Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Ich ha­be mein gan­zes Le­ben im Traum ge­se­hen.

Astrowoche - - Inhalt - Vik­to­ria O. aus Kiel

Mei­ne Freun­din Vi­cky und ich ken­nen uns schon seit dem Kin­der­gar­ten. Wir sind fast wie Schwes­tern, ha­ben so­gar den glei­chen Vor­na­men und das glei­che Han­dy. Nur was Män­ner an­geht, ha­ben wir sehr un­ter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen. Vi­cky mag den ro­man­ti­schen Typ, ich bin eher bo­den­stän­dig. Ei­nes Ta­ges, Vi­cky hat­te sich ge­ra­de von mir da­heim ver­ab­schie­det, be­kam ich ei­ne SMS von mei­ner In­ter­ne­tBe­kannt­schaft Michael. Er wohn­te auch in Kiel und woll­te mich per­sön­lich ken­nen­ler­nen. Bis­her hat­ten wir uns nur übers In­ter­net aus­ge­tauscht. Mein Herz klopf­te, ich war auf­ge­regt. Ich schrieb ihm gleich zu­rück und wir ver­ab­re­de­ten uns noch für den Nach­mit­tag auf dem Fisch­markt. Als Er­ken­nungs­zei­chen hielt je­der von uns ei­ne klei­ne gel­be Ro­se in Hän­den. Dann war es end­lich so weit. Er war sehr sym­pa­thisch, hat­te ein of­fe­nes Lä­cheln und be­grüß­te mich mit ei­nem kräf­ti­gen Hän­de­druck. Wir gin­gen ins nächs­te Ca­fé und un­ter­hiel­ten uns. Aber ir­gend­et­was stimm­te nicht. Manch­mal schau­te er mich et­was nach­denk­lich, aber doch freund­lich an und mach­te mir Kom­pli­men­te über mein Aus­se­hen. Er hat­te ei­gent­lich ein et­was an­de­res Bild von mir, er­zähl­te er mir. Wir ver­stan­den uns pri­ma, aber auch ich be­merk­te Un­ge­reimt­hei­ten an ihm. Er hat­te brau­nes statt schwar­zes Haar, blaue statt brau­ne Au­gen und war viel grö­ßer, als ich ge­dacht hat­te. Plötz­lich klin­gel­te mein Han­dy. Vi­cky war dran und lach­te. Sie hat­te aus Ver­se­hen mein Han­dy mit­ge­nom­men und ich hat­te ih­res. Sie war­te­te auf ei­ne Nach­richt von ih­rer In­ter­ne­tbe­kannt­schaft Michael. Jetzt erst be­griff ich: Vi­cky und ich hat­ten bei­de ei­ne In­ter­ne­tbe­kannt­schaft mit dem glei­chen Vor­na­men und ich traf mich ge­ra­de mit ih­rem Chat­part­ner. Ich bat Vi­cky, ins Ca­fé zu kom­men. Ich er­zähl­te in­zwi­schen Michael von der Ver­wechs­lung und wir muss­ten bei­de la­chen. Vi­cky nahm es mit Hu­mor und er­zähl­te mir spä­ter, dass mein Michael über­haupt nicht ihr Typ ge­we­sen sei, viel zu un­ro­man­tisch und zu bo­den­stän­dig. Mein ei­gent­li­cher Chat­part­ner Michael hat sich gar nicht mehr ge­mel­det. Und so bin ich durch die­sen herr­li­chen Irr­tum glück­lich ver­hei­ra­tet und Mut­ter von zwei lie­ben Kin­dern. Vi­cky hat auch ih­ren Traum­prin­zen ge­fun­den. Er heißt Hol­ger und trägt sie auf Hän­den.

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