Ich ha­be mein gan­zes Le­ben im Traum ge­se­hen

Astrowoche - - Magische Geschichten - Ruth F. aus der To­sca­na

Mei­ne ma­gi­sche Ge­schich­te klingt ein we­nig merk­wür­dig, aber es ist wirk­lich al­les so ge­kom­men, wie ich es ge­träumt ha­be. Und das war so: Ich war in Ita­li­en auf Ur­laub in der To­sca­na. Ich lie­be die­se Ru­he und die herr­li­che Land­schaft. Ob­wohl ich mir je­des Jahr vor­nahm, wo­an­ders hin­zu­rei­sen, zog es mich im­mer wie­der in die To­sca­na zu­rück. An den Nach­mit­ta­gen ging ich gern durch das na­he­ge­le­ge­ne Zy­pres­sen­wäld­chen, leg­te mich un­ter ein Bäum­chen in den Schat­ten und dös­te vor mich hin. Ich träum­te von ei­nem Haus mit Gar­ten, ei­nem La­b­ra­dor der mit den Kin­dern her­um­toll­te und mei­nem zu­künf­ti­gen Mann, mit dem ich ge­mein­sam mei­nen Le­bens­abend ver­brin­gen wür­de. Der Traum lief wie ein Film vor mir ab und als ich auf­wach­te, dau­er­te es ei­ni­ge Se­kun­den, bis ich wie­der in der Rea­li­tät an­ge­kom­men war. Ein schö­ner Traum, dach­te ich, scha­de, dass ich auf­ge­wacht bin. Ich ging zu­rück in mei­ne Pen­si­on, zog mich um und ging in die klei­ne Ort­schaft, um zu Abend zu es­sen. Am Nach­bar­tisch saß ein Mann, der mich freund­lich grüß­te. Ich er­wi­der­te sei­nen Gruß und wir ka­men ins Ge­spräch. Er woh­ne hier am Orts­rand und ha­be mich schon ei­ni­ge Ma­le ge­se­hen, sag­te er. Ni­co sprach her­vor­ra­gend Deutsch, denn er hat­te ei­ne klei­ne Oli­ven­plan­ta­ge und be­lie­fer­te deut­sche Fein­kost­lä­den mit sei­nen Pro­duk­ten. Er lud mich für den nächs­ten Tag zu sich ein. Erst zö­ger­te ich, denn ich woll­te nicht dass er denkt, dass ich gleich mit je­dem Mann mit­ge­he der mich ein­lud. Aber weit ge­fehlt. Er schick­te sei­ne Schwes­ter Ma­tea mit dem Au­to zu mei­ner Pen­si­on und wir fuh­ren zu sei­ner Plan­ta­ge. Ich lern­te sei­ne gan­ze Fa­mi­lie ken­nen, die un­glaub­lich freund­lich zu mir war. Auch La­b­ra­dor-Hün­din „Gi­gi“, die mir schon im Traum be­geg­net war. Es kam mir al­les so un­wirk­lich vor. Da Ern­te­zeit war, half ich ein­fach mit Oli­ven zu pflü­cken. Wir ar­bei­te­ten bis in den spä­ten Nach­mit­tag hin­ein. Wie­der zu Hau­se bei Ni­co an­ge­kom­men, er­war­te­te uns sei­ne Mut­ter im Gar­ten an ei­ner lan­gen ge­deck­ten Ta­fel mit lau­ter Köst­lich­kei­ten für die flei­ßi­gen Ern­te­hel­fer. Mein Ni­co lob­te mich und be­dank­te sich für die Hil­fe. Er zwin­ker­te mir zu und ich fühl­te mich schon wie zu Hau­se. Es füg­te sich al­les wie in mei­nem Traum. Ni­co und ich hei­ra­te­ten, be­ka­men drei Kin­der und sind glück­lich. Ge­nau so, wie ich es ge­träumt hat­te.

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