Die Astro­wo­che hat mir mei­ne gro­ße Lie­be ge­schenkt

Astrowoche - - Magische Geschichten - Hel­mut Z. aus Müns­ter

Mei­ne Frau ist ein ab­so­lu­ter Fan der Astro­wo­che und hat mich über­re­det, un­se­re ma­gi­sche Ge­schich­te zu schrei­ben. Dass wir ein Paar wur­den, hat ei­ne gan­ze Wei­le ge­dau­ert. Denn nach dem Stu­di­um bin ich ins Aus­land ge­gan­gen und ha­be mei­ne Ka­trin aus den Au­gen ver­lo­ren. Ich hat­te mir auch ei­gent­lich gar kei­ne Chan­cen bei ihr aus­ge­rech­net, denn sie war da­mals das be­gehr­tes­te Mäd­chen auf un­se­rer Schu­le. Im­mer braun ge­brannt und lan­ge, blon­de Haa­re. Und schlau wie ein Fuchs. Als ich ei­nes Ta­ges in mei­ne Hei­mat zu­rück­kehr­te, hielt ich nach ihr Aus­schau und such­te im Te­le­fon­buch nach ih­rer Num­mer. Aber Fehl­an­zei­ge. Na­ja, dach­te ich, die wird schon längst ver­hei­ra­tet sein und Kin­der ha­ben. Dann kam un­ser ers­tes Klas­sen­tref­fen. Auf dem Fest schau­te ich mich nach Ka­trin um und sah sie tat­säch­lich, aber lei­der in Be­glei­tung. Ein hüb­scher Mann, ein we­nig zu jung für Ka­trin, aber sie sah im­mer noch blen­dend aus. Ich war na­tür­lich ent­täuscht und ging ihr aus dem Weg. Als ich mich ge­ra­de auf dem Heim­weg ma­chen woll­te, rief je­mand nach mir. Ich dreh­te mich um, und sah den jun­gen Mann, der Ka­trin be­glei­tet hat­te. Er kam auf mich zu und drück­te mir fest die Hand. „Sie müs­sen Hel­mut sein, mei­ne Mut­ter hat mir von Ih­nen er­zählt“, ich war so ver­blüfft und gleich­zei­tig er­leich­tert. Denn ich hat­te wirk­lich ge­dacht, er sei Ka­t­rins Mann. Er hieß Hel­ge und er­zähl­te mir, dass Ka­trin in der Astro­wo­che ge­le­sen hät­te, dass sie heu­te nach lan­ger Zeit end­lich ih­re gro­ße Lie­be wie­der­tref­fen wür­de. Sie sei so auf­ge­regt ge­we­sen, dass er sie be­glei­ten muss­te. Jetzt kam auch Ka­trin hin­zu und strahl­te mich an. Lan­ge Zeit hat­te sie ge­hofft, dass ich ihr ein­mal aus dem Aus­land schrei­ben wür­de, denn sie hat­te sich Hals über Kopf in mich ver­liebt. Aber als da­mals kein Le­bens­zei­chen von mir kam, hat­te sie wie ich, ge­dacht, sie hät­te eh kei­ne Chan­ce bei mir ge­habt. Sie hat­te dann ge­hei­ra­tet, zwei Kin­der be­kom­men, aber die Ehe war nicht gut ge­gan­gen. Das gibt es doch nicht! Da hat­ten wir bei­de jah­re­lang Zeit da­mit ver­tan, auf uns zu war­ten. Wir fie­len uns, noch ein we­nig schüch­tern in die Ar­me, wein­ten und lach­ten vor Glück. Ja, so war das. Ein­fach un­glaub­lich. Die Astro­wo­che hat uns end­lich zu­sam­men­ge­führt. Wir sind ein glück­li­ches Paar, bis heu­te. Und mit Ka­t­rins Kin­dern ver­ste­he ich mich auch pri­ma. Wir ge­nie­ßen jetzt un­se­re ge­mein­sa­me Zeit.

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