Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Ein Zu­fall eb­ne­te mir den Weg in ein neu­es Le­ben.

Astrowoche - - Inhalt -

Ich war gan­ze 18 Jah­re ver­hei­ra­tet, dann fing Rai­ner ei­ne Af­fä­re an, die das En­de un­se­rer Ehe be­deu­te­te. Da ich bis da­hin in sei­ner Fir­ma die Buch­hal­tung ge­macht hat­te, muss­te ich mir im rei­fen Al­ter von 43 ei­nen neu­en Job su­chen, am bes­ten ganz­tags, da­mit die Fi­nan­zen stimm­ten. Lei­der war das nicht so ein­fach, ich hat­te zwar ei­ne kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung, konn­te aber au­ßer der Tä­tig­keit bei mei­nem Exmann nur we­nig Be­rufs­er­fah­rung vor­wei­sen. Über 70 Be­wer­bun­gen hat­te ich ver­schickt, auf die ich ent­we­der gar kei­ne Ant­wort oder nur Ab­sa­gen be­kam. End­lich kam dann ei­ne Ein­la­dung zu ei­nem Vor­stel­lungs­ge­spräch. Das muss­te zwar noch nichts hei­ßen, aber im­mer­hin be­kam ich ei­ne Chan­ce. Es war Win­ter und ich fuhr mit dem Bus zu der Fir­ma, wo ich mich vor­stel­len soll­te. Als ich an der Bus­hal­te­stel­le aus­stieg, be­ob­ach­te­te ich, wie ein Mann sein Au­to park­te und beim Aus­stei­gen im Schnee­matsch aus­rutsch­te und hin­fiel. Al­le an­de­ren Pas­san­ten gin­gen ein­fach ih­rer We­ge, das tat mir in der See­le weh. Ich lief hin und beug­te mich über den Mann, der lei­chen­blass war und frag­te ihn, ob er sich was ge­bro­chen hät­te. Ver­letzt war er an­schei­nend nicht, er hat­te nur ei­nen Schock, ich stütz­te ihn, bis er von selbst wie­der auf­ste­hen konn­te. Et­was be­nom­men be­dank­te er sich und lief dann vor­sich­tig auf die an­de­re Stra­ßen­sei­te. Ich setz­te mei­nen Weg zu der Fir­ma fort, wo ich ei­ne hal­be St­un­de war­ten muss­te – mein Mut sank, ei­ne aus­sichts­rei­che Kan­di­da­tin wür­de man ja nicht so­lan­ge war­ten las­sen. Man führ­te mich zu dem Zim­mer, wo der Chef der Per­so­nal­ab­tei­lung auf mich war­te­te – und das war zu mei­ner gro­ßen Über­ra­schung der Mann, dem ich nach sei­nem Sturz ge­hol­fen hat­te. Was soll ich sa­gen: Ich be­kam die Stel­le, sol­che zu­pa­cken­den Leu­te könn­te man brau­chen, hieß es. Ich ar­bei­te heu­te noch dort und ha­be hier auch mei­nen jet­zi­gen Mann ken­nen­ge­lernt.

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