Ein Fall aus mei­ner Pra­xis

Astrowoche - - Das Thema Der Woche -

Lie­be Ute, Sie sind weiß Gott nicht die Ein­zi­gen, de­ren Lie­be eu­pho­risch be­gann. Man schwebt bei­na­he im Him­mel. Dann, viel­leicht nach zwei, drei Jah­ren, be­ginnt man sich aus­ein­an­der­zu­le­ben, und ir­gend­wann wie­gen die Un­ter­schie­de, das, was ei­nem nicht ge­fällt, schwe­rer als das, was man toll fin­det. War­um das so ist? Wir ver­lie­ben uns

im­mer in un­ser Ge­gen­teil, das, was wir sel­ber nicht sind. Das fas­zi­niert uns, weil wir es noch nicht ken­nen, es aber in un­se­rem Un­ter­be­wusst­sein dar­auf war­tet, end­lich er­weckt zu wer­den. Aber dann, wenn die Be­zie­hungs­rou­ti­ne ih­ren Lauf nimmt, möch­te man bit­te wie­der sein Le­ben so le­ben, wie man es kennt. Dann ist das an­de­re und Frem­de nicht mehr auf­re­gend und span­nend, son­dern stö­rend. Aber nur, wenn man in der La­ge ist, die­ses an­de­re, das, was man nicht kennt, in sein Le­ben ein­zu­las­sen, es zu lie­ben, hat ei­ne Be­zie­hung Be­stand. Sie sind ein fünf­fa­cher Skorpion. Da fah­ren Sie auf ei­nen Bio-Bau­ern to­tal ab. Er hat ge­nau das, was Sie nicht ha­ben, näm­lich Land, auf dem et­was wächst, wäh­rend bei Ih­nen nur see­li­sche Pro­zes­se zäh­len. Lie­be Ute, Sie ha­ben noch ei­ne Chan­ce, aber dann müs­sen Sie ler­nen, Ihr Ge­gen­teil zu lie­ben.

Ute, 11.11.1977, 7.30 Uhr

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