All­gei­ers Astro­wis­sen.

Ei­nes steht fest: Um er­folg­reich zu sein, brau­chen wir un­se­re Krea­ti­vi­tät, un­se­re schöp­fe­ri­schen Kräf­te. In un­se­rem Ge­burts­ho­ro­skop fin­den sich die­se im so­ge­nann­ten 5. Haus, dem ir­di­schen Spie­gel des Lö­wen. Wer den Lö­wen oder das 5. Haus stark be­setzt hat

Astrowoche - - Inhalt - von Micha­el All­gei­er

Ler­nen Sie mit Micha­el All­gei­er die Astro­lo­gie ken­nen.

udolf St­ei­ner, ei­ner der spi­ri­tu­ells­ten Men­schen, die je ge­lebt ha­ben, Be­grün­der der An­thro­po­so­phie und der Wal­dorf­schu­len mit ih­rer ein­zig­ar­ti­gen Päd­ago­gik, mein­te einst: „Je­der Mensch bringt bei sei­ner Ge­burt ein­zig­ar­ti­ge An­la­gen und Be­ga­bun­gen mit in die Welt, die er ent­fal­ten will. Da­zu be­darf es ei­ner ganz in­di­vi­du­el­len, al­ters- und ent­wick­lungs­ge­rech­ten För­de­rung und An­re­gung.“Für ihn ist die Krea­ti­vi­tät ein fes­ter in­ne­rer Be­stand­teil des Men­schen. Sie ist eng ver­bun­den mit sei­nem gött­li­chen Kern. Ja, man könn­te schon sa­gen, sie ist die gött­li­che Kraft in uns. Gott wird ja auch als Schöp­fer be­zeich­net. In­so­fern um­schreibt Wi­ki­pe­dia die Krea­ti­vi­tät nur un­zu­läng­lich. Hier heißt es: „Krea­ti­vi­tät ist all­ge­mein die Fä­hig­keit, et­was vor­her nicht da ge­we­se­nes, ori­gi­nel­les und be­stän­di­ges Neu­es zu kre­ieren …“Stimmt, ist aber eben nur ein klei­ner Teil von dem, was die Krea­ti­vi­tät aus­macht. Im Horoskop ist die Son­ne, die in vie­len Kul­tu­ren auch Sym­bol für das Gött­li­che ist, eng mit un­se­ren schöp­fe­ri­schen Kräf­ten ver­bun­den. Ei­ne star­ke Stel­lung hat die Son­ne na­tür­li­cher­wei­se im Lö­wen, dem Zei­chen der hö­he­ren Ord­nung und dem Zu­hau­se (Do­mi­zil) der Son­ne. Stark steht sie zu­dem im 5. Haus, dem Le­bens­be­reich, der vom Lö­wen ab­ge­lei­tet ist und der un­ter an­de­rem mit Le­bens­freu­de, Kin­dern und Lie­be ein­her­geht. Und ja, be­son­ders schöp­fe­ri­sche Men­schen, die als Schau­spie­ler, Ma­ler, Gold­schmied usw. tä­tig sind, ha­ben sehr oft den Lö­wen oder das 5. Haus stark be­setzt. Sie ha­ben den Drang, ih­re schöp­fe­ri­schen Kräf­te di­rekt aus­zu­le­ben, wo­mit oft auch ei­ne gro­ße Selbst­be­zo­gen­heit und Ego­zen­trik ver­knüpft ist. Die Son­ne will halt strah­len, sich zei­gen, im Mit­tel­punkt ste­hen. Krea­ti­vi­tät ist aber nicht nur Kunst. Das hat uns Jo­seph Beuys (1921 – 1986), ein deut­scher Künst­ler der Neu­zeit, der An­hän­ger der spi­ri­tu­el­len Leh­re der An­thro­po­so­phie war, ver­sucht na­he­zu­brin­gen. Er er­wei­ter­te den Kunst­be­griff, in­dem er for­der­te, dass al­les Kunst sei, nicht nur die Ma­le­rei, Literatur, Mu­sik oder Tanz. Die Krea­ti­vi­tät ist eben ein fes­ter Be­stand­teil des Men­schen und soll­te nicht nur in der Kunst ih­ren Aus­druck fin­den. Kon­kret hat sie vie­le tau­send Ge­sich­ter. Wir kön­nen un­se­re Krea­ti­vi­tät übe­r­all ein­brin­gen: in zwi­schen­mensch­li­chen Be­zie­hun­gen, zu Hau­se, in un­se­rem Be­ruf, in der Schu­le, beim Ler­nen, beim Leh­ren, beim Ein­kau­fen, Geld­ver­die­nen, Ge­schäf­te­ma­chen und und und. Krea­ti­vi­tät kennt kei­ne Gren­zen. Dem­nach ist nach Jo­seph Beuys al­les Kunst, was wir mit­hil­fe un­se­rer Krea­ti­vi­tät tun. Krea­tiv sein heißt, dass wir et­was bes­ser, er­folg­rei­cher gestal­ten wol­len. Wir wäh­len da­bei ei­nen an­de­ren, un­ge­wohn­ten Blick­win­kel, der uns ein an­de­res Se­hen er­mög­licht. Wir ge­hen und be­trach­ten die Din­ge aus un­ter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven, um eben auf neue, noch bes­se­re Lö­sun­gen zu kom­men. Das Ziel ist, ein­ge­fah­re­ne Sicht­wei­sen und Stand­punk­te, die stets be­gren­zen, zu über­win­den. So kön­nen wir durch un­se­re Krea­ti­vi­tät Pro­ble­me lö­sen, Ge­schäfts­ide­en ent­wi­ckeln, das Kli­ma am Ar­beits­platz ver­bes­sern. Letzt­lich ist al­les ei­ne Sa­che der Sicht­wei­se und Pla­nung. Man kann ei­ne oft schwie­ri­ge Be­zie­hung mit ge­gen­sätz­li­chen In­ter­es­sen so gestal­ten, dass je­der sei­ne In­ter­es­sen ge­wahrt sieht und dass Ge­mein­sa­mes den­noch ge­för­dert wird. Krea­ti­vi­tät und gu­ter Wil­le sind da­bei im­mer eins. Denn Krea­ti­vi­tät ist im­mer auch et­was Auf­bau­en­des, Lö­sun­gen su­chen­des und muss da­bei von po­si­ti­ven, be­ja­hen­den, su­chen­den Ge­dan­ken be­glei­tet wer­den. Auch die Astro­lo­gie ist Kunst. Seit je­her er­zäh­le ich in den Se­mi­na­ren mei­nen Schü­lern, dass Ho­ro­sko­pe-Deu­ten nichts an­de­res als ei­ne an­ge­wand­te Kunst ist. Als ich einst Ma­le­rei und Grafik an der Münch­ner Kunst­aka­de­mie stu-

dier­te, wa­ren vie­le Men­schen in mei­ner na­hen Um­ge­bung da­von über­zeugt, dass ich im­mer ma­len und zeich­nen wer­de. Doch die Be­geg­nung mit der Astro­lo­gie hat mich letzt­lich so fas­zi­niert, dass ich an dem Be­ruf Astro­lo­ge hän­gen ge­blie­ben bin. Der Über­gang vom Ma­len zum Ho­ro­skopDeu­ten war für mich nicht so krass, wie vie­le dach­ten. Im Horoskop geht es un­ter an­de­rem dar­um Sym­bo­le in in­ne­re Bil­der um­zu­set­zen. Ein gu­ter Astro­lo­ge kann das so gut, dass er sich so­gar den All­tag und das Le­ben ei­nes Men­schen na­he­zu bild­lich nur an­hand sei­nes Ho­ro­skops vor­stel­len kann. Wenn wir ler­nen un­se­re Krea­ti­vi­tät rich­tig ein­zu­set­zen, nicht nur in der Kunst oder bei der Astro­lo­gie, son­dern übe­r­all, im ganz nor­ma­len Le­ben, wer­den wir uns total än­dern und zwar in ei­nem sehr gu­ten Sin­ne. Wir wer­den sehr viel of­fe­ner und letzt­lich auch sehr viel er­folg­rei­cher. Wir müs­sen uns nur dar­an ge­wöh­nen, mit un­se­rer Krea­ti­vi­tät zu le­ben, wir müs­sen sie ein­set­zen. Wer sei­nen Part­ner oder sein Kind mo­ti­viert, sich am Ar­beits­platz oder in der Schu­le durch die­ses oder je­nes Ver­hal­ten zu be­haup­ten, der ist be­reits krea­tiv oh­ne es vi­el­leicht be­wusst zu re­gis­trie­ren. Je­der von uns hat Pro­ble­me, die er vi­el­leicht oft­mals ein­fach bei­sei­te schiebt oder gar ver­drängt. Wie wä­re es aber, wenn wir uns im­mer wie­der be­wusst ma­chen, dass es tat­säch­lich für je­des Pro­blem ei­ne Lö­sung gibt? Ha­ben wir, ich nen­ne es ei­ne krea­ti­ve Hal­tung, las­sen sich stän­dig neue und bes­se­re Pro­blem­lö­sun­gen fin­den und das zu je­der Zeit. In der mor­gend­li­chen Du­sche, beim ge­mein­sa­men Mit­tag­es­sen, beim abend­li­chen Spa­zier­gang usw. kön­nen die­se blitz­ar­ti­gen Ide­en und Er­kennt­nis­se ein­fach so kom­men, so­fern wir uns eben für sie öff­nen, in­dem wir eben nach­den­ken, die Din­ge von un­ter­schied­li­chen Sei­ten be­leuch­ten usw. Ura­nus, un­se­re In­tui­ti­on, der ver­län­ger­te Arm der Son­ne, dar­ge­stellt durch ei­nen nach oben ge­rich­te­ten Pfeil, der auf der Son­ne steht, sym­bo­li­siert durch ei­nen Kreis mit ei­nem Punkt in der Mit­te, führt uns zum Er­ken­nen, ver­bin­det uns mit dem Him­mel und den gött­li­chen Kräf­ten. Wun­der­bar! Wir müs­sen un­se­re schöp­fe­ri­sche Sei­te er­we­cken, das ist ei­ne Haupt­auf­ga­be im Le­ben ei­nes je­den Men­schen. Nicht je­dem ge­lingt dies auf An­hieb. Man­che sind es vi­el­leicht ge­wohnt, im­mer auf ih­re Um­ge­bung zu hö­ren an­statt auf ih­re ei­ge­ne in­ne­re Stim­me wahr­zu­neh­men, selbst nach­zu­den­ken und ei­ge­ne Lö­sun­gen zu su­chen. An­de­re den­ken vi­el­leicht so ne­ga­tiv, dass sie kei­nen gu­ten, auf­bau­en­den, sprich krea­ti­ven Ge­dan­ken zu­las­sen. Und wie­der­um an­de­re wol­len sich vi­el­leicht gar nicht die Mü­he ma­chen, ei­ne krea­ti­ve Hal­tung zu ent­wi­ckeln. Da ist gu­ter Rat teu­er.

Wich­tig ist zu wis­sen, dass Krea­ti­vi­tät kei­ne Re­geln, Vor­ge­hens­wei­sen und Tech­ni­ken kennt. Sie ist we­der rei­ner Denk­sport noch aus­schließ­li­ches Bauch­ge­fühl. Sie ist ein Zu­sam­men­spiel von Kopf und Ge­fühl. Sie stellt die ver­ein­te Kraft von Geist und See­le dar. Wenn wir krea­tiv sein und un­se­re ur­ei­ge­nen schöp­fe­ri­schen Kräf­te zum Le­ben er­we­cken wol­len, müs­sen wir uns zu­al­ler­erst von de­struk­ti­ven Ge­dan­ken ver­ab­schie­den. Wir müs­sen zu der Qu­el­le un­se­res Her­zens vor­sto­ßen, in­dem wir im­mer wie­der dar­über nach­den­ken, was uns wirk­lich be­geis­tert. Hier, in die­ser Freu­de, ist der Sitz un­se­rer Krea­ti­vi­tät. Oh­ne Le­bens­freu­de ist Krea­ti­vi­tät nicht mög­lich. Das soll­ten wir uns be­wusst ma­chen. Zu­hau­se sit­zen und sa­gen: „Ich kann so­wie­so nichts än­dern, der Job hat schuld, mein Part­ner, mei­ne Kin­der, mei­ne schlech­te Ge­sund­heit“, ist das Ge­gen­teil von Krea­ti­vi­tät. Es sind, um es ganz di­rekt zu sa­gen, Aus­re­den, um nichts ver­än­dern zu müs­sen. Jam­mern kann gut­tun, bringt aber auf Dau­er nicht wei­ter. Auch wenn wir tief sit­zen­de Blo­cka­den ha­ben, kön­nen wir wei­ter­kom­men, in­dem wir un­se­re Krea­ti­vi­tät ein­set­zen, um et­wa ei­nen gu­ten The­ra­peu­ten zu fin­den. Wie ge­sagt, es gibt im­mer ei­ne Lö­sung.

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