Wie Mu­sik uns hei­len kann

Astrowoche - - Einfach Gesund -

Von der Kraft der Mu­sik be­rich­ten schon die grie­chi­schen Sa­gen, Or­pheus konn­te mit sei­nem Ly­ra-Spiel St­ei­ne er­wei­chen. Und in der Bi­bel wird von dem Hir­ten­jun­gen Da­vid er­zählt, der mit sei­nem Har­fen­spiel den mäch­ti­gen Kö­nig Saul von düs­te­ren Gr­ü­be­lei­en be­frei­te. Vor 4200 Jah­ren kom­po­nier­te die su­me­ri­sche Kö­nigs­toch­ter En­che­du­an­na Be­schwö­rungs­ge­sän­ge, um Kran­ke zu hei­len, und im Mit­tel­al­ter soll­te Mu­sik die Re­gu­lie­rung der Kör­per­säf­te op­ti­mie­ren, in de­ren Un­gleich­mä­ßig­kei­ten man die Ur­sa­che von Krank­hei­ten ver­mu­te­te. Heute ha­ben Wis­sen­schaft­ler längst be­gon­nen, die Ma­gie der Mu­sik zu ana­ly­sie­ren und her­aus­ge­fun­den: Wer singt oder mu­si­ziert, fühlt sich nicht nur glück­li­cher, son­dern kann auch ge­heilt wer­den. Der Mu­sik­psy­cho­lo­ge Dr. Karl Ada­mek weiß: „Sin­gen bringt Men­schen in ei­nen op­ti­ma­len geis­ti­gen und see­li­schen Zu­stand, bringt uns in un­se­re Mit­te. Wer im Chor den Gleich­klang der Stim­men hört, fühlt sich ge­bor­gen.“Das Zwerch­fell schwingt, die Ner­ven­leit­ge­schwin­dig­keit wird re­gu­liert, das Glücks­hor­mon Se­ro­to­nin über­flu­tet den Kör­per und löst Ängs­te auf. Die Heil­kraft der Mu­sik wird mitt­ler­wei­le auch in Kli­ni­ken ein­ge­setzt. Der fin­ni­sche Psy­cho­lo­ge Tep­po Sär­kä­mö von der Uni­ver­si­tät Hel­sin­ki führ­te ei­ne zwei­mo­na­ti­ge Stu­die mit Schlag­an­fall­pa­ti­en­ten durch. Die ers­te Grup­pe von Pro­ban­den durf­te zwei Mo­na­te lang „ih­re“Mu­sik hö­ren, die zwei­te Grup­pe griff zu Hör­bü­chern und die drit­te muss­te ganz oh­ne akus­ti­sche Ein­drü­cke vom Band aus­kom­men. Wie sich zeig­te, ver­bes­ser­te der Mu­sik­ge­nuss die Ge­ne­sung der Pa­ti­en­ten deut­lich. Ih­re durch den Schlag­an­fall beeinträchtigte Fä­hig­keit, die Auf­merk­sam­keit auf et­was zu rich­ten so­wie ihr Ge­dächt­nis für Wör­ter er­hol­te sich bes­ser als bei den an­de­ren Grup­pen. Auch Kla­vier­spie­len kann hel­fen, die ver­lo­re­ne Fein­mo­to­rik nach ei­nem Schlag­an­fall wie­der­zu­ge­win­nen. Mu­sik wird oft auch bei Ko­ma­pa­ti­en­ten ein­ge­setzt, mit der Hoff­nung, dass die ver­trau­ten Klän­ge ihr Un­ter­be­wusst­sein be­rüh­ren. Bei De­menz­kran­ken ver­lang­sam­te sich der Pro­zess des Wegdäm­merns mit­hil­fe der Mu­sik­the­ra­pie und er­gab ei­ne Ver­bes­se­rung der Le­bens­qua­li­tät.

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