Ein Jahr der Selbst­fin­dung. Sie ge­hen Ih­ren ei­ge­nen Weg

Astrowoche - - Der AstroGipfel für 2017 -

Wir le­ben in ei­ner Zeit, in der al­les an die Ober­flä­che ge­schwemmt wird, was be­rei­nigt wer­den muss. Meis­tens han­delt es sich da­bei um ei­nen un­ge­rech­ten Um­gang mit Macht und den ge­mein­sa­men Res­sour­cen. Im Welt­ge­sche­hen kön­nen die­se Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se noch Jahr­zehn­te dau­ern. Ei­ne Ge­sell­schaft setzt sich aus vie­len ein­zel­nen In­di­vi­du­en zu­sam­men, und der nach­hal­tigs­te Bei­trag, um die Welt und uns selbst auf ei­ne hö­he­re Be­wusst­seins­stu­fe zu he­ben, ist die Ar­beit an uns selbst. Nep­tun und Chi­ron in den Fi­schen er­hö­hen auch im Jahr 2017 un­se­re Durch­läs­sig­keit und Sen­si­bi­li­tät so­wie un­ser Mit­ge­fühl. Im schwie­ri­ge­ren Er­le­ben ist die Ten­denz er­höht, sich zu vie­le Sor­gen zu ma­chen. Des­halb be­sin­ne man sich auf die po­si­ti­ve Ma­ni­fes­ta­ti­on des Wor­tes „Sor­ge“. Wer sich sorgt, tut et­was für sei­nen Nächs­ten und lässt ihm sei­ne Für­sor­ge zu­kom­men. Wer sich sorgt, ar­bei­tet sorg­fäl­tig und gibt sein Bes­tes. Wer sorg­los ist, ist nicht un­be­dingt sorg­los im ne­ga­ti­ven Sin­ne, son­dern über­gibt sein Schick­sal in hö­he­re Hän­de. In das Ka­pi­tel von Nep­tun und Chi­ron in den Fi­schen ge­hö­ren auch er­lit­te­ne Ver­let­zun­gen in die­ser und in frü­he­ren In­kar­na­tio­nen. Dies kann sich so äus­sern, dass wir we­gen ei­nes un­be­deu­ten­den Er­eig­nis­ses auf die Bar­ri­ka­den ge­hen, oh­ne zu ah­nen, dass un­ser kör­per­li­ches Ner­ven­sys­tem re­flex­ar­tig auf lang zu­rück­lie­gen­de Kon­flik­te re­agiert, die noch kei­ner Lö­sung oder Be­wusst­wer­dung zu­ge­führt wer­den konn­ten. Fehlt die Be­reit­schaft, un­se­re Re­ak­tio­nen zu be­ob­ach­ten und ver­nünf­tig zu ent­schei­den, was der Ver­gan­gen­heit an­ge­hört und was nicht, lau­fen wir Ge­fahr, un­nö­ti­ge Dra­men zu pro­du­zie­ren. Sa­turn im Schüt­zen be­fä­higt uns da­zu, dort Gren­zen zu set­zen, wo wir Ge­fahr lau­fen, uns in ei­ne Op­fer­rol­le zu be­ge­ben oder in rea­li­täts­frem­den Il­lu­sio­nen zu ver­lie­ren. Sa­turn im Schüt­zen for­dert da­zu auf, Moral und Ethik un­se­rer Rechts­sys­te­me zu über­prü­fen. Auf der in­ne­ren Ent­wick­lungs­ebe­ne prüft Sa­turn im Schüt­zen das Ver­trau­en in un­se­re Wachs­tums­mög­lich­kei­ten, in­dem er uns St­ei­ne in den Weg legt. Da­durch zwingt er uns gleich­zei­tig, zu un­se­rer ei­ge­nen Le­bens­phi­lo­so­phie zu ste­hen und un­se­ren ei­ge­nen Weg zu ge­hen. Ju­pi­ter be­fin­det sich von Sep­tem­ber 2016 bis Ok­to­ber 2017 in der Waa­ge und för­dert in die­sem Zei­t­raum die Sinn­su­che und das Wachs­tum in Be­zie­hun­gen. Der Punkt ist, dass Ju­pi­ter gleich­zei­tig Span­nungs­as­pek­te zu Plu­to im Steinbock und Ura­nus im Widder bil­det. Da­durch liegt der Fo­kus auf Neu­an­fän­gen, die zugleich ei­ne Trans­for­ma­ti­on der be­ste­hen­den Struk­tu­ren be­inhal­ten, wo­zu auch Denk­mus­ter und Glau­bens­grund­sät­ze ge­hö­ren. Im per­sön­li­chen Er­le­ben wird sich dies so äus­sern, dass wir im­mer we­ni­ger be­reit sind, uns zu ver­bie­gen – im Ge­gen­teil: Wir wol­len uns selbst sein. Dort, wo dies nicht mög­lich ist, wer­den uns ei­ne in­ne­re Un­zu­frie­den­heit oder Ge­scheh­nis­se da­zu an­trei­ben, nicht mehr Stim­mi­ges zu be­rei­ni­gen und neue Pfa­de zu be­schrei­ten. Im schwie­ri­ge­ren Er­le­ben füh­ren die­se Ein­flüs­se zu Über­trei­bun­gen, Macht­kämp­fen und über­stürz­ten Ent­schei­dun­gen. Ge­mäss ei­ner al­ten Tra­di­ti­on re­giert bis zum Früh­lings­an­fang 2017 Mars über die Zeit, und dann über­nimmt die Son­ne das Zep­ter. Mars und Son­ne un­ter­stüt­zen uns in der Ent­fal­tung un­se­rer männ­li­chen See­len­hälf­te. Vie­le Men­schen he­gen ei­nen Wi­der­stand ge­gen das „Ur­männ­li­che“und un­ter­drü­cken des­halb die­se Ener­gie. Die Angst da­vor ist ver­ständ­lich, weil Er­in­ne­run­gen an leid­vol­le Krie­ge in un­se­rem Un­be­wuss­ten schlum­mern, die in die­ser Zeit bei­spiels­wei­se durch den IS er­neut ge­schürt wer­den. Die­se männ­li­chen Kräf­te, die wir so drin­gend brau­chen, um un­se­re Zu­kunft zu ge­stal­ten, und die im Jahr 2017 so reich­lich zu uns flies­sen, stel­len uns gleich­zei­tig vor die Wahl zwi­schen zwei Schwer­tern. Das ei­ne ist das Schwert des Kamp­fes, das auf dem Ego be­ruht und mit dem er­neut end­lo­ses Leid ge­schaf­fen wird. Das an­de­re ist das Schwert des Er­z­en­gels Micha­els, das uns da­zu be­fä­higt, ent­we­der Ja oder Nein zu sa­gen. Die­je­ni­gen, die sich mehr oder we­ni­ger frei­wil­lig den Ve­rän­de­run­gen ge­stellt und sie an­ge­nom­men ha­ben, könn­ten im kom­men­den Jahr die ers­ten Früch­te ern­ten, ob­wohl die lau­fen­den Pro­zes­se noch nicht zu En­de sind. Wer je­doch im Jahr 2017 aus man­geln­dem Mut wei­ter­hin in al­ten Ge­wäs­sern schwimmt, der läuft Ge­fahr, gera­de die­je­ni­gen Kräf­te zu ver­lie­ren, die ei­gent­lich da­zu da wä­ren, das Al­te zu trans­for­mie­ren und das Schick

sal neu zu er­fin­den.

Ruth Sie­gen­tha­ler

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