Mein schöns­tes Ge­schenk zu Weih­nach­ten

Astrowoche - - Magische Geschichten - Alex­an­dra V. aus Stutt­gart

Es ist schon ei­ne Wei­le her, aber mei­ne ma­gi­sche Ge­schich­te ist wie ein klei­nes Wun­der. Vor ein paar Jah­ren woll­te ich mei­ne El­tern zu Weih­nach­ten über­ra­schen und sie be­su­chen. Sie wohn­ten et­was au­ßer­halb von Stutt­gart und ich muss­te über Land fah­ren. Es war schon dun­kel und ein Schnee­sturm war im An­marsch. Plötz­lich fing der Mo­tor mei­nes Au­tos zu stot­tern an und blieb ab­rupt ste­hen. Nichts rühr­te sich mehr. Ich schau­te auf die Ben­zin­uhr, aber der Tank war noch halb ge­füllt. Das gibt es doch nicht, dach­te ich. Das Au­to hat­te ich gera­de erst aus der Werk­statt ge­holt. Ich hol­te mein Han­dy her­aus und woll­te den Au­to­not­dienst an­ru­fen, aber der Ak­ku war leer. Auch das noch! So ein Pech. Al­so stieg ich aus und schau­te zu bei­den Sei­ten der Land­stra­ße ent­lang, ob ich ein an­de­res Au­to an­hal­ten konn­te. Aber im Ge­gen­teil, der Schnee­sturm wur­de im­mer schlim­mer und ich konn­te so gut wie gar nichts mehr se­hen. Ich flüch­te­te ins Au­to zu­rück und über­leg­te, was ich tun könn­te. Denn nie­mand er­war­te­te mich oder wuss­te, wo ich gera­de steck­te. Es wur­de ganz schön kalt und ich setz­te mir mei­ne Müt­ze auf, zog Hand- schu­he an und ku­schel­te mich in mei­nen Win­ter­man­tel. Es kam mir wie ei­ne Ewig­keit vor, als ich plötz­lich durch lau­tes Ge­hu­pe auf­ge­schreckt wur­de. Ne­ben mir hielt ein Wa­gen und je­mand klopf­te an mein Fens­ter. Ich konn­te es kaum glau­ben, es war mein Va­ter. Wo­her wuss­te er, dass ich hier im Schnee ste­cken ge­blie­ben war? Ich stieg aus und fiel ihm dank­bar in die Ar­me, schnell setz­ten wir uns in sein Au­to und fuh­ren heim. Un­ter­wegs er­zähl­te er mir, dass ihn mei­ne Werk­statt an­ge­ru­fen hät­te, denn der Lehr­ling hat­te vor lau­ter Hek­tik, die oft an Weih­nach­ten herrsch­te, ver­ges­sen, die Au­to­bat­te­rie in mei­nem Wa­gen aus­zu­tau­schen, so­dass ich wohl nicht weit kom­men konn­te. Ich hat­te dem Kf­zMeis­ter er­zählt, dass ich mei­ne El­tern an Hei­lig­abend über­ra­schen und Rich­tung Stutt­gart woll­te. Was für ein net­ter Mann! Er hat­te mei­nen Na­men auf der Kre­dit­kar­te ge­le­sen und über die Te­le­fon­aus­kunft mei­nen Va­ter aus­fin­dig ge­macht. Der ist na­tür­lich gleich los­ge­fah­ren um mich zu su­chen, denn übers Han­dy war ich nicht zu er­rei­chen. Die uner­war­te­te Hil­fe war das schöns­te Weih­nachts­ge­schenk, das ich je be­kom­men ha­be.

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