All­gei­ers Astro­wis­sen.

Ler­nen Sie mit Micha­el All­gei­er die Astrologie ken­nen.

Astrowoche - - Inhalt -

Der MC (Me­di­um Coeli), mit dem das 10. Haus be­ginnt, ist der höchs­te Punkt am Him­mel im Au­gen­blick der Ge­burt. Er ver­rät uns, wo­hin wir ge­hen, wel­che Zie­le wir ha­ben und wel­che be­ruf­li­chen Eig­nun­gen wir be­sit­zen. In der mo­der­nen Astrologie ge­winnt der MC zu­se­hends an Be­deu­tung und wird in­zwi­schen von vie­len Astro­lo­gen als gleich be­deu­tend mit dem As­zen­dent an­ge­se­hen. Wäh­rend der As­zen­dent ver­rät, wie wir das Le­ben be­grei­fen und wie wir auf an­de­re Men­schen zu­ge­hen, schafft der MC Ich­be­wusst­sein durch den Be­ruf, durch un­se­re wich­tigs­ten und größ­ten Zie­le. Der be­rühm­te Psy­cho­lo­ge C.G. Jung sprach in die­sem Zu­sam­men­hang von der Per­so­na, al­so ei­ner Per­sön­lich­keits­bil­dung, die durch die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Be­ruf ent­steht. Sei­nen Ge­gen­pol hat der MC im IC (Immum Coeli), mit dem das 4. Haus be­ginnt, dem Be­reich, der an­zeigt, wo­her wir kom­men und wo wir un­se­re Wur­zeln ha­ben (Fa­mi­lie, Hei­mat, Ah­nen, El­tern­haus, Kind­heit). Der IC hat mit un­se­rer Iden­ti­tät zu tun. Es fragt: Wo ge­hö­re ich hin, wo ist mein see­li­scher Ur­grund? Das 4. Haus hat die Auf­ga­be, den Rück­halt zu schaf­fen, den ein Mensch braucht, um zu neu­en Ufern auf­zu­bre­chen, um per­sön­li­che Le­bens­zie­le (10. Haus) zu ver­wirk­li­chen und zu er­rei­chen. Der IC und das 4. Haus ha­ben da­ne­ben mit er­erb­ten An­la­gen zu tun, die ei­nen be­trächt­li­chen Teil un­se­res Cha­rak­ters aus­ma­chen. Der MC sym­bo­li­siert die Ent­wick­lung über das El­tern­haus hin­aus zu ei­ner ei­gen­stän­di­gen Per­sön­lich­keit. Er sym­bo­li­siert un­se­ren Weg, un­ser größ­tes Ziel, un­se­re Be­wusst­wer­dung. Be­ruf, Le­bens­ziel, Fa­mi­lie, Häus­lich­keit und die Au­s­prä­gung der Iden­ti­tät sind letzt­lich im­mer ein Wech­sel­spiel zwi­schen den bei­den Ach­sen­punk­ten MC und IC. In­ter­es­sant ist in die­sem Zu­sam­men­hang, dass der IC und das an­schlie­ßen­de 4. Haus in der klas­si­schen Astrologie ja auch mit dem Le­bens­abend und den Ver­hält­nis­sen am Le­bens­en­de ver­knüpft ist. Nach­dem wir uns im Lau­fe des Le­bens dem MC und dem Be­ruf zu­wen­den, ge­hen wir al­so am Le­bens­en­de wie­der in den IC und das 4. Haus ein. Wir er­in­nern uns an un­se­re Wur­zeln, zie­hen uns in den see­li­schen und fa­mi­liä­ren Be­reich zu­rück und den­ken über das nach, was wir er- reicht und ge­schaf­fen ha­ben. Im­mer wie­der kön­nen wir Astro­lo­gen in der Be­ra­tungs­pra­xis be­ob­ach­ten, dass es sehr schwie­rig ist, sei­nen per­sön­li­chen Weg (MC und 10. Haus) zu fin­den, wenn es in der Kind­heit (IC und 4. Haus) mas­si­ve Un­si­cher­hei­ten und Pro­ble­me ge­ge­ben hat. Es man­gelt dann häu­fig an Halt und in­ne­rer Si­cher­heit im Le­ben, die durch das 4. Haus, der Ba­sis, ge­ge­ben wer­den soll­ten, um hin­aus­zu­ge­hen, um die Welt zu er­obern (10. Haus). Auf ei­nem fes­ten und sta­bi­len Un­ter­grund ist das Fort­kom­men eben we­sent­lich leich­ter, als auf ei­nem schwan­ken­den und nach­ge­ben­den Bo­den. Fin­den wir kein Le­bens­ziel, kei­nen Be­ruf, der uns aus­füllt und un­se­rem Le­ben ei­nen Sinn ver­leiht, ist es da­her oft­mals sinn­voll nach­zu­fra­gen, ob es ei­ne Blo­cka­de im Le­ben gibt, die aus der Ver­gan­gen­heit her­rührt und ei­nen dar­an hin­dert, das zu tun, was ei­nem liegt und den Weg zu ge­hen, der für ei­nen vor­ge­se­hen ist. In die­sem Fal­le wä­re es sinn­voll, in die Ver­gan­gen­heit zu­rück­zu­ge­hen, un­ter Um­stän­den mit Hil­fe ei­ner The­ra­pie. Bei der Beur­tei­lung ei­nes Ho­ro­skops hin­sicht­lich be­ruf­li­cher Er­fol­ge, aber auch Hemm­nis­se, kann des­halb das 10. Haus nie oh­ne das 4. Haus be­trach­tet wer­den.

Die pro­mi­nen­tes­te Pla­ne­ten­stel­lung im 10. Haus und noch mehr am MC hat si­cher­lich Sa­turn. Das er­gibt sich al­lei­ne schon aus der as­tro­lo­gi­schen Tat­sa­che her­aus, dass Sa­turn der Herr­scher des St­ein­bocks ist, und dass das 10. Haus der ir­di­sche Spie­gel des St­ein­bocks ist. Men­schen mit Sa­turn in die­sem Be­reich ha­ben zu­nächst gro­ße be­ruf­li­che Wi­der­stän­de, die sie aber mit Fleiß und Aus­dau­er über­win­den wer­den. Der Er­folg wächst lang­sam aber ste­tig und kann in un­ge­ahn­te Hö­hen füh­ren. Man sagt je­doch, dass Sa­turn am MC auf sei­nem Weg zum Gip­fel im­mer den Sturz mit im Ge­päck hat, da er da­zu neigt, sei­ne Kräf­te zu über­schät­zen und sei­ne Macht­po­si­ti­on aus­zu­nut­zen. Au­ßer­dem hält er oft zu lan­ge an der ein­mal er­reich­ten Po­si­ti­on, sei­nem Ein­fluss und sei­ner Macht fest, was zu ei­nem tra­gi­schen Un­ter­gang füh­ren kann. Men­schen mit Sa­turn im 10. Haus oder am MC ha­ben in jün­ge­ren Jah­ren oft Pro­ble­me, den für sie rich­ti­gen Be­ruf zu fin­den, da sie meist den An­spruch der Be­ru­fung in sich tra­gen. Steht Sa­turn im Ge­burts­ho­ro­skop da­ge­gen am IC bzw. im 4. Haus, dann ist das nicht im­mer, aber sehr oft ein Zei­chen da­für, dass man aus ei­ner eher en­gen, be­las­ten­den Welt kommt, die ei­nem we­nig Ent­fal­tungs­raum bot und aus der man des­halb un­be­dingt „aus­bre­chen“will. Bei Nep­tun im 10. Haus ist es im­mer schwer im Le­ben, ein kon­kre­tes Ziel, ei­ne Auf­ga­be zu fin­den, mit der man sich hun­dert­pro­zen­tig iden­ti­fi­zie­ren kann. Der Grund: Nep­tun ent­grenzt. Ähn­lich wie man auf dem of­fe­nen Meer kein Land er­kennt, ist es auch hier oft mit dem Be­ruf. Hier ist im bes­ten Fal­le der rich­ti­ge Weg das Ziel. Im ge­gen­über­lie­gen­den 4. Haus spricht Nep­tun von ei­ner Ent­gren­zung der Hei­mat, sprich es gibt sie nicht. Die­se Men­schen sind zu­min­dest in ih­rem In­ne­ren hei­mat­los, ha­ben kei­ne fes­ten Wur­zeln. Und auch hier gilt: wenn man sich nach ei­nem Ap­fel am Baum stre­cken will und steht auf wei­chem Un­ter­grund, wird ei­nem dies nicht ge­lin­gen. Die bei­den Pla­ne­ten der Ent­fal­tung, Son­ne und Ju­pi­ter, in Haus 10, deu­ten da­ge­gen auf ei­nen frei­en, kla­ren und of­fe­nen Weg in die Zu­kunft hin, der sehr er­folg­reich ver­lau­fen und gro­ßes öf­fent­li­ches An­se­hen brin­gen kann. Im 4. Haus ist spe­zi­ell die Son­ne ein Hin­weis auf star­ke Fa­mi­li­en- und Hei­mat­ver­bun­den­heit, Ju­pi­ter im 4. Haus steht für häus­li­ches und fa­mi­liä­res Glück. Fin­det sich Kampf­pla­net Mars im 10. Haus, dann kämp­fen wir sehr stark um un­se­re be­ruf­li­chen Zie­le, was au­to­ma­tisch zu viel Kon­kur­renz und Aus­ein­an­der­set­zung führt. Mars im ge­gen­über­lie­gen­den 4. Haus deu­tet auf ei­ne Ver­gan­gen­heit und Her­kunfts­fa­mi­lie hin, in der es sehr viel Streit gab. Im Hier und Jetzt ver­an­lasst die­se Mars­stel­lung da­zu, sehr viel En­er­gie und Kraft in Haus, Gar­ten, Woh­nung und die Ge­gen­warts­fa­mi­lie zu in­ves­tie­ren. Ve­nus im 10. Haus lässt vor al­lem das Schö­ne in der Welt se­hen, wes­halb der Be­ruf künst­le­ri­sche Zü­ge, wie auch im­mer, ha­ben soll­te. Im 4. Haus soll die Ve­nus vor al­lem ein schö­nes, fried­li­ches und an­ge­neh­mes Zu­hau­se schaf­fen. Meist ist die Lie­be zum El­tern­haus sehr groß. Mer­kur im 10. Haus deu­tet Han­dels­ge­schick und Ge­wandt­heit im Um­gang mit dem Wort. Auf je­den Fall sucht man hier den Weg der größt­mög­li­chen Be­weg­lich­keit und Fle­xi­bi­li­tät. Steht Mer­kur im 4. Haus, wünscht man sich viel Kon­takt und re­gen Aus­tausch in­ner­halb der Fa­mi­lie. Mer­kur kann hier auch der Hin­weis auf ein in­tel­lek­tu­el­les El­tern­haus sein. In­ter­es­sant ist auch die Stel­lung des Mon­des in die­sen bei­den Häu­sern der Ver­gan­gen­heit und Zu­kunft. Im 10. Haus ver­rät er, dass wir be­liebt sein wol­len, dass wir un­ter Um­stän­den ei­nen Be­ruf wäh­len, der mit der See­le oder mit Räu­men (ei­gen Pra­xis, Im­mo­bi­li­en­mak­ler, Ar­chi­tekt etc.) zu tun hat. Im 4. Haus ver­rät der Mond den stärks­ten Fa­mi­li­en­sinn über­haupt und noch da­zu ein gro­ßes an­ge­bo­re­nes psy­cho­lo­gi­sches Ge­schick. Ura­nus im 10. Haus sagt uns, dass der be­trof­fe­ne Mensch ger­ne selbst­stän­dig Ar­beit und vie­le be­ruf­li­che Wech­sel im Lau­fe des Le­bens hat, dass sein Ziel die Frei­heit ist. Im 4. Haus deu­tet Ura­nus auf ei­ne zer­ris­se­ne Kind­heit und den Wunsch auf ein of­fe­nes Zu­hau­se in der Ge­gen­wart hin. Plu­to im 10. Haus will Macht und Kon­trol­le. Im 4. Haus ist er oft mit see­li­schen Er­schüt­te­rung und Um­wäl­zun­gen, wie et­wa Schei­dung der El­tern in der Kind­heit, ver­knüpft. Jetzt fra­gen Sie sich si­cher, was ist, wenn kein Pla­net in Ih­rem 10. oder 4. Haus steht. In die­sem Fal­le gilt es den Herr­scher die­ses Be­reichs zu deu­ten. Das ist je­doch be­reits hö­he­re Astrologie und ein wei­te­res The­ma.

Von Micha­el All­gei­er

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