Ih­re wah­re Be­ru­fung.

So er­ken­nen Sie

Astrowoche - - Vorderseite - von Micha­el All­gei­er

Be­ruf, Lie­be und Geld sind die gän­gigs­ten The­men, mit de­nen der Astro­lo­ge in sei­ner Pra­xis kon­fron­tiert wird. Auf­fal­lend ist, dass sich ge­ra­de in letz­ter Zeit – was üb­ri­gens auch vie­le mei­ner Kol­le­gen be­stä­ti­gen kön­nen – im­mer mehr Men­schen mit dem The­ma Be­ruf im Sin­ne von Be­ru­fung, Sinn des Le­bens und Le­bens­ziel aus­ein­an­der­set­zen. Si­cher hängt dies auch mit un­se­rer Zeit, mit der Wirt­schafts­kri­se und Ar­beits­lo­sig­keit zu­sam­men. Vie­le Men­schen rüt­telt die­se Si­tua­ti­on auf, sie be­gin­nen erst jetzt dar­über nach­zu­den­ken, dass der Be­ruf noch ei­ne an­de­re Be­deu­tung au­ßer Geld­ver­die­nen ha­ben kann. Der star­ke Wunsch nach Selbst­ver­wirk­li­chung hat aber auch un­ab­hän­gig von die­sen Kri­sen­jah­ren mit dem ge­ra­de an­bre­chen­den Was­ser­mann-Zeit­al­ter zu tun, in dem, im Ge­gen­satz zum Fi­scheZeit­al­ter der ver­gan­ge­nen zwei­tau­send Jah­re, mehr die In­di­vi­dua­li­tät in den Vor­der­grund drängt. Die Men­schen ha­ben heu­te mehr in­di­vi­du­el­le Frei­heit und kön­nen da­her auch mehr ih­re Son­ne le­ben, die ja mit den Ent­fal­tungs­kräf­ten und dem ei­gent­li­chen We­sens­kern, der Be­stim­mung ei­nes Men­schen in ei­nem hö­he­ren Sin­ne zu tun hat. Die Frei­heit und die Chan­ce auf Selbst­ver­wirk­li­chung wer­den letzt­lich je­doch sehr un­ter­schied­lich, ent­spre­chend der je­wei­li­gen An­la­ge, ge­nutzt. Es gibt Men­schen, die wis­sen be­reits in der Schu­le ganz ge­nau, wel­che Aus­bil­dung sie da­nach ma­chen wer­den bzw. wel­ches Stu­di­um. Sie ha­ben ih­ren Be­ruf fest vor Au­gen, den sie dann auch er­grei­fen und mit dem sie dann auch glück­lich wer­den. Im Grun­de ge­nom­men ist das aber die Aus­nah­me. Nor­ma­ler­wei­se muss ein jun­ger Mensch die Mög­lich­keit ha­ben, erst vie­le Din­ge aus­zu­pro­bie­ren, be­vor er sei­nen Weg und sei­nen Be­ruf fin­den kann. Denn theo­re­tisch, nur in Ge­dan­ken, lässt sich kein Be­ruf aus­ma­chen, wir müs­sen ihn in der Pra­xis er­fah­ren, um zu wis­sen, ob er zu uns passt. Lei­der er­lau­ben die äu­ßer­li­chen ge­sell­schaft­li­chen Zwän­gen und das Schul­sys­tem in den meis­ten Fäl­len kei­ne Pha­se des Aus­pro­bie­rens, so­dass auch die­se Men­schen re­la­tiv früh in et­was hin­ein­ge­drängt wer­den, was ih­nen per­sön­lich nicht liegt. Ta­len­te wer­den oft nicht er­kannt bzw. ein­fach nicht ge­zielt ge­för­dert. Ge­ra­de die Astro­lo­gie könn­te üb­ri­gens in die­sem Punkt ei­ne sehr po­si­ti­ve und hilf­rei­che Rol­le spie­len, wenn es bei Ju­gend­li­chen um das Er­ken­nen per­sön­li­cher Fä­hig­kei­ten geht. An­ge­hen­den Astro­lo­gen soll­te aber auch be­wusst sein, dass die Astro­lo­gie kein Re­zept­buch ist, in das man hin­ein­blickt und den je­wei­lig pas­sen­den Be­ruf für ei­nen Men­schen her­aus­sucht. So ein­fach geht es lei­der nicht. Si­cher kön­nen wir an­hand des MC und des an­schlie­ßen­den 10. Hau­ses tief sit­zen­de Le­bens­zie­le aus­ma­chen. Der für ei­nen Men­schen ge­eig­ne­te Be­ruf er­gibt sich je­doch im­mer aus den ge­sam­ten An­la­gen und Fä­hig­kei­ten des Ho­ro­skops. Die schwie­ri­ge Auf­ga­be für den Astro­lo­gen ist es nun, für die viel­fäl­ti­gen Ener­gi­en ei­nes Ho­ro­skops, die in Form von Pla­ne­ten und Aspek­ten auf­tau­chen, ge­eig­ne­te äu­ßer­li­che For­men, sprich Be­rufs­vor­schlä­ge, zu fin­den. Da wir in der Astro­lo­gie in Ent­spre­chun­gen, in Ana­lo­gi­en den­ken, er­ge­ben sich na­tur­ge­mäß viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten. Bei­spiel: Mit Mars in Kon­junk­ti­on zum MC fin­den Sie Men­schen, die beim Mi­li­tär Kar­rie­re ma­chen. Sie fin­den un­ter dem­sel­ben Vor­zei­chen pro­mi­nen­te Sport­ler, ei­ne Füh­rungs­kraft in der Wirt­schaft, ei­nen Dra­ma­ti­ker, ei­nen Chir­ur­gen etc. Die Mög­lich­kei­ten von Mars am MC sind ent­spre­chend der Na­tur von Mars eben viel­fäl­tig. Der Krea­ti­vi­tät des Astro­lo­gen sind hier letzt­lich kei­ne Gren­zen ge­setzt. Im Wei­te­ren gilt hier zu be­ach­ten, dass die Be­rufs­fin­dung ei­nes Men­schen im­mer auch ei­nes per­sön­li­chen We­ges be­darf, den der Astro­lo­ge un­ter Um­stän­den an­re­gen, aber kei­nes­wegs vor­weg­neh­men kann. Wenn wir un­se­re Ta­len­te und Fä­hig­kei­ten, die durch un­se­re An­la­gen im Ho­ro­skop an­ge­zeigt sind, nicht le­ben, blei­ben wir in un­se­rem Job schlecht und mit­tel­mä­ßig. Al­le gro­ßen und er­folg­rei­chen Men­schen der Ge­schich­te ha­ben Spe­zi­al­be­ga­bun­gen ge­habt und

die­se kon­se­quent ge­nutzt und ge­lebt. Und das ist auch oft das Ein­zi­ge, was sie dem Nor­mal­bür­ger vor­aus­ha­ben. Es ist ein Le­bens­ge­setz, dass wir dann un­er­war­te­te Hil­fe in Form von Zu­fäl­len und Be­geg­nun­gen be­kom­men, so­bald wir un­se­re Fä­hig­kei­ten le­ben. Wenn wir das nicht tun, dann kann spä­tes­tens in der be­rühmt-be­rüch­tig­ten Mid­life-Cri­sis der gro­ße Zu­sam­men­bruch kom­men. In der Astro­lo­gie gibt es zwei gro­ße Kri­sen, an­ge­zeigt durch den „Re­turn of Sa­turn“, ein­mal um das drei­ßigs­te Le­bens­jahr und ein­mal um das sech­zigs­te Le­bens­jahr. Wenn Sa­turn nun an die Stel­le zu­rück­kommt, an der er im Au­gen­blick un­se­rer Ge­burt stand, bli­cken wir zu­rück und fra­gen uns, ob es das schon ge­we­sen ist im Le­ben … Wir fra­gen uns vor al­lem in die­sen Zei­ten nach dem Le­bens­sinn und na­tür­lich auch nach dem per­sön­li­chen Le­bens­ziel, das wie­der­um mit dem Be­ruf ge­kop­pelt ist. Zu Kri­sen, was den Be­ruf und das Le­bens­ziel be­trifft, kommt es un­ab­hän­gig von die­sen Zei­ten auch dann, wenn Sa­turn im Tran­sit durch das 10. Haus läuft. Nur Men­schen, die sich wirk­lich mit ih­rem Be­ruf iden­ti­fi­zie­ren kön­nen und so­zu­sa­gen an der rich­ti­gen Stel­le sind, wer­den die­sen Tran­sit nicht un­be­dingt als fun­da­men­tal emp­fin­den. Al­le an­de­ren spü­ren nun ei­ne ver­stärk­te in­ne­re Un­zu- frie­den­hei­ten und be­gin­nen nach dem Sinn, nach den ei­gent­li­chen Zie­len in ih­rem Le­ben zu fra­gen. Kon­kret kön­nen wir über das 10. Haus sa­gen: a) Ent­spre­chen­des Tier­kreis­zei­chen des 10. Hau­ses ist der St­ein­bock. Der Zei­chen­herr­scher des St­ein­bocks ist Sa­turn, die Na­tur des St­ein­bocks ist weib­lich, see­lisch und trieb­be­tont. Sein Ele­ment Er­de be­deu­tet: Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Ma­te­ri­el­len, Stre­ben nach rea­ler Ver­wirk­li­chung. Der St­ein­bock ist fer­ner ein kar­di­na­les Zei­chen, d. h. es han­delt sich hier um ei­ne vor­wärts drän­gen­de, Ei­gen­in­itia­ti­ve er­grei­fen­de, herr­schen­de Ener­gie mit Wunsch nach Füh­rung. b) Sa­turn steht im St­ein­bock in sei­nem ei­ge­nen Herr­schafts­be­reich. Sa­turn steht für Kon­zen­tra­ti­on, Aus­dau­er, Vor­stel­lungs­kraft, lang­fris­ti­ge Zie­le. Er ist an die ma­te­ri­el­le Welt ge­bun­den und ver­kör­pert rea­les Macht­stre­ben. c) Haupt­the­ma des 10. Hau­ses ist die so­zia­le Stel­lung, das An­se­hen. Es hat mit Macht, mit Ruhm, Eh­re, An­er­ken­nung, gu­tem Ruf, so­zia­lem Auf­stieg oder um­ge­kehrt mit Ohn­macht, Ruf­schä­di­gung, Man­gel an An­er­ken­nung, so­zia­lem Ab­stieg und Sturz von er­reich­ter Hö­he zu tun. d) Der Be­ruf als Be­ru­fung ist ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma des 10. Hau­ses. Es tau­chen vor­teil­haf­te bzw. nach­tei­li­ge oder gar schäd­li­che be­ruf­li­che Verhältnisse auf. Das 10. Haus ver­rät spe­zi­el­le be­ruf­li­che Fä­hig­kei­ten und Be­ga­bun­gen, ob ei­ne gro­ße Kar­rie­re be­vor­steht durch ei­ge­ne Leis­tung und An­stren­gung oder ob ei­ne Ten­denz zu Er­folg­lo­sig­keit be­steht. e) Das 10. Haus gibt fer­ner Aus­kunft über die Be­reit­schaft, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men – in der Rol­le des Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten oder im Be­ruf. Die Eig­nung als Frei­be­ruf­ler kann eben­falls durch die­sen Be­reich er­se­hen wer­den. f) Das 10. Haus hat schließ­lich auch mit dem ei­ge­nen Va­ter als Au­to­ri­tät, als Er­zie­hungs­be­rech­tig­ter, als Vor­bild zu tun. Sei­ne Er­zie­hung kann ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Be­rufs- und Le­bens­ziel sei­nes Kin­des ha­ben. Wie der Va­ter emp­fun­den wur­de bzw. wird, hängt von der per­sön­li­chen Be­zie­hung zu ihm ab, ob har­mo­nisch oder dis­har­mo­nisch. Das po­si­ti­ve „Va­ter­er­leb­nis“kann zu kraft­vol­len so­zia­len und be­ruf­li­chen Ta­ten an­spor­nen, das ne­ga­ti­ve brem­sen, ver­un­si­chern, Kraft rau­ben, Zie­le aus den Au­gen ver­lie­ren las­sen. g) Das 10. Haus hat aber auch all­ge­mein mit Au­to­ri­tä­ten und Vor­ge­setz­ten zu tun und dem Ver­hält­nis, das wir zu die­sen ha­ben. Aus dem 10. Haus kön­nen wir letzt­lich er­se­hen, ob wir Au­to­ri­tä­ten über­haupt an­er­ken­nen oder grund­sätz­lich ab­leh­nen. In­di­rekt spielt hier wie­der das Ver­hält­nis zum Va­ter mit hin­ein, der ja als ers­te und wich­tigs­te Au­to­ri­tät er­lebt wur­de.

Steht Sa­turn im 10. Haus, dann kann und will man be­ruf­lich viel er­rei­chen

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