Das Schick­sal hat es noch ein­mal gut mit mir ge­meint

Astrowoche - - Magische Geschichten - Ma­ri­an­na L. aus Pas­sau

Mei­ne ma­gi­sche Ge­schich­te ist nicht nur ma­gisch, son­dern auch schick­sal­haft. Und das war so: Ich war sehr lan­ge Zeit mit mei­nem To­ny ver­lobt. Er woll­te un­be­dingt hei­ra­ten, aber mir war es nicht so wich­tig und ich hat­te auch ein biss­chen Bam­mel da­vor. Denn ich bin ein Schei­dungs­kind. Ich brauch­te auch kein Stück Pa­pier, um glück­lich zu sein. Für mich wa­ren wir schon ein Ehe­paar. Doch ei­nes Ta­ges stell­te mich To­ny plötz­lich vor die Wahl: ent­we­der ich hei­ra­te ihn oder er trennt sich von mir. Ich nahm das nicht so ernst, denn ich wuss­te To­ny liebt mich. Aber da hat­te ich mich ge­wal­tig ge­irrt. Nach cir­ca ei­ner Wo­che zog To­ny aus und ließ mich ein­fach sit­zen. Ich konn­te es ein­fach nicht glau­ben, dass er sich so stur stell­te. Ich dach­te, er liebt mich. Er war auch für mich nicht mehr zu er­rei­chen, we­der über Han­dy, noch an sei­nem Ar­beits­platz. Ich litt furcht­bar. Ei­nes Ta­ges saß ich beim Fri­seur, links und rechts von mir wa­ren die Stüh­le mit zwei Da­men be­setzt. Sie un­ter­hiel­ten sich an­ge­regt über mei­nen Kopf hin­weg über den neu­es­ten Klatsch. Dann viel plötz­lich der Na­me To­ny und ich horch­te auf. „Der ar­me jun­ge Mann,“sag­te die Ei­ne, „hat so ei­nen Lie­bes­kum­mer. Ich ha­be ja gleich ge­sagt, er soll nicht auf sei­ne Stamm­tisch­brü­der hö­ren. Die ha­ben doch kei­ne Ah­nung. Die sind doch nur nei­disch. Trau­schei­ne sind heut­zu­ta­ge nicht mehr so wich­tig. Aber er ge­niert sich jetzt na­tür­lich vor sei­nen Freun­den zu­rück­zu­ru­dern.“Das war es al­so, ich wuss­te doch, dass To­ny mich noch liebt. Doch was soll­te ich tun? Es gab nur ei­ne Mög­lich­keit: Ich wuss­te, dass er mor­gen sei­nen Stamm­tisch hat­te und fass­te ei­nen Ent­schluss. Ich mach­te mich am nächs­ten Tag be­son­ders schick und ging zu To­nys Stamm­tisch. Als er mich sah, schau­te er erst et­was er­staunt und dreh­te sich dann de­mons­tra­tiv wie­der sei­nen Freun­den zu. Ich ging an den Tisch und be­grüß­te ihn. Ich tat ganz reu­mü­tig und bat ihn vor all sei­nen Freun­den um Ver­zei­hung. Erst zö­ger­te er, doch dann stand er auf und nahm mich fest in den Arm. Sei­ne Freun­de johl­ten ihm na­tür­lich zu mit Sprü­chen wie: „Gut ge­macht To­ny, die ist zur Ver­nunft ge­kom­men, man muss sie nur et­was zap­peln las­sen.“Oder: „In der Ehe muss der Mann die Ho­sen an­ha­ben“und so wei­ter. Wir ha­ben dann tat­säch­lich ge­hei­ra­tet, denn ich lie­be ihn sehr. Aber bis heu­te ha­be ich ihm nicht ge­sagt, was ich beim Fri­seur mit­ge­hört hat­te.

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