Die­se Ma­gie lässt Wun­der ge­sche­hen!

Nie­mals die Ner­ven ver­lie­ren, dann klappt wirk­lich al­les

Astrowoche - - Vorderseite - Le­sen Sie nächs­te Wo­che: Der Kos­mos lie­fert auf über­ra­schen­den We­gen

Wenn et­was im All­tag Pro­ble­me macht, dann wünscht sich Pier­re Franckh ein­fach die bes­te Lö­sung. Und bis­her hat es beim Schau­spie­ler und Best­sel­ler­au­tor auch im­mer ge­klappt – beim Parkt­platz, den er nicht fand. Bei fi­nan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten und mitt­le­ren Wet­ter­ka­ta­stro­phen. Pier­re Franckh be­kam ein­fach al­les, das Geld, den ein­ma­li­gen Er­folg, die Traum­frau. In die­ser Fol­ge sei­ner Se­rie er­klärt er uns am ei­ge­nen Bei­spiel, was beim Wün­schen be­son­ders wich­tig ist: ge­las­sen blei­ben und ver­trau­en.

Er­folg­reich wün­schen geht in al­len Si­tua­tio­nen. Und na­tür­lich be­son­ders dann, wenn es ge­ra­de nicht so son­der­lich gut im Le­ben läuft. So er­ging es mir zum Bei­spiel am Ams­ter­da­mer Flug­ha­fen. Der ge­wal­ti­ge Schnee­ein­bruch war für vie­le völ­lig un­er­war­tet ge­kom­men und hat­te den ge­sam­ten Flug­ha­fen lahm ge­legt. Wäh­rend meh­re­rer St­un­den ge­dul­di­gen War­tens hat­te das Schnee­trei­ben so hef­tig zu­ge­nom­men, dass der ge­sam­te Flug­ha­fen schließ­lich für die Nacht ge­sperrt wur­de. Die La­ge war hoff­nungs­los. Ge­trän­ke wur­den aus­ge­ge­ben so­wie De­cken und Kis­sen für die Nacht. Un­zäh­li­ge Men­schen wa­ren wü­tend, über­mü­det und strit­ten. Kei­ner wuss­te Be­scheid. Al­le irr­ten hilf­los um­her. Mir er­ging es zu­n­ächst ganz ähn­lich. Auch ich ließ mich von der Hek­tik an­ste­cken. Am nächs­ten Tag hat­te ich schließ­lich wich­ti­ge Termine, die ich nun nicht ein­hal­ten konn­te. Ich be­gann in mei­ner di­cken Ja­cke zu schwit­zen und ver­lor mich in ziel­lo­sen Ak­tio­nen. Plötz­lich je­doch er­in­ner­te ich mich wie­der an er­folg­reich wün­schen. Was nicht zu än­dern ist, ist nicht zu än­dern. „Ge­nie­ße das Le­ben je­den Mo­ment, be­hal­te dei­ne gu­te Lau­ne und be­stell dir ein­fach im­mer die bes­te Lö­sung.“Dies galt doch ge­nau­so auch für die­se Nacht. Mei­ne Be­stel­lung war ganz ein­fach und lau­te­te: „Ich ha­be für heu­te Nacht ein wun­der­schö­nes und ru­hi­ges Ho­tel­zim­mer und er­hal­te die bes­te Mög­lich­keit, zu­rück nach Mün­chen zu kom­men. Ich bin jetzt of­fen und be­reit für die­se In­for­ma­tio­nen.“ Ob­wohl das Flug­ha­fen­ho­tel we­gen Über­fül­lung ge­schlos­sen wur­de und eben­so die an­gren­zen­den Ho­tels, wur­de ich im­mer ru­hi­ger. Men­schen wa­ren ver­zwei­felt, Kin­der wein­ten, die La­ge schien mit je­der Mi­nu­te, die ver­strich, im­mer hoff­nungs­lo­ser zu wer­den. Ich be­kam Hun­ger, streun­te um­her, lehn­te mit ei­nem Be­cher Kaf­fee an ei­nen Tre­sen und be­ob­ach­te­te all die gan­zen hek­ti­schen Men­schen­mas­sen. Plötz­lich klapp­te ein Schild um, ei­ne Glas­schei­be wur­de zur Sei­te ge­zo­gen und ei­ne Frau­en­stim­me frag­te mich, wo­hin ich möch­te?

Ich hat­te an ei­nem Fahr­kar­ten­schal­ter ge­lehnt! „Nach Mün­chen“, ant­wor­te­te ich ver­dutzt. „7.03, ein­mal um­stei­gen“, sag­te die Da­me und be­vor ich über­haupt et­was er­wi­dern konn­te, schob sie mir ein Zug­ti­cket herüber. „Sie kön­nen mor­gen früh von hier fah­ren oder vom Cen­tral­bahn­hof Ams­ter­dam.“Oh­ne lan­ge zu über­le­gen kauf­te ich das Ti­cket, und als ich mich um­dreh­te, stand hin­ter mir ei­ne end­los lan­ge Schlan­ge.

Da ich nicht wuss­te, was ich bis sie­ben Uhr früh mach­te soll­te, spa­zier­te ich um­her und oh­ne wirk­li­che Ab­sicht ging ich ins Un­ter­ge­schoss. Dort stand ein Nah­ver­kehrs­zug nach Ams­ter­dam Cen­tral­bahn­hof. Ich stieg ein. In der glei­chen Se­kun­de fuhr er ab. Der Schaff­ner frag­te mich, wo ich denn über­nach­ten wür­de, und emp­fahl mir un­ge­fragt ein Ho­tel zehn Mi­nu­ten vom Bahn­hof ent­fernt in ei­ner Sei­ten­gas­se, da al­le an­de­ren durch den Schnee­fall be­stimmt aus­ge­bucht sei­en.

Am Bahn­hof stan­den drei­ßig bis vier­zig Men­schen um ein Ta­xi und be­schimpf­ten sich, aus zwei Bahn­hofs­ho­tels sah ich Rei­sen­de, die ab­ge­wie­sen wor­den wa­ren, mit schwe­rem Ge­päck und su­chen­dem Blick her­aus­kom­men. Ich stapf­te see­len­ru­hig den emp­foh­le­nen Weg, fand das Ho­tel und be­kam das letz­te Zim­mer. Das al­ler­letz­te an die­sem Abend. Ein wun­der­schö­nes, gro­ßes und ru­hi­ges Zim­mer. Ich be­stell­te mir et­was zum Es­sen und als krö­nen­den Ab­schluss auf den ge­lun­ge­nen Abend so­gar ein Glas Cham­pa­gner.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.