Der Zu­fall kam mir gleich zwei­mal zu Hil­fe

Astrowoche - - Magische Geschichten - Dag­mar T. aus Worms

Zwei Freun­din­nen hat­te ich in der Schu­le, Michae­la und Tan­ja. Ich moch­te bei­de gleich gern, zwi­schen ih­nen aber pass­te die Che­mie nicht so ganz. Mit viel gu­tem Wil­len ha­ben wir es aber trotz­dem hin­be­kom­men, dass ich mit bei­den be­freun­det sein konn­te. Aus­ge­rech­net bei der Abi­fei­er pas­sier­te dann aber et­was Selt­sa­mes: Als ich Michae­la traf, sah sie mich wü­tend an und sag­te, ich sol­le sie nur in Ru­he las­sen, den gan­zen Abend über ließ sie mich ab­blit­zen. Auf mei­ne An­ru­fe am nächs­ten Tag re­agier­te sie nicht. Als ich sie zu Hau­se be­su­chen woll­te, kam ih­re Mut­ter an die Tür, mit Be­dau­ern in der Stim­me mein­te sie, sie wüss­te zwar nicht, was vor­ge­fal­len sei, aber es wä­re bes­ser, ich wür­de erst­mal ein we­nig Zeit ver­strei­chen las­sen. Da Michae­la kurz da­nach zu ei­nem lan­gen Aus­lands­prak­ti­kum auf­brach und sich nicht mehr mel­de­te, ließ ich es dann sein. Der Kon­takt mit Tan­ja hielt da­ge­gen wei­ter. Dann vor ei­nem hal­ben Jahr pas­sier­te das Un­glaub­li­che: Ich traf Michae­la in ei­nem Mö­bel­markt in der nächs­ten Stadt. Wir er­kann­ten uns so­fort, auch wenn wir na­tür­lich äl­ter ge­wor­den wa­ren. Ver­le­gen grüß­ten wir uns, tausch­ten uns ein we­nig aus, und ge­ra­de als ich frag­te, ob wir uns nicht mal tref­fen könn­ten, hat­te es Michae­la ei­lig und ließ mich mit ei­nem un­ver­bind­li­chen „Ja, war­um nicht“ste­hen. Ich wuss­te zwar, wo ich sie hät­te er­rei­chen kön­nen, doch so mu­tig war ich nicht. Ei­ne Wo­che spä­ter ge­rie­ten mein Mann und ich mit dem Au­to in ei­nen Stau, al­les stand. Vor Lan- ge­wei­le blick­te ich in den Wa­gen auf der Spur ne­ben uns – und da saß doch tat­säch­lich Michae­la am Steu­er. Die­ser Zu­fall war so groß, dass sie von selbst mein­te, jetzt soll­ten wir uns wirk­lich ein­mal tref­fen. Das ge­schah auch, end­lich spra­chen wir uns aus. Es stell­te sich her­aus, dass die ei­fer­süch­ti­ge Tan­ja ein fal­sches Spiel ge­trie­ben hat­te. Sie er­zähl­te Michae­la da­mals, dass ich hin­ter ih­rem Rü­cken schlecht über sie sprach. Noch da­zu sei ich der Grund da­für ge­we­sen, war­um ihr da­ma­li­ger Freund sich von ihr ge­trennt hat­te, da­für er­fand sie dann auch ein paar fa­den­schei­ni­ge In­di­zi­en. Den Kon­takt mit Tan­ja ha­be ich dar­auf­hin so­fort be­en­det, mit Michae­la ver­bin­det mich seit­dem ei­ne wun­der­ba­re Freund­schaft.

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