Meine The­ra­pie für Sie

Astrowoche - - Das Titelthema Der Woche - ERICH BAU­ER:

Iin In­di­en exis­tier­te noch bis vor 200 Jah­ren ei­ne Tra­di­ti­on, die der Wes­ten ei­gent­lich im­mer nur be­lä­chel­te, wenn er sie nicht gleich in ei­ne Schmud­del­ecke ab­ge­tan hat. Ge­meint ist ei­ne Lie­bes­kunst mit dem Na­men Tan­tra. Die meis­ten Men­schen sto­ßen heut­zu­ta­ge auf die­se Tra­di­ti­on, weil sie ir­gend­wo und ir­gend­wann ein Bild ei­nes in­di­schen Paa­res in ek­sta­ti­schen Lie­bes­po­sen zu se­hen be­kom­men. In Wirk­lich­keit war es Ziel die­ser Me­di­ta­tio­nen, kör­per­li­che Lie­be in geis­ti­ge zu trans­for­mie­ren. Ei­ne häu­fi­ge Me­tho­de be­stand dar­in, dass sich Mann und Frau nackt ge­gen­über sa­ßen, sich zwar an­se­hen, aber nicht be­rüh­ren durf­ten. Die­se Me­tho­de lässt sich auch al­lein durch­zu­füh­ren und ist sehr hilf­reich ist, um sich sel­ber in ei­nen hö­he­ren Zu­stand der Lie­be zu ver­set­zen, die rein kör­per­li­che Lie­be durch ei­ne geis­ti­ge zu er­gän­zen. Für die­se Übung sind ge­ra­de jetzt, wo die Ve­nus den Abend­him­mel mit ih­rem Licht be­glückt, be­son­ders güns­tig Vor­aus­set­zun­gen. Füh­ren Sie die­se Übung am Abend gleich nach Son­nen­un­ter­gang aus. Was sie brau­chen ist ein ru­hi­ger Raum und ein Spie­gel, der min­des­tens Ih­re hal­be Kör­per­grö­ße wi­der­spie­geln kann. Noch bes­ser ist ein Ganz­kör­per­spie­gel. Stel­len Sie die­sen Spie­gel an ei­ne Wand, zün- den Sie Ker­zen an und set­zen Sie sich dann da­vor. Wenn Sie möch­ten, kön­nen Sie ei­ne lei­se Mu­sik da­zu ab­spie­len. Dann be­gin­nen Sie sich zu be­trach­ten. Be­gin­nen Sie mit Ih­rem Ge­sicht, be­trach­ten Sie al­les ganz genau, Ih­re Au­gen, Ih­re Na­se, Ih­re Lip­pen, Ihr Kinn. Wich­tig ist, dass Sie sich mit Lie­be be­geg­nen und sich vor­stel­len, wie die­se Gestalt, die vor Ih­nen sitzt und ihr Spie­gel­bild ist, von Ih­rer Lie­be er­fasst wird. Schau­en Sie sich dann auch Ih­ren üb­ri­gen Kör­per ganz genau an und las­sen ihm Ih­re Lie­be zu­kom­men. Stel­len Sie sich vor, ei­ne geis­ti­ge Lie­be wür­de durch die­ses Spie­gel­bild strö­men. Sie wer­den mit der Zeit fest­stel­len, dass die­se Lie­be Ihr Spie­gel­bild ver­än­dert: es wird fei­ner, emp­fäng­li­cher, wie von ei­ner hö­he­ren Kraft be­seelt. Blei­ben Sie so min­des­tens 30 Mi­nu­ten lang sit­zen. Dann kön­nen Sie sich auf Ihr Bett oder ein So­fa lie­gen und tief ent­span­nen. Schlie­ßen Sie da­bei die Au­gen und las­sen Sie Ihr Spie­gel­bild vor Ih­rem in­ne­ren Au­ge wei­ter er­schei­nen. Wenn Sie die­se Übung in die­ser Wo­che durch­füh­ren, wer­den Sie ei­ne wundersame Ve­rän­de­rung in sich be­mer­ken: Sie wer­den zu­frie­den und glück­li­cher, und Sie be­gin­nen, auch an­de­ren Men­schen mehr Lie­be ent­ge­gen­zu­brin­gen.

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