Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Astrowoche - - Inhalt -

War es ei­ne Bot­schaft von den En­geln?

Mei­ne ma­gi­sche Ge­schich­te ha­be ich nicht selbst er­lebt, mein On­kel Wer­ner hat sie mir er­zählt. Er und mei­ne Tan­te In­ge wa­ren auch nach vie­len Jah­ren im­mer noch ein glück­li­ches Ehe­paar, was heut­zu­ta­ge ja nicht mehr so selbst­ver­ständ­lich ist. Ei­nes Tages wur­de bei mei­ner Tan­te ein ko­mi­scher Kno­ten in der Brust er­tas­tet, man sag­te ihr, sie müs­se zur Über­prü­fung in die Kli­nik. On­kel Wer­ner wur­de nach Hau­se ge­schickt, er soll­te dort ab­war­ten, bis man Neu­ig­kei­ten hat­te. Dort konn­te er nicht still­sit­zen, er wan­der­te von ei­ner Ecke zur an­de­ren, so be­sorgt war er, was bei der Un­ter­su­chung her­aus­kam. In sei­ner Not mur­mel­te er so­gar ein paar Ge­be­te, ob- wohl er nicht sehr gläu­big war. Schließ­lich sah er aus dem Fens­ter in den Gar­ten – und er er­blick­te dort zu sei­nem Er­stau­nen Ka­ter Mohr­le. Mei­ne Tan­te hat­te Mohr­le aus dem Tier­heim ge­holt. Er war schon ein biss­chen äl­ter und des­halb schwer ver­mit­tel­bar, mei­ne Tan­te fand aber, dass er so ein­sam und trau­rig drein­blick­te, dass sie ihn zu sich nach Hau­se nahm. Mohr­le war ein rich­ti­ger Va­ga­bund, er büchs­te im­mer wie­der mal für ei­ne Nacht aus. Zu­letzt war er gan­ze zwei Wo­chen nicht mehr auf­ge­taucht, mei­ne Tan­te hat­te sich schon dar­auf vor­be­rei­tet, dass er viel­leicht gar nicht mehr kam. Des­halb al­so war mein On­kel so er­staunt, und noch über­rasch­ter war er, dass Mohr­le mit­ten im La­ven­del­beet lag. Tan­te In­ge lieb­te den Ge­ruch von La­ven­del über al­les, Mohr­le moch­te ihn da­ge­gen über­haupt nicht und mach­te nor­ma­ler­wei­se ei­nen gro­ßen Bo­gen dar­um. Jetzt lag er völ­lig ent­spannt da und dös­te in der Son­ne. On­kel Wer­ner mein­te, plötz­lich wur­de ihm in­ner­lich ganz warm, er war so er­leich­tert, dass er bei­na­he in die Luft ge­sprun­gen wä­re. Er war sich ab­so­lut si­cher, dass dies ei­ne Bot­schaft war. Und tat­säch­lich, es stell­te sich her­aus, dass bei Tan­te In­ge kein Krebs vor­liegt. Ich läch­le heu­te noch beim Ge­dan­ken dar­an, wie On­kel Wer­ner vor­sich­tig mein­te: Viel­leicht gibt es ja doch En­gel – das hät­te er vor­her nie ge­glaubt ...

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