Kann man mit Ver­stor­be­nen spre­chen?

In die­ser Wo­che be­tritt die Son­ne das Zei­chen Skor­pi­on. Da­mit wird das all­ge­mei­ne Kli­ma ein we­nig erns­ter, man be­schäf­tigt sich mit den exis­ten­zi­el­len The­men des Le­bens. Nicht um­sonst gibt es im Mo­nat No­vem­ber so vie­le Fei­er­ta­ge, die dem Ge­den­ken de­rer ge

Astrowoche - - Inhalt -

Sa­gen zu­min­dest die Zweif­ler. Und man kann sie durch­aus ver­ste­hen. Es lässt sich lei­der nur schlecht be­wei­sen, wenn es zu ei­nem Kon­takt kommt, meist sind die Men­schen al­lein, wenn sie so ein Er­leb­nis ha­ben und man kann die Be­ge­ben­heit nicht be­lie­big wie­der­ho­len, schließ­lich pas­siert das ziem­lich über­ra­schend – und das be­deu­tet nach rein wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en, dass so et­was gar nicht mög­lich sein kann. Spielt ei­nem al­so die Ein­bil­dung ei­nen Streich, wünscht man sich so sehr, noch ein­mal Kon­takt mit dem ge­lieb­ten Ver­stor­be­nen zu ha­ben, ein Zei­chen zu be­kom­men, dass man die Bot­schaft im Traum oder in der Vi­si­on selbst er­zeugt hat? Ist es das Un­ter­be­wusst­sein, das ei­nem sug­ge­riert, die­sen Rat hät­te ei­nem der Ver­stor­be­ne ge­ge­ben, wä­re er noch am Le­ben? Ei­ne gu­te Fra­ge. Kein Wun­der, dass die meis­ten Men­schen, die von so ei­nem Er­leb­nis be­rich­ten, trot­zig hin­ter­her­schie­ben: „Ich weiß für mich, dass es so ge­we­sen ist, es braucht ja kei­ner zu glau­ben“, wohl wis­send, dass man sie dar­auf­hin schief an­schau­en oder für ver­rückt hal­ten könn­te. Im­mer­hin, ei­ner Un­ter­su­chung zu­fol­ge glau­ben 43 Pro­zent al­ler Deut­schen an ein Le­ben nach dem To­de und gan­ze 52 Pro­zent an ein Wei­ter­le­ben der See­le, in an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern oder in der USA fal­len die Er­geb­nis­se ähn­lich aus. Wenn al­so so vie­le Men­schen da­von über­zeugt sind, dass mit dem Tod noch nicht al­les aus ist, ob­wohl da­für eben­falls ein wis­sen­schaft­li­cher Be­weis fehlt, war­um soll­te man dann nicht auch Kon­takt zu ei­nem Ver­stor­be­nen auf­neh­men kön­nen? Am En­de ist es wie­der ein­mal ei­ne Sa­che des Glau­bens, der ei­ge­nen Über­zeu­gung. Wer für so et­was auf­ge­schlos­sen ist, wird sich leich­ter da­mit tun, Si­gna­le zu er­ken­nen oder Bot­schaf­ten zu emp­fan­gen. Na­tür­lich läuft man da­durch auch Ge­fahr, in sei­ner Ver­zweif­lung et­was zu se­hen, was vi­el­leicht gar nicht da ist. Aber wä­re es wirk­lich das Schlimms­te für ei­nen trau­ern­den Men­schen in sei­ner dun­kels­ten St­un­de, wenn er das Ge­fühl hat, er hät­te ein Zei­chen vom Ver­stor­be­nen er­hal­ten? Muss man wirk­lich al­les wis­sen­schaft­lich er­klä­ren kön­nen, da­mit es wahr ist? Die Ant­wort dar­auf kann sich je­der selbst ge­ben.

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