Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Astrowoche - - Inhalt - Saskia O. aus Frankfurt

Mei­ne gro­ße Lie­be fand ich durch ei­nen Geld­schein.

Ei­gent­lich ist es ja ei­ne Un­sit­te, auf ei­nen Geld­schein zu krit­zeln oder zu ma­len. Aber in die­sem Fall hat es mir mei­ne gro­ße Lie­be be­schert. Ich bin ei­nes Mor­gens ganz früh auf den Markt zum Ein­kau­fen ge­gan­gen. Beim Be­zah­len, gab mir der Ver­käu­fer ei­nen 20-Eu­ro­schein und Klein­geld zu­rück. Da­nach ging ich in mein Lieb­lings­ca­fé, be­stell­te mir ein klei­nes Früh­stück und zahl­te mit dem glei­chen 20-Eu­ro­schein, auf dem ei­ne Han­dy­num­mer qu­er an dem Ma­gnet­strei­fen ent­lang stand. Die Be­die­nung schüt­tel­te ver­ständ­nis­los mit dem Kopf und woll­te ihn erst gar nicht an­neh­men. Aber da ich ein Stamm­gast war, nahm sie ihn dann doch. Ein paar Ta­ge spä­ter ging ich in den Su­per­markt und be­kam den sel­ben Schein mit der Han­dy­num­mer an der Kas­se wie­der zu­rück. Ich muss­te un­will­kür­lich la­chen, so ein Zu­fall, dach­te ich noch. Zu Hau­se wur­de ich neu­gie­rig und rief die Num­mer an. Ei­gent­lich ist das gar nicht mei­ne Art, aber mei­ne in­ne­re Stim­me ließ mir kei­ne Ruh. Ein Mann mel­de­te sich. Ich er­zähl­te ihm dann, dass ich sei­ne Num­mer auf dem 20-Eu­ro­schein ent­deck­te hat­te. Er stell­te sich als „Han­nes“vor und ent­schul­dig­te sich für die Ve­r­un­stal­tung des Geld- scheins. Er er­zähl­te mir, dass ein Freund von ihm ei­ne Wet­te an­ge­zet­telt hät­te. Wenn sich in­ner­halb ei­ner Wo­che nie­mand bei ihm auf die Num­mer mel­det, muss­te er ihm ein Es­sen be­zah­len. Die Zeit sei noch nicht um und Han­nes hat­te die Wet­te ge­won­nen. Da er auch in Frankfurt wohn­te, lud er mich auf ei­nen Kaf­fee in die In­nen­stadt ein. Wir wa­ren uns auf An­hieb sym­pa­thisch. Dann heck­te Han­nes ei­nen Plan aus. Er lud sei­nen Wett-Freund Mar­tin am Wo­che­n­en­de zum Es­sen ein und ich soll­te ei­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter da­zu­kom­men. So ge­schah es dann auch. Han­nes stell­te mich vor. Ich er­zähl­te Mar­tin die Ge­schich­te und hielt zum Be­weis den 20-Eu­ro­schein be­reit. Er war wirk­lich über­rascht und konn­te es kaum glau­ben. Wir drei un­ter­hiel­ten uns so an­ge­regt, dass wir die Zeit ganz ver­ges­sen hat­ten und die letz­ten ver­blie­ben Gäs­te wa­ren. Der Ober brach­te uns höf­lich die Rech­nung an den Tisch. Mar­tin zahl­te mit Freu­de und gab ein groß­zü­gi­ges Trink­geld. Han­nes und ich wur­den tat­säch­lich ein Paar. Und Mar­tin wur­de un­ser Trau­zeu­ge. Den 20Eu­ro­schein ha­be ich ein­ge­rahmt. Er steht jetzt in un­se­rer Vi­tri­ne und er­in­nert uns täg­lich an un­ser Glück.

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