All­gei­ers Astro­wis­sen.

Was für ei­ne Be­deu­tung hat das 8. Haus?

Astrowoche - - Inhalt -

Die tie­fe Sei­te der Leidenschaft.

Das 8. Haus hat Be­zug zum Tod und zu al­lem, was da­mit im Zu­sam­men­hang steht, wie Erb­schaf­ten, Le­ga­te, Tes­ta­men­te und Le­bens­ver­si­che­run­gen. Wir er­fah­ren durch die­ses Haus, ob ein Mensch z. B. mit ei­ner Erb­schaft zu rech­nen hat oder ob es Strei­te­rei­en um Nach­läs­se gibt. Auch die Fä­hig­keit ei­nes Men­schen, Geld und Ver­mö­gen zu ver­wal­ten, wird durch das 8. Haus er­sicht­lich. Da­ne­ben hat es aber nicht nur mit dem kon­kre­ten ir­di­schen Tod, son­dern auch mit dem in­ne­ren Tod, der tie­fen per­sön­li­chen Wand­lung und Trans­for­ma­ti­on zu tun. Durch das 8. Haus kön­nen wir uns see­lisch und letzt­lich auch ge­sund­heit­lich re­ge­ne­rie­ren. Es sagt uns, dass auf je­des En­de ein neu­er An­fang folgt.

ine wei­te­re wich­ti­ge Sa­che ge­hört na­tür­lich auch zum 8. Haus, das der ir­di­sche Spie­gel des Skor­pi­ons ist: Die Se­xua­li­tät, die mit Tief­gang und los­las­sen, dem Or­gas­mus in Form des klei­nen To­des, frz. la pe­ti­te mort (Or­gas­mus), zu tun hat. Sie steht im Ge­gen­satz zum 5. Haus, das ja un­ter an­de­rem auch der Se­xua­li­tät zu­ge­ord­net ist, je­doch mehr der spie­le­ri­schen Se­xua­li­tät, die sich auf pu­rer Le­bens­freu­de grün­det, die ein Akt der Schöp­fung und Zeu­gung ist, wäh­rend die Se­xua­li­tät des 8. Hau­ses eben los­las­sen, ja sich auf­ge­ben, mit dem an­de­ren ver­schmel­zen be­deu­tet. Im 8. Haus fin­den sich al­le ver­dräng­ten und weg­ge­scho­be­nen Wün­sche und Sehn­süch­te, die, so­fern sie nicht ge­lebt wer­den dür­fen, schnell zur zwang­haf­ten, nicht mehr steu­er­ba­ren Pas­si­on mit de­struk­ti­vem Cha­rak­ter wer­den. Skorpion und 8. Haus sind die dunk­le, aber auch tie­fe Sei­te der Leidenschaft. Die eher hel­le Sei­te der Leidenschaft fin­det sich da­ge­gen im Lö­wen, der Son­ne, dem Drang nach Selbst­ver­wirk­li­chung, und dem 5. Haus, dem ir­di­schen Spie­gel des Lö­wen. Lö­we ist das Zei­chen des Le­bens, Skorpion des To­des. Im Tier­kreis ste­hen Lö­we und Skorpion so­wie 5. und 8. Haus im un­ver­söhn­li­chen Qua­drat zu­ein­an­der wie auch das Le­ben und der Tod als die größ­ten Ge­gen­sät­ze über­haupt er­schei­nen. Be­deu­ten­de Se­xu­al­for­scher der Ge­schich­te ha­ben na­he­zu im­mer ei­ne pro­mi­nen­te Be­set­zung des 8. Hau­ses oder auch des Skor­pi­ons. Sich auf­ge­ben, los­las­sen ist auch ein The­ma in Be­zug auf un­se­ren ir­di­schen Tod, wes­halb wir durch das 8. Haus er­ken­nen kön­nen, wie leicht oder wie schwer ein Mensch im Au­gen­blick des To­des los­las­sen kann. Was wir al­ler­dings nie­mals im Ho­ro­skop se­hen kön­nen, ist, wann ein Mensch stirbt. Denn es kön­nen schreck­li­che, aber auch sehr gu­te Mo­men­te sein, in de­nen je­mand stirbt. Das vor­aus­zu­be­rech­nen hat noch nie­mals funk­tio­niert und stellt au­ßer­dem ei­ne to­ta­le Re­spekt­lo­sig­keit ge­gen­über dem be­trof­fe­nen Men­schen und der Schöp­fung dar. Der Ver­such, ein To­des­da­tum zu er­rech­nen ist ein ab­so­lu­tes No-Go für je­den Astro­lo­gen, der als se­ri­ös an­ge­se­hen wer­den will. Das 8. Haus ge­hört zu den Be­rei­chen des Ho­ro­skops, das für Astro­lo­gie-An­fän­ger be­son­ders schwer zu deu­ten ist, da es viel mit ver­bor­ge­nen Kräf­ten und Ge­heim­nis­sen zu tun hat, wie der Skorpion, von dem es ab­ge­lei­tet wird. Ten­den­zi­ell ha­ben Men­schen, de­ren Ge­burts­son­ne im 8. Haus steht ei­ne Men­ge Skorpion-Ei­gen­schaf­ten, auch wenn sie vom Stern­zei­chen her viel­leicht ein Zwil­ling oder Krebs sind. Ähn­lich sind die an­de­ren Pla­ne­ten im 8. Haus zu deu­ten. Wer et­wa den Mond in Haus 8. hat, des­sen See­le ist ge­nau­so tief, aber oft in­ner­lich ge­nau­so zer­ris­sen wie beim Mond im Skorpion. Steht Mer­kur im 8. Haus, färbt er sich eben­falls plu­to­nisch, un­ab­hän­gig von sei­ner Zei­chen­stel­lung. Er ge­winnt hier an Tie­fe und be­sitzt ei­nen ähn­li­chen For­schungs­drang wie Mer­kur im Skorpion. Grund­sätz­lich kön­nen wir sa­gen, dass Men­schen mit ei­ner star­ken bzw. prä­gnan­ten 8.Haus-Be­to­nung oft in Be­ru­fen be­hei­ma­tet sind, die mit wis­sen­schaft­li­chen For­schun­gen, Me­di­zin, Ster­be­hil­fe, Tie­fen­psy­cho­lo­gie und Astro­lo­gie zu tun ha­ben. Es ist ge­fürch­tet, da es nicht nur mit dem Tod und Ge­walt zu tun hat, son­dern auch der Be­reich der Ta­bus ist. Ge­nau­so we­nig, wie man über die Se­xua­li­tät und ih­re un­ter­schied­li­chen Fa­cet­ten spricht, wird auch der Tod ver­drängt und bei­sei­te ge­scho­ben. Im 8. Haus sam­melt sich al­les, was ist, aber nicht sein darf. Das 8. Haus steht fer­ner in en­ger Ver­bin­dung mit Ok­kul­tis­mus und Ge­heim­wis­sen­schaf­ten. Es ist ins­ge­samt sehr ge­heim­nis­voll, denn es zeigt so­wohl even­tu­el­le An­la­gen zu Ver­bre­chen als auch zu geis­ti­ger Kräf­te­bal­lung an, wie sie gro­ße Künst­ler, Ma­gi­er, Yo­gis oder auch Pries­ter be­sit­zen. Es hat da­her nicht nur mit Tod und Re­si­gna­ti­on, son­dern auch mit dem Selbst­er­hal­tungs­wil­len und den Re­ge­ne­ra­ti­ons­kräf­ten zu tun. Spe­zi­ell bei Frau­en gibt die Qua­li­tät des 8. Hau­ses auch Auf­schluss über die Art der Ent­bin­dun­gen (Ge­bur­ten), da das 8. Haus wie ei­ne Art Pfor­te zwi­schen Le­ben und Tod ist. Bei sehr be­gab­ten und pas-

sio­nier­ten Heb­am­men fin­den wir üb­ri­gens auch sehr oft ei­ne pro­mi­nen­te Be­set­zung des 8. Hau­ses. Im 8. Haus fin­den wir das Ge­heim­nis der Heilung, der to­ta­len Ge­sun­dung. Durch in­ne­ren Wan­del und tie­fer Trans­for­ma­ti­on kön­nen wir wie ei­ne Schlan­ge (Sym­bol des Skor­pi­ons und des 8. Hau­ses), die sich im­mer wie­der häu­tet, uns völ­lig neu er­schaf­fen und auch nach schlimms­ter Krank­heit wie der Phö­nix aus der Asche em­por­stei­gen. Wen wun­dert es, dass auch die ganz gro­ßen Heiler stets Son­ne-Plu­to-Aspek­te oder (und) ein pro­mi­nent be­setz­tes 8. Haus be­sit­zen. Durch das 8. Haus er­fah­ren wir nicht zu­letzt, ob ein Mensch z. B. mit ei­ner Erb­schaft zu rech­nen hat oder ob es Strei­te­rei­en um Nach­läs­se gibt. Auch die Fä­hig­keit ei­nes Men­schen, Geld und Ver­mö­gen zu ver­wal­ten, wird durch das 8. Haus er­sicht­lich. Das 8. Haus liegt dem 2. Haus ge­gen­über, in dem wir uns ins Le­ben ein­brin­gen, ver­wirk­li­chen und ei­ge­nes Geld ver­die­nen sol­len, das zum Le­bens­er­halt nö­tig ist. Im 8. Haus geht es um den Aus­tritt aus dem Le­ben und eben auch um das Geld bzw. Ver­mö­gen der Ver­wand­ten (Erb­schaft), aber auch um das Ver­mö­gen des Part­ners. Da das 8. Haus dem 7. folgt, soll in ihm über­haupt ein ge­mein­sa­mer Le­bens­stil in der Part­ner- schaft ge­fun­den und ent­wi­ckelt wer­den. Men­schen mit ei­ner star­ken 8.-Haus-Be­to­nung sind oft sehr sym­bio­tisch und wün­schen sich sehr viel Nä­he mit dem Part­ner. Men­schen mit ei­ner sehr kri­ti­schen 8.-Haus-Be­set­zung se­hen sich häu­fig mit An­grif­fen dunk­ler Mäch­te auf das Un­ter­be­wusst­sein kon­fron­tiert. Auch im­mer wie­der­keh­ren­de To­des­angst ist in sol­chen Fäl­len häu­fig zu be­ob­ach­ten. Ge­ra­de die lang­sam lau­fen­den Tran­site durch das 8. Haus ha­ben häu­fig ei­ne gro­ße und ein­schnei­den­de Aus­wir­kung auf un­ser Le­ben. Geht Sa­turn durch das 8. Haus be­kom­men wir die Auf­ga­be, un­ser Ver­mö­gen zu ord­nen und über die fi­nan­zi­el­le Ab­si­che­rung für das Al­ter nach­zu­den­ken. Auch wird jetzt die Be­schäf­ti­gung mit dem Tod und un­se­ren größ­ten Ängs­ten ein The­ma, die Blo­cka­den in un­se­rem Le­ben dar­stel­len und des­halb auf­ge­löst wer­den müs­sen. Durch­quert Ura­nus das 8. Haus, kann uns ein plötz­li­cher To­des­fall in Um­ge­bung oder ein an­de­rer Schick­sals­schlag über­ra­schen und so zu ei­nem Um­den­ken und ei­ner Wand­lung zwin­gen, die viel­leicht schon lan­ge nö­tig ist und im­mer wie­der auf­ge­scho­ben wur­de. Tritt der lau­fen­de Nep­tun in un­ser 8. Haus, sol­len wir in die tie­fe­ren Schich­ten un­se­res Un­be­wuss­ten ein­tau­chen und auch den Kräf­ten des Über­sinn­li­chen be­geg­nen. Gleich­zei­tig müs­sen wir jetzt aber auch un­se­ren Ver­stand schär­fen und die Rea­li­tä­ten er­ken­nen, da wir sonst Op­fer von Be­trug wer­den kön­nen. Ei­nen fast schon ge­wal­ti­gen Ein­fluss kann Plu­to im Tran­sit durch das 8. Haus ha­ben. Der Herr­scher zieht hier so­zu­sa­gen in sein Reich ein, was mit grö­ße­ren Trans­for­ma­tio­nen im Le­ben zu tun hat. Um un­ser 8. Haus, egal wie es im Ein­zel­fall aus­se­hen mag, gut zu be­wäl­ti­gen, müs­sen wir es durch un­ser Be­wusst­sein er­hel­len. D. h., dass wir uns auch mit dem Tod be­schäf­ti­gen und ihn nicht nur ver­drän­gen soll­ten. Er ge­hört zum Le­ben wie die Nacht zum Tag. Im tiefs­ten In­ne­ren zu be­grei­fen, dass das ir­di­sche Le­ben end­lich ist, ist schwer zu ak­zep­tie­ren, für den ei­nen mehr, für den an­de­ren we­ni­ger. Das 8. Haus lehrt uns auch, Tie­fe zu­zu­las­sen, in der Se­xua­li­tät, in der Ar­beit, im Zu­sam­men­le­ben. Wir ver­söh­nen uns mit ihm, in­dem wir das Ster­ben üben, wo­mit hier das in­ne­re Ster­ben, die nö­ti­gen Trans­for­ma­tio­nen und Wand­lun­gen im Le­ben ge­meint sind.

von Michael All­gei­er

Wenn Ve­nus im 8. Haus steht, dann ist die Lie­be ma­gisch und un­wi­der­steh­lich.

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