Mein Freund Achim hat mir das Le­ben ge­ret­tet

Astrowoche - - Magische Geschichten - Micha­el S. aus Nürn­berg

Ich weiß, was ich zu er­zäh­len ha­be, klingt merk­wür­dig, und wenn es mir nicht selbst pas­siert wä­re, wür­de ich es auch nicht glau­ben. Ich bin in ei­ner net­ten Rei­hen­haus­sied­lung auf­ge­wach­sen, in der Nä­he ein Bag­ger­see. Als ich elf war, zog drei Häu­ser wei­ter Achim mit sei­ner Fa­mi­lie ein. Wir wa­ren et­wa gleich alt und nach kur­zer Zeit schon un­zer­trenn­lich. Im Som­mer ver­brach­ten wir je­den Nach­mit­tag am Bag­ger­see mit Schwim­men und Ball spie­len, als wir äl­ter wur­den, ha­ben wir an den Aben­den dort auch ge­grillt und am La­ger­feu­er ge­ses­sen. Kaum war Achim dann voll­jäh­rig ge­wor­den, hat­te er auch schon den Füh­rer­schein und ein Au­to, lei­der war er ein drauf­gän­ge­ri­scher Fah­rer und kam in jun­gen Jah­ren bei ei­nem Unfall ums Le­ben. Das hat mich na­tür­lich hart ge­trof­fen, ich hat­te lan­ge dar­an zu knab­bern. Jah­re spä­ter, ich hat­te längst ei­ne ei­ge­ne Woh­nung, be­such­te ich mei­ne El­tern übers Wo­che­n­en­de. Es war schö­nes Wet­ter und so mach­te ich mich wie­der ein­mal mit mei­nen Ba­de­sa­chen auf den Weg zum Bag­ger­see. Ich stürz­te mich in die küh­len Flu­ten und ge­noss das Schwim­men so sehr, dass mir gar nicht auf­fiel, dass dunk­le Wol­ken am Him­mel auf­ge­zo­gen wa­ren. Plötz­lich sah ich Achim vor mir, ich hör­te ihn sa­gen: „Geh aus dem Was­ser. Geh!“Ich war so ver­dat­tert, dass ich tat­säch­lich so­fort ans Ufer schwamm. Die ers­ten Trop­fen fie­len, es don­ner­te so laut, dass ich zu­sam­men­fuhr und dann ha­be ich es über dem Bag­ger­see blit­zen se­hen – ge­nau an der Stel­le, wo ich ge­schwom­men war. Ich glau­be fest dar­an, dass mein Kum­pel Achim mir mein Le­ben ge­ret­tet hat.

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