Raus aus den Schul­den! Wünsch dir Geld!

Der Him­mel ist ri­go­ros. Sie be­kom­men kei­nen Cent mehr, als Sie sich ge­wünscht ha­ben

Astrowoche - - Inhalt -

Der Schau­spie­ler und Best­sel­ler­au­tor Pier­re Franckh be­kam vom Le­ben, was er sich wünsch­te – das Geld, den Er­folg und Traum­frau Michae­la. Aber auch so ein Glücks­kind macht mal Plei­te, wie Pier­re Franckh vor vie­len Jah­ren. Er zeigt uns in die­ser Fol­ge sei­ner Se­rie, wie er ge­lernt hat, fi­nan­zi­el­le Kri­sen zu über­win­den. Mit dem rich­ti­gen Wunsch. Al­ler­dings be­kom­men wir da­bei nur das Geld, das uns zu­steht

Vor vie­len Jah­ren, nach un­se­rem Ki­no­film »Und das ist erst der An­fang«, wa­ren wir fast plei­te. Wir hat­ten un­ser ge­sam­tes Geld in un­se­re ei­ge­ne Pro­duk­ti­ons­fir­ma ge­steckt. Ob­wohl der Film er­staun­lich gut an­kam, spiel­te er nicht gen­ü­gend Geld ein. Da­rüber hin­aus hat­ten Michae­la und ich auf ei­nen Groß­teil un­se­rer Ga­gen ver­zich­tet, da­mit sie dem Film zu­gu­te ka­men.

Nach dem Aus­schöp­fen al­ler fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten muss­ten wir un­se­re Fir­ma schließ­lich schlie­ßen und wuss­ten nicht, wie un­se­re Zu­kunft aus­se­hen wür­de. Man könn­te es auch et­was dras­ti­scher for­mu­lie­ren: Wir hat­ten al­les ver­lo­ren und stan­den vor ei­nem ri­go­ro­sen Neu­an­fang. Michae­la lächel­te nur. Und wenn Michae­la lächelt, kann man ihr nichts auf der Welt ab­schla­gen. Ich je­den­falls nicht. Wenn Michae­la lächelt, lächelt ih­re See­le und man weiß, al­les wird gut. Die ein­zi­ge Lö­sung, die für sie in Fra­ge kam, war, ei­nen Wunsch mit Er­folgs­ga­ran­tie beim Uni­ver­sum ab­zu­ge­ben. Michae­la tat dies schon seit ih­rem elf­ten Le­bens­jahr und das Wun­der­ba­re an ihr ist, dass es nur we­nig gibt, was sie er­schre­cken könn­te. Wie viel Geld brauch­te ich? Wie lan­ge wür­den wir da­von le­ben müs­sen? Was wä­re ei­ne schö­ne Zahl? Bald kam ich auf ei­ne Sum­me um die 80.000 Mark. Ein wirk­lich schö­ne Zahl aber wä­re 77.777 Mark. Ei­ni­ge Wo­chen spä­ter wa­ren wir bei­de in Düs­sel­dorf zur UnescoGa­la ein­ge­la­den, um dort für ei­nen gu­ten Zweck Lo­se zu ver­kau­fen. Wie je­des Mal kauf­ten wir uns sel­ber auch ein paar. Al­le Prei­se wa­ren be­reits ge­zo­gen und an glück­li­che Ge­win­ner ver­teilt wor­den, bis auf ei­nen: den Haupt­ge­winn, ei­nen Ja­gu­ar. Plötz­lich, in der glei­chen Se­kun­de, als das rie­si­ge Los­rad sich zum letz­ten Mal zu dre­hen be­gann, wuss­te ich, das ist der Mo­ment, in dem sich mein Wunsch ma­te­ria­li­siert. Und den­noch war ich, als Kai Pflau­me, der Mo­de­ra­tor des Abends, mei­ne Los­num­mer auf­rief, ge­nau­so fas­sungs­los wie Michae­la. Aber kein Zwei­fel, ich hat­te den Haupt­preis des Abends ge­zo­gen, ei­nen Ja­gu­ar im Wert von 111.000 DM. Ein re­nom­mier­tes Au­to­haus über­nahm den Ver­kauf und setz­te den Preis auf 104.000 DM an. Ei­ne Wo­che ver­ging, ei­ne zwei­te und noch ei­ne. Der Wa­gen wur­de nicht ver­kauft. Nach drei Wo­chen senk­ten wir den Preis auf 99.000 DM. Das Au­to­haus war nicht be­geis­tert. Ei­ne Wo­che ver­ging, ei­ne zwei­te, der Wa­gen wur­de nicht ver­kauft. Nach lan­gen Kämp­fen wur­de der Preis aber­mals ge­senkt, auf 88.000. Ver­ge­bens. Michae­la und ich ver­stan­den die Welt nicht mehr. Das ge­wünsch­te Geld war prak­tisch vor un­se­ren Au­gen, aber es schien kei­nen Weg zu ge­ben, wie es zu uns fin­den konn­te. Da fiel es uns wie Schup­pen von den Au­gen. Der Be­trag, um den ich ge­be­ten hat­te, war 77.777. Hek­tisch rief ich bei dem Au­to­haus an, aber dort zeig­te man sich über­haupt nicht be­geis­tert. Erst als ich ve­he­ment dar­auf be­stand, den ver­ein­bar­ten Preis am Wa­gen zu kenn­zeich­nen, ließ man sich dar­auf ein. Vi­el­leicht auch nur, um mich end­lich los­zu­wer­den. Kei­ne zwei St­un­den spä­ter er­folg­te der An­ruf. Man hat­te den Wa­gen zu die­sem Preis so­fort ver­kauft. Hät­te ich auch mehr als die 77.777 er­hal­ten? Mit die­sem Geld ka­men wir bei­de näm­lich pri­ma über die Run­den. Wahr­schein­lich war es ge­nau der rich­ti­ge Be­trag, der mir zu­stand. Hät­te ich mir da­mals mei­nen Wunsch auf­ge­schrie­ben, so hät­te ich mir ei­ni­ges Kopf­zer­bre­chen und ei­ni­ge Wo­chen War­ten er­spart. Auf je­den Fall ha­ben wir durch das No­tie­ren un­se­res Wun­sches ei­nen Be­weis, dass un­se­re klei­ne Wunsch­fa­brik funk­tio­niert und kein Hirn­ge­spinst ist.

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