So wich­tig ist Hei­mat für Sie.

Was für ei­ne Be­deu­tung hat das 4. Haus?

Astrowoche - - Vorderseite - von Micha­el All­gei­er

Das 4. Haus ge­hört zu den so­ge­nann­ten Eck­häu­sern, die im Ge­burts­ho­ro­skop ei­ne be­son­de­re Be­deu­tung in­ne­ha­ben. Es gibt zu­nächst Aus­kunft über un­se­re Her­kunfts­fa­mi­lie und die er­erb­ten Ei­gen­schaf­ten, die dann im dar­auf­fol­gen­den 5. Haus schöp­fe­risch zum Aus­druck ge­bracht wer­den sol­len. Taucht das 4. Haus schwie­rig auf, dann ha­ben wir oft lan­ge Zeit Pro­ble­me, uns selbst zu ver­wirk­li­chen und ein Le­bens­ziel zu fin­den. Am 4. Haus kön­nen wir un­ter an­de­rem auch se­hen, wie wir uns un­ser Zu­hau­se vor­stel­len und wie wir uns wohn­lich am liebs­ten ein­rich­ten. Das 4. Haus ist, um es kurz zu sa­gen, un­se­re Ba­sis.

Grund­sätz­lich kann man sa­gen, dass Men­schen, de­ren 4. Haus im Horoskop stark be­setzt ist, ei­nen star­ken Fa­mi­li­en­sinn und gro­ße Hei­mat­ver­bun­den­heit be­sit­zen und sich den Tra­di­tio­nen ver­pflich­ten. Das ist dann ganz be­son­ders der Fall, wenn et­wa Son­ne oder Mond in die­sem Be­reich ste­hen. Ei­nen Hin­weis auf ei­ne be­son­ders glück­li­che Kind­heit kön­nen die so­ge­nann­ten „Wohl­tä­ter“Ve­nus und Ju­pi­ter im 4. Haus lie­fern. Sie bie­ten meist ei­ne gu­te Ba­sis der Ent­fal­tung be­reits in jun­gen Jah­ren. Sa­turn in Haus 4 deu­tet da­ge­gen oft an, dass man die Welt, aus der man stammt, ein­engend und be­gren­zend emp­fun­den hat. Mars in Haus 4 ist ein Zei­chen von viel Streit in der Her­kunfts­fa­mi­lie, der die Ju­gend und Kind­heit be­ein­träch­tigt hat. Steht Mer­kur im 4. Haus, ist das häu­fig ein Zei­chen ei­nes in­tel­lek­tu­el­len El­tern­hau­ses, in dem Bil­dung und Wis­sens- ver­mitt­lung ein gro­ßes The­ma war. Das 4. Haus ent­spricht dem kar­di­na­len Was­ser­zei­chen Krebs und ist da­durch ein weib­li­ches, see­lisch-trieb­be­ton­tes Haus. Die pro­mi­nen­tes­te Pla­ne­ten­stel­lung im 4. Haus und noch mehr am IC, die Haupt­ach­se, mit dem das 4. Haus be­ginnt, hat dem­nach der Mond, da das 4. Haus der Spie­gel des Kreb­ses ist, des­sen Herr­scher wie­der­um der Mond ist. Men­schen mit dem Mond in die­sem Be­reich ha­ben ei­ne ge­wöhn­lich weiche See­le und ein zar­tes Emp­fin­den, auch wenn der Mond z. B. im Wid­der oder St­ein­bock ste­hen soll­te. Sie hän­gen in al­ler Re­gel sehr stark an ih­rer Her­kunfts­und Ge­gen­warts­fa­mi­lie und an ih­rer Hei­mat. In al­ler Re­gel ha­ben sie auch ei­ne sehr für­sorg­li­che, müt­ter­li­che Mut­ter. Ein sehr kri­tisch an­ge­leg­tes 4. Haus ist häu­fig bei Hei­mat­ver­trie­be­nen, Ob­dach­lo­sen und Va­ga­bun­den zu be- ob­ach­ten. Auf Pro­ble­me mit den ei­ge­nen Wur­zeln wei­sen häu­fig die drei neu­en Pla­ne­ten Ura­nus, Nep­tun und Plu­to in Haus 4 hin. Ei­nen be­son­ders schwie­ri­gen Fall stellt hier Nep­tun dar. In Haus 4 deu­tet er Iden­ti­täts­kri­sen und oft auch ei­ne to­ta­le Wur­zel­lo­sig­keit an. Men­schen mit solch ei­ner Nep­tun-Stel­lung sind über­all und nir­gend­wo Zu­hau­se, sind im bes­ten Fal­le Wel­ten­bür­ger. Ein An­zei­chen von grö­ße­ren see­li­schen Er­schüt­te­run­gen, die die Kind­heit und Ju­gend stö­ren kön­nen, ist häu­fig Plu­to in Haus 4. Meist ist die­se Plu­to-Stel­lung mit gro­ßen und ein­schnei­den­den Ve­rän­de­run­gen ver­knüpft. Ura­nus in Haus 4 ist eben­falls ein Zei­chen „ge­spreng­ter“Wur­zeln. Oft ist hier die Kind­heit ir­gend­wie un­ru­hig und zer­ris­sen. In­ter­es­sant ist auch, dass der IC und das an­schlie­ßen­de 4. Haus in der klas­si­schen Astro­lo­gie ja auch mit dem Le­bens­abend und den Ver­hält­nis­sen am Le­bens­en­de ver­knüpft sind. Nach­dem wir uns im Lau­fe des Le­bens dem MC zu­wen­den, ge­hen wir al­so am Le­bens­en­de wie­der in den IC und das 4. Haus ein. Im­mer wie­der kön­nen Astro­lo­gen in der Be­ra­tungs­pra­xis be­ob­ach­ten, dass es eben sehr schwie­rig ist, sei­nen per­sön­li­chen Weg (MC und 10. Haus) zu fin­den, wenn es in der Kind­heit (IC und 4. Haus) mas­si­ve Un­si­cher­hei­ten und Pro­ble­me ge­ge­ben hat. Es man­gelt dann häu­fig an Halt und in­ne­rer Si­cher­heit im Le­ben, die durch das 4. Haus, die Ba­sis, ge­ge­ben wer­den soll­ten, um hin­aus­zu- ge­hen, um die Welt zu er­obern (10. Haus). Im spä­te­ren Le­ben weist das 4. Haus auf un­se­re ei­ge­nen vier Wän­de, un­ser häus­li­ches Le­ben und auf fes­ten Be­sitz (z. B. Im­mo­bi­li­en) hin. Das Tier­kreis­zei­chen und auch die Pla­ne­ten, die sich im 4. Haus be­fin­den, ver­ra­ten, ob wir lie­ber in der Stadt oder auf dem Land, in hü­ge­li­gen Ge­gen­den oder am Was­ser usw. le­ben möch­ten. Auch die Art und Wei­se, wie sich ein Mensch ein­rich­tet, ist aus dem 4. Haus er­sicht­lich. Ne­ben dem Le­bensur­sprung hat es, wie schon er­wähnt, Be­zug zum Le­bens­en­de. Aus die­sem Be­reich kön­nen wir er­se­hen, ob es uns im Al­ter gut geht oder ob wir vi­el­leicht mit Not und Wi­der­stän­den rech­nen müs­sen. Un­se­re leib­li­chen El­tern und die durch sie über­mit­tel­te Erb­mas­se sind eben­falls aus dem 4. Haus zu er­se­hen. Die er­erb­ten Fä­hig­kei­ten sol­len da­ne­ben im fol­gen­den 5. Haus schöp­fe­risch und krea­tiv um­ge­setzt wer­den. Die al­ten Astro­lo­gen rie­ten bei ei­nem sehr un­güns­tig auf­tau­chen­den 4. Haus, von Zu­hau­se weg­zu­zie­hen und sei­nen Ge­burts­ort zu ver­las­sen, da die­ser nur Un­glück brin­gen wür­de. Hat je­mand da­ge­gen ein sehr hell be­setz­tes, po­si­ti­ves 4. Haus, wä­re es un­ter Um­stän­den ein Feh­ler, den Hei­mat­ort zu ver­las­sen. Zu­sam­men­fas­send kann man durch­aus be­haup­ten, dass das 4. Haus vi­el­leicht so­gar das wich­tigs­te Haus über­haupt ist. Mit ihm sind die we­sent­li­chen Start­vor­ga­ben in das Le­ben ver­knüpft.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.