Be­zie­hungs­ab­läu­fe. Die ein­zel­nen Stern­zei­chen re­agie­ren auf Li­lith ganz un­ter­schied­lich. Man­chen fällt es leich­ter als an­de­ren. Aber es ist un­ge­heu­er wich­tig, dass je­des Stern­zei­chen ei­ne po­si­ti­ve und re­spekt­vol­le Be­zie­hung zu die­ser Ur­kraft ein­nimmt.

Wid­der A

Wid­der-Ge­bo­re­ne sind sehr mit der Kraft Li­liths ver­bun­den. Ihr Feu­er wird noch ver­stärkt. Das führt schnell da­zu, dass Wid­der, oh­ne zu wis­sen, wor­an das liegt, bei ih­ren Mit­men­schen, ins­be­son­de­re in ih­ren Be­zie­hun­gen, auf Ab­leh­nung sto­ßen. Aber dann wird die Li­lith-Kraft noch stär­ker und sprengt die Be­zie­hung. Um­ge­kehrt, wenn ein Wid­der die­se Kraft nicht lebt, scha­det er sich selbst. Es ist un­er­läss­lich, dass er sich er­laubt, die­se Kraft zu le­ben.

Stier

Stier-Ge­bo­re­ne le­ben ih­re Li­lith-Kraft durch ih­re Sinn­lich­keit – ein Re­ser­voir an un­er­schöpf­li­cher Lust. So stark kann sie sein, dass sie Mit­men­schen, ins­be­son­de­re Part­ner, in die Flucht treibt. Aber ein Stier kann sich auch selbst vor die­ser Ur­kraft fürch­ten. Dann pas­siert es schnell, dass Stie­re ih­re Li­lith un­ter­drü­cken. Aber das lähmt ih­re Le­bens­kraft und zer­stört ih­re Be­zie­hun­gen. Stie­re müs­sen zu ih­rer Li­lith ste­hen und We­ge fin­den, ih­re Sinn­lich­keit zu le­ben, oh­ne sich selbst und an­de­ren zu scha­den.

Zwil­lin­ge

Zwil­lin­ge schie­ben Li­lith ger­ne in die Ab­tei­lung ih­res Seins, die sie ver­drän­gen. Das führt da­zu, dass Zwil­lin­ge in al­ler Re­gel ge­las­sen und hei­ter durchs Le­ben ge­hen. Aber ih­re dunk­le Sei­te, die durch ei­ne ver­dräng­te Li­lith noch stär­ker wird, tritt ir­gend­wann zu Ta­ge – und dann be­son­ders hef­tig. Es ist so­gar so, dass sie dann selbst­zer­stö­re­ri­sche For­men an­neh­men kann. Zwil­lin­ge müs­sen ler­nen, zu ih­rer dunk­len Sei­te zu ste­hen.

Krebs

Krebs-Ge­bo­re­ne ha­ben zwar ein aus­ge­spro­chen gu­tes Ver­hält­nis zum Mond, aber zum Ge­gen­pol des Mon­des, der von Li­lith be­setzt ist, eher nicht. Li­lith führt da­her ein Schat­ten­da­sein in ih­rem Le­ben. Das macht Kreb­se zwar zu un­ge­heu­er lie­be­vol­len, ver­ständ­nis­vol­len We­sen, aber auf Dau­er lässt sich Li­lith nicht un­ter­drü­cken. Sie er­hebt sich dann oft in der zwei­ten Le­bens­hälf­te und rächt sich für ih­re Un­ter­drü­ckung, in­dem sie Be­zie­hun­gen zer­stört und die Le­bens­kraft raubt.

Lö­we

Lö­we-Ge­bo­re­ne tra­gen in ih­rem In­ne­ren ei­ne sehr star­ke Li­lith. Sie ist so mäch­tig, dass vie­le die­ser Men­schen selbst er­schre­cken und ver­su­chen, ih­re Li­lith zu mä­ßi­gen. Wird das aber von ih­ren Part­nern und Freun­den nicht re­spek­tiert, er­hebt sich Li­lith ir­gend­wann und lebt ih­re gan­ze Kraft. Dann herrscht Krieg in ih­ren Be­zie­hun­gen. Lö­wen kön­nen dann ko­los­sal zer­stö­re­risch sein – auch ge­gen sich selbst.

Jung­frau

Jung­frau-Ge­bo­re­ne be­sit­zen ein Na­tu­rell, in dem Li­lith kei­nen Platz hat. Sie ist zu un­ge­stüm, un­be­re­chen­bar, im­pul­siv. Das macht Jung­frau-Ge­bo­re­ne zu­nächst ein­mal zu an­ge­neh­men Zeit­ge­nos­sen. Aber dann pas­siert häu­fig, dass sich Li­lith ur­plötz­lich durch­setzt und lässt Jung­frau­en aus Be­zie­hun­gen aus­bre­chen. Auch das ist mög­lich, dass der Part­ner die Be­zie­hung zer­stört und die Jung­frau ent­täuscht und ge­kränkt zu­rück­lässt. Aber in Wirk­lich­keit steckt hin­ter die­ser Tren­nung der un­be­wuss­te Wunsch der Jung­frau.

Waa­ge

Im Le­ben ei­ner Waa­ge ist für Li­lith kein Platz. Kein an­de­res Stern­zei­chen steht ihr so ab­leh­nend ge­gen­über. Das macht Waa­gen so ver­ständ­nis­voll und to­le­rant. Sie ler­nen sehr früh, ih­re Li­lith aus­zu­sper­ren. Das führt aber letzt­end­lich da­zu, dass Li­lith an­de­re We­ge ein­schlägt, um sich be­merk­bar zu ma­chen. Da­zu zäh­len Be­zie­hungs­krie­ge, Tren­nun­gen und so­gar Atta­cken ge­gen sich selbst. Li­lith steht jetzt in Ih­rem Stern­zei­chen. Da ist es un­er­läss­lich, sich auf sie ein­zu­las­sen.

Skor­pi­on

Für ei­nen Skor­pi­on ist Li­lith im­mer ge­gen­wär­tig. Kein an­de­res Stern­zei­chen geht ein so en­ges Ver­hält­nis mit ihr ein wie Skor­pio­ne. Das ist in­so­fern gut, weil man von An­fang an weiß, wo­mit man zu rech­nen hat, wenn man sich auf ei­nen Skor­pi­on ein­lässt. An­de­rer­seits nimmt Li­lith im Le­ben ei­nes Skor­pi­ons manch­mal ge­walt­tä­ti­ge For­men ein. Dann wer­den Ei­fer­sucht und der Be­sitz­an­spruch ei­nes Skor­pi­ons un­er­mess­lich und ver­hin­dern ein glück­li­ches Be­zie­hungs­le­ben.

Schüt­ze

Schüt­zen füh­ren ein äu­ßerst zwie­späl­ti­ges Ver­hält­nis mit Li­lith. Zu­nächst ein­mal weh­ren sie sie ab. Die­se dunk­le Gestalt passt nicht zu ih­ren Idea­len über ei­ne hei­le Welt. Aber man kann Li­lith nie­mals voll­stän­dig aus sei­nem Le­ben ver­ban­nen. Wenn ein Schüt­ze dau­er­haft sei­ne dunk­le Ur­kraft aus sei­nem Le­ben ver­bannt, kommt Li­lith auf Um­we­gen, zum Bei­spiel dass sich der Part­ner ent­fernt, aus­bricht und sich trennt.

St­ein­bock

Für ei­nen St­ein­bock-Ge­bo­re­nen ist Li­lith kein The­ma. Sie passt nicht in sei­ne Vor­stel­lung ei­nes ge­re­gel­ten und or­dent­li­chen Le­bens. Das führt aber nur da­zu, dass Li­lith an­de­re We­ge fin­den muss, um sich be­merk­bar zu ma­chen. Das kön­nen Be­zie­hungs­kri­sen, aber auch For­men von Selbst­zer­stö­rung sein. Auch Angst­zu­stän­de sind hier zu nen­nen. St­ein­bö­cke müs­sen sich ein­ge­ste­hen, dass auch in ih­nen ei­ne dunk­le Kraft steckt und ei­nen Platz in ih­rem Le­ben be­an­sprucht.

Was­ser­mann

Für ei­nen Was­ser­mann ist Li­lith ein Ge­spenst, das re­al nicht exis­tiert, ei­ne Er­fin­dung von rück­stän­di­gen Zeit­ge­nos­sen. Für ihn ist ja auch nie­mals ei­ne Frau ein Ge­schöpf im zwei­ten Glied. Da­für muss er sich al­so nicht stark ma­chen. Das weiß er. Trotz­dem, wird Li­lith dau­er­haft ver­drängt, zeigt sie ihr dunk­les Ge­sicht, was zur Fol­ge hat, dass dann ein Was­ser­mann die­ser Düs­ter­nis auch in sei­nem Le­ben be­geg­net. Er muss Li­lith Raum las­sen, sonst holt sie ihn sich.

Fi­sche

Fi­sche-Ge­bo­re­ne le­ben in al­ler Re­gel ih­re Li­lith fast nur in pas­si­ver Wei­se, näm­lich als ihr Op­fer. Man stößt sie vor den Kopf, trennt sich von ih­nen und lässt sie al­lein. Für kein an­de­res Stern­zei­chen ist es so nö­tig, ein an­de­res Ver­hält­nis zu Li­lith zu ge­win­nen. Fi­sche müs­sen sich be­wusst wer­den, dass auch in ih­nen ei­ne dunk­le Kraft wirkt, die man aber nach au­ßen le­ben muss und nicht nur nach in­nen. Die­ser Pro­zess be­ginnt mit ei­ner an­de­ren Ein­stel­lung Li­lith ge­gen­über.

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