Die ganz gro­ße Sehn­sucht nach Ru­he

Astrowoche - - Einfach Gesund -

Weil man von ei­ner Se­kun­de auf die an­de­re so gut wie taub ist, spre­chen die Me­di­zi­ner von ei­nem „Hör­sturz“. Es han­delt sich um ei­ne Er­kran­kung, die seit ei­ni­ger Zeit stark zu­nimmt. Bei zwei von drei Be­trof­fe­nen ist das Lei­den psy­cho­so­ma­tisch be­dingt. Die Haupt­ur­sa­chen lie­gen im stres­si­gen Be­rufs­le­ben. Den klas­si­schen Hör­sturz nennt man idio­pa­thisch. So be­zeich­nen Me­di­zi­ner et­was, des­sen ei­gent­li­che Ur­sa­chen sie nicht ken­nen. In sel­te­nen Fäl­len ist es beim Hör­sturz mög­lich, dass ein Hirn­tu­mor die Durch­blu­tung des In­nen­ohrs stört. Bei jun­gen Frau­en kann ein Hör­sturz auch das ers­te Sym­ptom ei­ner Mul­ti­plen Sk­le­ro­se sein. For­scher der Uni­ver­si­tät Ber­ke­ley nen­nen fol­gen­de Um­stän­de, die vor al­lem bei Män­nern zum Hör­sturz füh­ren kön­nen: Man hat re­gel­mä­ßig ei­ne ex­trem lan­ge Ar­beits­zeit, macht na­he­zu je­den Tag Über­stun­den. Man trägt viel Ver­ant­wor­tung, muss sich im Be­ruf pau­sen­los kon­zen­trie­ren. Man kann nicht ab­schal­ten, denkt auch in der Frei­zeit un­auf­hör­lich an be­ruf­li­che Pro­ble­me. Ei­nes Ta­ges taucht dann im Be­wusst­sein des Be­trof­fe­nen der drin­gen­de Wunsch nach Ru­he auf. Der Hör­sturz, der häu­fig bald dar­auf ein­tritt, ist ei­ne Art Streik im In­nen­ohr. Der Pa­ti­ent muss schnells­tens ärzt­li­che Hil­fe in An­spruch neh­men. Auch bei sorg­fäl­tigs­ter Be­hand­lung bil­det sich die Taub­heit je­doch nur sehr lang­sam zu­rück. Psy­cho­so­ma­tisch be­las­te­te Pa­ti­en­ten, die ih­re Ar­beits­wei­se nicht än­dern, sind nach dem Hör­sturz sehr stark vom Rück­fall be­droht.

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