Was Sie vor ge­fähr­li­chen Alb­träu­men schützt.

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Je­der kennt Alb­träu­me. Man fällt ins Bo­den­lo­se oder will vor et­was flüch­ten. Alb­träu­me sind an sich nichts Schlim­mes, aber auf Dau­er kön­nen sie der Ge­sund­heit scha­den. Et­wa fünf Pro­zent ha­ben sie schon chro­nisch. Der ka­na­di­sche Kar­dio­lo­ge Dr. Mal­vin S. Pal­mar von der Uni­ver­si­tät On­ta­rio be­rich­tet in ei­ner wis­sen­schaft­li­chen Stu­die, die er „Kil­ler Dreams“nennt, über zahl­rei­che ty­pi­sche Fäl­le. Im­mer ka­men Men­schen, die ei­nen Alb­traum hat­ten, da­bei ums Le­ben oder sie hat­ten an ih­rem Her­zen le­bens­be­droh­li­che Ve­rän­de­run­gen. Stets han­del­te es sich da­bei um rät­sel­haf­te Ris­se im Herz­mus­kel. Der Alb­traum-Pro­fes­sor da­zu: Ähn­li­che Ris­se ha­ben oft Tie­re, die bei wis­sen­schaft­li­chen Ex­pe­ri­men­ten zu To­de er­schreckt wor­den sind. Al­le Pa­ti­en­ten, über die der Pro­fes­sor in sei­nen Stu­di­en be­rich­tet, wa­ren aus­nahms­los mit die­ser le­bens­be­droh­li­chen Ver­let­zung am Her­zen aus ih­rem Alb­traum er­wacht. Kei­ner war zu­vor herz­krank. Ty­pi­sches Bei­spiel ist ei­ne 42-jäh­ri­ge Se­kre­tä­rin, die in ih­rem Alb­traum vor ei­nem Mör­der flüch­te­te. Gleich nach ih­rem Er­wa­chen er­litt die ar­me Frau ei­nen Herz­in­farkt, an dem sie St­un­den spä­ter starb. Bei der Ob­duk­ti­on zeig­ten sich die ty­pi­schen Ris­se im Herz­mus­kel. Ein Buch­hal­ter, der in sei­nem Alb­traum er­schos­sen wur­de, er­litt ei­nen Herz­still­stand, konn­te je­doch durch die Auf­merk­sam­keit sei­ner Frau ge­ret­tet wer­den. Sie war auf­ge­wacht und hat­te den Not­arzt alar­miert, der ih­rem Mann gera­de noch recht­zei­tig hel­fen konn­te. Alb­träu­me ent­ste­hen vor al­lem in der zwei­ten Nacht­hälf­te, den so­ge­nann­ten REM-Pha­sen. Die­se kön­nen bis zu 45 Mi­nu­ten dau­ern und sind durch schnel­le Au­gen­be­we­gun­gen ge­kenn­zeich­net. Häu­fig tre­ten Alb­träu­me bei Men­schen auf, die et­was Trau­ma­ti­sier­tes er­lebt ha­ben. Wis­sen­schaft­ler ver­mu­ten, das vor al­lem sen­si­ble und krea­ti­ve Men­schen ge­fähr­det sind. Auch Kin­der im Al­ter von vier bis zwölf Jah­ren ha­ben häu­fi­ger Alb­träu­me als an­de­re. „Ver­mut­lich liegt es dar­an, dass sie ei­ne auf­re­gen­de Ent­wick­lungs­pha­se durch­ma­chen, in der sie stän­dig et­was Neu­es ler­nen“, sagt Pro­fes­sor Micha­el Sch­redl vom Zen­tral­in­sti­tut für See­li­sche Ge­sund­heit in Mann­heim. Bri­git­te Holzin­ger, Lei­te­rin des In­sti­tuts für Be­wusst­seins- und Traum­for­schung in Wi­en emp­fiehlt ge­gen Alb­träu­me ei­ne zeit­in­ten­si­ve Me­tho­de, die sich Kl­ar­träu­men nennt. „Beim Kl­ar­träu­men weiß man, dass man träumt, und das man in Traum frei han­deln kann“, sag­te Bri­git­te Holzin­ger. „Be­trof­fe­ne kön­nen al­so di­rekt im Traum ihr ei­ge­nes Alb­traum­ge­sche­hen be­ein­flus­sen.“Durch ver­schie­de­ne Tech­ni­ken kann man das Kl­ar­träu­me er­ler­nen. Be­trof­fe­ne kön­nen sich mehr­mals am Tag fra­gen: „Bin ich wach oder träu­me ich?“Durch häu­fi­ge Wie­der­ho­lun­gen wer­de die Fra­ge zur Ge­wohn­heit, so dass man sie sich schließ­lich auch im Alb­traum stel­len kön­ne.

Ge­gen ge­fähr­li­che Alb­träu­me kann man was tun. Die Traum­for­schung

emp­fiehlt ei­ne zeit­in­ten­si­ve Me­tho­de, die sich Kl­ar­träu

men nennt.

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