All­gei­ers Astro­wis­sen.

Ler­nen Sie mit Micha­el All­gei­er die Astro­lo­gie ken­nen.

Astrowoche - - Inhalt - von Micha­el All­gei­er

Am En­de des Le­bens ein­sam und ver­las­sen zu sein, ist furcht­bar und un­end­lich trau­rig. Der Alb­traum, vor dem sich vie­le Men­schen fürch­ten. Nicht ganz so schlimm mag das für Men­schen sein, die wirk­lich ge­liebt ha­ben, die die gro­ße Lie­be hat­ten und ha­ben, da der Mensch, der frü­her ge­hen muss­te, nach wie vor stark mit ih­nen ver­bun­den ist, in ih­rem Her­zen wei­ter­lebt. Das ist die wah­re Lie­be, die kei­ne Gren­zen kennt, nicht ein­mal den Tod. Was lehrt uns die Astro­lo­gie? Sie sagt uns, dass es so et­was wie den Ani­mus bzw. die Ani­ma oder sa­gen wir ein­fach den See­len­part­ner wirk­lich gibt. Die Lie­be kommt un­er­war­tet, be­merk­te einst der gro­ße Dich­ter und Schrift­stel­ler Her­mann Hes­se. Sie kommt meist dann, wenn man sie nicht sucht und nicht auf sie war­tet. Ge­nau­so un­er­war­tet und über­ra­schend kann sie sich al­ler­dings auch wie­der „aus dem Staub ma­chen“. Ja, die Lie­be ist un­be­re­chen­bar, sie ist nicht mess­bar, nicht ra­tio­nal greif­bar, nicht fest­zu­hal­ten und folgt ih­ren völ­lig ei­ge­nen Ge­set­zen. Die­se Er­kennt­nis ha­ben wohl fast al­le Men­schen ge­mein, die sich in ih­rem Le­ben mit dem The­ma Lie­be ein­ge­hen­der be­fasst ha­ben. Ob­wohl wir das wis­sen, nei­gen wir doch da­zu, sie im­mer wie­der fest­hal­ten zu wol­len, und die meis­ten un­ter uns muss­ten schon schmerz­lich er­fah­ren, wie un­mög­lich das ist. Die Lie­be ist ih­rer Na­tur nach frei­wil­lig und kann auch durch größ­te Be­mü­hun­gen nicht er­zwun­gen wer­den. Vie­le Men­schen, die des SingleDa­seins über­drüs­sig sind, wen­den sich ver­zwei­felt an Astro­lo­gen mit der Fra­ge: Wann kommt er (sie) end­lich? Zwie­lich­ti­ge Wahr­sa­ger ha­ben dar­auf na­tür­lich oft­mals schnell ei­ne Ant­wort, schließ­lich wol­len sie ih­ren Kun­den zu­frie­den stel­len: „In zwei Mo­na­ten taucht ein gro­ßer Mann mit schwar­zen Haa­ren auf ...“. Schön, wenn man mit so ei­ner Hoff­nung le­ben kann, die be­kann­ter­ma­ßen im­mer zu­letzt stirbt. Wirk­lich wei­ter­ge­hol­fen ist da­mit je­doch nicht. Ein ernst­haf­ter Astro­lo­ge be­schränkt sich dar­auf zu sa­gen: In die­ser oder je­ner Zeit ha­ben Sie ei­nen gu­ten Ein­fluss auf Ihr Lie­be­so­der Part­ner­haus. Sie ha­ben dann zu­min­dest bes­se­re Lie­bes­chan­cen als sonst, vor­aus­ge­setzt Sie ge­ben Ih­rem Glück ei­ne Chan­ce und ver­krie­chen sich nicht zu Hau­se. Das ist zu­min­dest kor­rekt. Noch bes­ser wä­re es, wür­de der Astro­lo­ge sei­nen Kli­en­ten auf sei­ne Be­zie­hungs­fä­hig­keit hin „un­ter­su­chen“und erst ein­mal ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, war­um z. B. sein Kli­ent so vie­le Jah­re al­lei­ne war. Im­mer wird man den Grund da­für im Men­schen selbst fin­den und nicht un­be­dingt dar­in, dass er nie­man­den ge­fun­den hät­te. Man­che Men­schen et­wa ge­ben vor, sich ei­nen Part­ner zu wün­schen, wol­len aber gleich­zei­tig über­haupt kei­ne Ab­stri­che ma­chen, was das ei­ge­ne Le­ben und die ei­ge­ne Frei­heit be­trifft. Im Grun­de ge­nom­men sind sie sich selbst un­si­cher, ob sie über­haupt ei­ne Bin­dung wol­len. Aber man könn­te ja mal den Astro­lo­gen fra­gen, ob da was kommt … Ein halb­her­zi­ger Wunsch wird nie­mals ei­ne bahn­bre­chen­de Kraft ha­ben, sprich zu ei­ner gro­ßen Be­geg­nung und Lie­be füh­ren, für die man im Zwei­fels­fall ja auch nicht wirk­lich of­fen wä­re. Nicht sel­ten hat­te ich in Be­ra­tun­gen schon Men­schen, die vor­ga­ben, im­mer nur an Ge­bun­de­ne zu ge­ra­ten. Au­gen­schein­lich lit­ten sie dar­un­ter. Was nach nä­he­rem Hin­schau­en wirk­lich da­hin­ter­steck­te war dann aber die un­be­wuss­te Angst, sich auf je­man­den ganz ein­zu­las­sen. Ein Ge­bun­de­ner kann ei­nem nun ein­mal nicht zu sehr auf die Pel­le rü­cken, da er noch

an­de­re Ver­pflich­tun­gen hat und ge­nug da­mit zu tun hat, je­dem da­bei ge­recht zu wer­den. Auch die „Ge­bun­de­nen“sind haus­ge­macht und kein bö­ses Spiel des Schick­sals. Hin­ter der Angst vor zu viel Nä­he ste­cken as­tro­lo­gisch ge­se­hen oft star­ke ura­ni­sche An­la­gen (Ura­nus, Pla­net der Frei­heit und Un­ab­hän­gig­keit) oder ir­gend­wel­che sa­tur­ni­schen Pro­ble­me aus der Kind­heit, die bis in die Ge­gen­wart mit­ge­schleppt und nie­mals be­wusst ge­macht wur­den. Men­schen ver­su­chen sich im­mer wie­der selbst zu über­lis­ten und sich hin­ter ih­ren Pro­ble­men zu ver­ste­cken. Ein gu­ter Astro­lo­ge muss das er­ken­nen und darf sei­nem Kli­en­ten nicht das „Blaue vom Him­mel“ver­spre­chen, nur um ein viel­leicht po­si­ti­ves ober­fläch­li­ches Feed­back zu be­kom­men. So ei­ne Hal­tung scha­det der Astro­lo­gie und be­deu­tet für den Kli­en­ten raus­ge­schmis­se­nes Geld, was die Be­ra­tung be­trifft. Letzt­lich hilft nur die Wahr­heit wei­ter und an­schlie­ßend die Be­reit­schaft, an sei­nen per­sön­li­chen Pro­ble­men und Hemm­nis­sen zu ar­bei­ten. Denn ei­nes steht fest: Für je­den Topf fin­det sich ein De­ckel. Wer der Astro­lo­gie kun­dig ist, muss in letz­ter Kon­se­quenz so­gar zu dem Schluss kom­men, dass die Chan­cen, ei­nen Part­ner zu fin­den, mit dem man glück­lich ist, fast schon ge­recht un­ter den Men­schen ver­teilt sind. Si­cher­lich hat ei­ne sehr at­trak­ti­ve und jün­ge­re Per­son sehr viel bes­se­re Kon­takt­chan­cen als ein äl­te­rer Mensch, der we­ni­ger at­trak­tiv er­scheint. Aber: Letzt­lich müs­sen die Ho­ro­sko­pe zu­ein­an­der pas­sen. Und dass sich zwei fin­den, de­ren Ho­ro­skop­ver­gleich ein so gro­ßes Po­ten­zi­al ver­rät, das über ei­ne Af­fä­re oder ei­nen Le­bens­ab­schnitts­part­ner hin­aus­geht, ist schon ein gro­ßer Zu­fall, der nicht von Men­schen­hand ge­steu­ert sein kann. Die Er­kennt­nis kann nicht sein, dass sich mit vie­len Be­geg­nun­gen die Chan­ce er­höht, den Ei­nen bzw. die Ei­ne zu tref­fen. Nein, das wä­re zu we­nig. Wer sucht, muss sich auch auf ei­nen in­ne­ren Weg be­ge­ben, an des­sen En­de man be­reit ist, sei­ner gro­ßen Lie­be zu be­geg­nen. Da­mit wer­den dem Zu­fall erst die Tü­ren ge­öff­net. Erst jetzt kann ei­nem et­was „zu-fal­len“, was für ei­nen be­stimmt ist. Jah­re­lang kön­nen wir ver­geb­lich su­chen und plötz­lich kommt sie, die Lie­be, über Nacht, wenn wir schon nicht mehr da­mit ge­rech­net ha­ben. So ge­schieht es ei­gen­ar­ti­ger­wei­se recht häu­fig. Doch so ei­gen­ar­tig ist das gar nicht. Denn dann, wenn wir nicht mehr be­wusst su­chen, ge­ben wir dem gött­li­chen Zu­fall wie­der­um mehr Raum. In un­se­rem per­sön­li­chen Horoskop ist er schon lan­ge da, von Ge­burt an steht er schon drin, der Traum­part­ner, was für ein Typ er ist, ja so­gar wie er aus­se­hen soll. Ei­ne An­la­ge, ei­ne Su­che, ei­ne Sehn­sucht, die uns ein gan­zes Le­ben und viel­leicht so­gar dar­über hin­aus be­glei­tet, soll­te sie nicht ge­stillt wer­den. In un­se­rem Horoskop liegt dem As­zen­den­ten, der un­se­re wah­re Per­sön­lich­keit aus­drückt, der Des­zen­dent ge­gen­über, das Du in un­se­rem Horoskop. Der Des­zen­dent steht für all das, was wir nicht sind, er sym­bo­li­siert un­se­re per­fek­te Er­gän­zung, er ist die an­de­re Hälf­te, die uns völ­lig fehlt. Ein Wid­der-As­zen­dent hat im­mer die Waage am Des­zen­den­ten, ein Stier-AC den Skorpion, ein Zwil­lin­ge-AC den Schüt­zen, ein Krebs-AC den St­ein­bock usw. Das Tier­kreis­zei­chen am Des­zen­den­ten sagt nicht, dass der Part­ner die­ses Stern­zei­chen ha­ben muss, es soll­te aber doch ei­ne ge­wis­se Ver­wandt­schaft da­mit be­sit­zen. Wenn je­mand z. B. StierAC ist und den Skorpion im Du hat, dann muss der Part­ner nicht un­be­dingt ein Skorpion sein, er ist in vie­len Fäl­len aber ein Plu­to­nier (Plu­to ist Herr­scher des Skor­pi­ons). Er kann auch ei­nen Skorpion-AC be­sit­zen, die Son­ne in Haus 8 (ir­di­scher Spie­gel des Skor­pi­ons), den Plu­to am As­zen­den­ten oder in ei­nem Win­kel zur Son­ne usw. ha­ben. Es muss, um es kurz zu sa­gen, ein Mensch mit Tief­gang und Lei­den­schaft sein. Das braucht ein Stier-AC, das be­wegt ihn, das ver­än­dert ihn so­gar, ihn, den Un­ver­rück­ba­ren, den Fi­xen, den Stu­ren. Die Ani­ma bzw. der Ani­mus, die den Ide­al­part­ner kenn­zeich­nen, den, den man im­mer rie­chen kann und von dem man sich bis ins ho­he Al­ter un­ter Um­stän­den auch kör­per­lich an­ge­zo­gen fühlt, ist im weib­li­chen Ge­burts­ho­ro­skop ei­ne Mi­schung aus der Son­ne und dem Mars und im männ­li­chen Horoskop ei­ne Mi­schung aus Mond und Ve­nus. Das heißt, wenn ein Astro­lo­ge im Horoskop ei­ner Frau nach de­ren Ide­al­mann Aus­schau hält und die­sen be­schreibt, schaut er sich ne­ben dem Des­zen­dent und 7. Haus eben auch de­ren Son­ne, Sym­bol für den Mann, und de­ren Mars an, der ver­rät, wel­chen Typ ei­ne Frau be­gehrt. Wie durch ein Wun­der fin­det sich bei gro­ßen Lie­ben im­mer wie­der die­se „Er­war­tung“im Horoskop des je­weils an­de­ren. Das Span­nends­te und Schwie­rigs­te über­haupt ist für ei­nen Astro­lo­gen des­halb auch der Ho­ro­skop­ver­gleich zwei­er Men­schen, in der Fach­spra­che auch Sy­nas­trie ge­nannt. Dar­an kann man wirk­lich se­hen, wel­che ge­gen­sei­tig wir­ken­den Kräf­te und Ener­gi­en Lie­ben­de zu­sam­men­führt und wel­che für die bei­den ei­ne Her­aus­for­de­rung be­deu­ten oder sie so­gar tren­nen. Schwie­rig sind Sy­nas­tri­en auch für den er­fah­re­nen Astro­lo­gen des­halb zu be­ur­tei­len, weil Paa­re nicht nur Har­mo­ni­en brau­chen, son­dern auch Span­nun­gen, die wie das Salz in der Sup­pe der Lie­be sind und die ge­gen­sei­ti­ge An­zie­hungs­kraft auf­recht­hält. Die Fra­ge ist im­mer, wann wird die Span­nung de­struk­tiv und bis zu wel­chem Punkt ist sie noch gut? Was ein gu­ter Astro­lo­ge aber si­cher er­ken­nen kann, ist, ob es sich wirk­lich um tie­fe­re See­len­part­ner han­delt, um ei­ne Lie­be, die nie­mals ver­geht.

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