All­gei­ers Astro­wis­sen.

Astrowoche - - Inhalt -

Das 12. Haus – es be­wahrt Ihr größ­tes Le­bens­ge­heim­nis.

Das 12. Haus be­sitzt ent­spre­chend dem Zei­chen­herrn der Fi­sche, Nep­tun, ei­ne stark psy­chi­sche und geis­ti­ge Ori­en­tie­rung. Es hat viel mit in­ne­ren Ent­wick­lun­gen, Be­wusst­seins­er­wei­te­rung, Tran­szen­denz, Ah­nun­gen, Ein­ge­bun­gen, Be­sinn­lich­keit, Stil­le und Zu­rück­ge­zo­gen­heit zu tun. Auf der an­de­ren Sei­te weist es aber auch auf Sor­gen, psy­chi­sche Stö­run­gen und vor al­lem heim­li­che Fein­de hin, auf ab­ge­schlos­se­ne Si­tua­tio­nen (Ge­fäng­nis, Kran­ken­haus, An­stal­ten) und Iso­liert­heit. Al­les in al­lem ist die­ses Haus ein Be­reich der Be­frei­ung und des geis­ti­gen Wachs­tums. Men­schen, die ein stark be­setz­tes 12. Haus ha­ben, sind oft sehr spi­ri­tu­el­le Men­schen.

Das 12. Haus ge­hört zu den Be­rei­chen des Ho­ro­skops, die für An­fän­ger wirk­lich schwer zu ver­ste­hen sind. Es braucht vie­le Jah­re, bis man das 12. Haus nicht nur ver­stan­des­mä­ßig, son­dern auch in­ner­lich be­greift. Klar, es hat ja in ers­ter Li­nie auch mit Ge­heim­nis­sen und al­lem Uner­gründ­li­chen zu tun. Es ist der ir­di­sche Spie­gel der Fi­sche, und je­der­mann weiß, wenn man ei­nen Fisch grei­fen will, macht es „flutsch“, und weg ist er. Ganz ähn­lich ist es oft mit Fi­sche-Ge­bo­re­nen, die ir­gend­wie im­mer aus­wei­chen, als hät­ten sie et­was zu ver­ber­gen. Und noch mehr ist das der Fall, wenn je­mand die Son­ne im 12. Haus ste­hen hat. Die­se Men­schen sind tat­säch­lich vol­ler Ge­heim­nis­se, wenn­gleich wir das nicht nur ne­ga­tiv wer­ten dür­fen. Im Wort „ge­heim“steckt „heim“. Je­der Mensch braucht ein ge­wis­ses Quan­tum an Heim­lich­kei­ten, weil er da­mit eben zu Hau­se, bei sich selbst ist. Bei Men­schen mit der Son­ne in Haus 12, ei­ner Son­ne-Nep­tun-Kon­junk­ti­on, -Qua­drat oder -Op­po­si­ti­on oder über­haupt ei­ner star­ken Be­to­nung die­ses Be­reichs, kön­nen die­se Heim­lich­kei­ten al­ler­dings et­was viel wer­den und ins Be­las­ten­de für sie selbst und ih­re Um­ge­bung kip­pen. Vor al­lem Frau­en, die Män­ner mit der Son­ne in Haus 12 ha­ben, kön­nen da­von ein „Lied­chen sin­gen“. Sie wissen nie, was ih­re Män­ner ge­ra­de wirk­lich ma­chen, und wer­den das auch nie­mals her­aus­be­kom­men. Die­se Män­ner sind ein­fach nicht greif­bar. Das 12. Haus macht nor­ma­ler­wei­se auch nicht be­son­ders le­bens­tüch­tig, da es eben ein fein­stoff­li­cher Be­reich ist, der von Nep­tun re­giert wird – Nep­tun hat nun ein­mal gar nichts mit ir­di­schen Rea­li­tä­ten zu tun. Des­halb kön­nen „12.-Haus-Men­schen“krass ab­stür­zen im Le­ben, bis in die Gos­se. Auf der an­de­ren Sei­te fin­den wir aber auch geis­tig und spi­ri­tu­ell ex­trem hoch ent­wi­ckel­te Men­schen mit ei­nem star­ken 12. Haus. Der Di­enst für ei­ne hö­he­re Sa­che, Selbst­auf­op­fe­rung und Ver­zicht ste­hen hier im Vor­der­grund. Die Lie­be tritt in ei­ner stark ver­geis­tig­ten Form auf, wes­halb Men­schen, die un­ter ei­nem star­ken Ein­fluss die­ses Hau­ses ste­hen, ge­le­gent­lich pla­to­ni­sche Be­zie­hun­gen zum an­de­ren Ge­schlecht auf­bau­en. Mön­che und Klos­ter­schwes­tern und über­haupt al­le Men­schen, die in Zu­rück­ge­zo­gen­heit le­ben, ha­ben oft ei­ne star­ke 12.-Haus-Be­set­zung. Man fin­det un­ter die­sem Vor­zei­chen aber auch vie­le Künst­ler. Die­se Men­schen sprü­hen vor tol­len Ide­en und Fan­ta­si­en, die sie aber lei­der in den sel­tens­ten Fäl­len auch ver­wirk­li­chen. Nicht sel­ten zieht die Be­to­nung die­ses Hau­ses ei­ne re­gel­rech­te Wirk­lich­keits­flucht nach sich. Je­der Pla­net, der im 12. Haus steht, zeigt heim­li­che Ak­ti­vi­tä­ten an. Bei un­güns­ti­gen Aspek­ten auf die­ses Haus ist der Mensch emp­fäng­lich für Al­ko­hol- und Rausch­gift­sucht, ge­kop­pelt mit ei­ner star­ken An­triebs­lo­sig­keit. Ne­ben Künst­lern, Pries­tern und Klos­ter­schwes­tern fin­den wir auch sehr gu­te Hei­ler, Pfle­ger, Psy­cho­lo­gen und Astro­lo­gen mit ei­ner pro­mi­nen­ten Be­set­zung die­ses Be­reichs. Ver­ständ­lich, denn im 12. Haus geht es ja, wie be­reits er­wähnt, um die Psy­che und geis­ti­ge In­hal­te. Und: Es geht hier um Auf­op­fe­rung, um Nächs­ten­lie­be, um Hel­fen, um das Ide­al. Im po­si­ti­ven Sin­ne fin­den wir im 12. Haus al­le christ­li­chen Grund­ge­dan­ken. Die Fi­sche sind nicht zu­fäl­lig das Sym­bol des Chris­ten­tums. Im Wei­te­ren fin­den wir hier Men­schen, die in La­bo­ren, Kli­ni­ken, in Ge­fäng­nis­sen, über­haupt in an­ge­schlos­se­nen Räu­men tä­tig sind. Sym­bol für das 12. Haus ist ein dunk­ler, lee­rer Raum, und tat­säch­lich sind Men­schen mit star­ker 12.-Haus-Be­to­nung oft iso­liert, da sie über ein gro­ßes Ru­he­be­dürf­nis ver­fü­gen und sich des­halb im­mer wie­der vom gro­ßen Tru­bel zu­rück­zie­hen. Ih­re fei­ne, aber auch leicht ir­ri­tier­ba­re Psy­che lässt es nicht zu, stän­dig un­ter­schied­li­chen Ein­flüs­sen aus­ge­lie­fert zu sein. Sie spü­ren je­de noch so

fei­ne Schwin­gung und ver­ren­nen sich schnell in ir­ri­ge Vor­stel­lun­gen, was sie letzt­lich zu den häu­figs­ten Be­su­chern von Psy­cho­lo­gen und The­ra­peu­ten macht. Frei­wil­li­ge Selbst­auf­ga­be durch Ei­n­ord­nung in hö­he­re Zu­sam­men­hän­ge, ech­te re­li­giö­se Ver­in­ner­li­chung ist das ho­he Ziel des 12. Hau­ses. Nicht rich­tig be­grif­fen führt es zu Fröm­me­lei und der ne­ga­ti­ven Ab­kehr von der Au­ßen­welt. Wir fin­den hier Men­schen in mys­ti­scher Selbst­ver­sen­kung, aber auch in welt­frem­der Ei­gen­brö­te­lei. In sehr kri­ti­scher Au­s­prä­gung des 12. Hau­ses fin­den wir oft ex­trem ver­wirr­te, psy­chisch schwer kran­ke und auch äu­ßerst kri­mi­nel­le Men­schen, die je­de Moral ver­lo­ren ha­ben. Auch das ist ei­ne Aus­wir­kung des 12. Hau­ses, das eben die ge­sam­te Mess­lat­te von ganz hoch bis ganz tief be­inhal­tet. Oft­mals zwingt es auch zur un­frei­wil­li­ge Selbst­auf­ga­be durch die Un­fä­hig­keit sich in die grö­ße­ren Zu­sam­men­hän­ge ( z. B. der mensch­li­chen Ge­sell­schaft) ein­zu­ord­nen; er­zwun­ge­ne Selbst­auf­ga­be durch Ge­fan­gen­schaft oder Krank­heit; Ge­fäng­nis, Zucht­haus, Zwangs­ar­beit, Iso­lie­rung und Be­stra­fung als Fol­ge aso­zia­ler, kri­mi­nel­ler An­la­gen, auch Iso­lie­rung in Kran­ken­häu­sern, Ner- ven­heil­an­stal­ten etc. als Fol­ge schwe­rer chro­ni­scher Krank­hei­ten. Da das 12. Haus mit sehr vie­len schick­sal­haf­ten Prü­fun­gen und Lei­den in Form schwe­rer chro­ni­scher Krank­hei­ten bis hin Siech­tum zu tun hat und es au­ßer­dem der Be­reich der heim­li­chen Fei­ne und An­fein­dun­gen ist, wur­de es in frü­her als ein Un­glücks­haus be­zeich­net, ähn­lich wie das 8. Haus, das vor­wie­gend mit Tod und Ge­walt in Ver­bin­dung ge­bracht wird. Man kann sich gut vor­stel­len, dass die­se Häu­ser ge­ra­de im Mit­tel­al­ter ei­ne im­men­se Be­deu­tung hat­ten und dass man im rea­len Le­ben vor­wie­gend ih­re kri­ti­schen Sei­ten sah, was na­tür­lich mit den sehr dunk­len Ge­ge­ben­hei­ten die­ser Zeit zu tun hat­te, in der die Le- bens­kämp­fe ex­trem schwer wa­ren und in der die Men­schen im Schnitt nur 30 Jah­re alt wur­den, weil vie­le an Pest, Krieg und Krank­hei­ten star­ben, die heut­zu­ta­ge kei­ne gro­ße Be­dro­hung mehr dar­stel­len. So ne­ga­tiv se­hen wir in un­se­rer Zeit die­se Häu­ser nicht mehr. Wir ver­su­chen viel­mehr ihr Po­ten­ti­al zu er­grün­den. Ei­ne wich­ti­ge Wech­sel­wir­kung ge­hen das 6. und 12. Haus in un­se­rem Horoskop ein. Wäh­rend das 6. mit den kör­per­li­chen Krank­hei­ten und An­fäl­lig­kei­ten zu tun hat, ist das 12. Haus mit see­li­schen und psy­chi­schen Lei­den ver­knüpft. Bei­de Sei­ten brau­chen sich ge­gen­sei­tig für die Hei­lung, und so ist es kein Wun­der, dass heut­zu­ta­ge Al­ter- na­tiv­me­di­zi­ner und Heil­prak­ti­ker die 6./12.-Haus-Ach­se oft sehr pro­mi­nent be­setzt ha­ben. Ein Bei­spiel: In mei­nem per­sön­li­chen Um­feld hat mei­ne Schwes­ter Ri­ki All­gei­er die­se Ach­se stark be­tont. Sie ist ei­ne her­vor­ra­gen­de Astro­me­di­zi­ne­rin und Heil­prak­ti­ke­rin. Ja, und man­che von Ih­nen ken­nen be­stimmt auch mei­nen Va­ter Kurt All­gei­er, der ein gro­ßes Vor­bild für mich war und ist und der ei­ne Son­ne-Ju­pi­ter-Kon­junk­ti­on im 12. Haus hat. Nach­dem er erst Theo­lo­gie stu­dier­te, hat er sich spä­ter der Astrologie zu­ge­wandt. Wie kein an­de­rer Astro­lo­ge, den ich ken­ne, wird er als gro­ßer Men­schen­freund und Hel­fer wahr­ge­nom­men, was wir als sei­ne Kin­der nur be­stä­ti­gen kön­nen. Im 12. Haus sol­len wir uns al­le der Welt hin­ter den rea­len Er­schei­nun­gen zu­wen­den. Je­der von uns hat ein 12. Haus, soll­te sich be­wusst mit der ei­ge­nen See­le und Psy­che aus­ein­an­der­set­zen, aber auch mit Mensch­sein, mit dem Für-an­de­re-da-Sein und mit dem Hel­fen. Wie uns das 12. Haus lehrt, ist es wich­tig, sich von Zeit zu Zeit in stil­le Or­te zu­rück­zu­zie­hen, um eben über uns selbst, das Le­ben und das Jen­seits nach­zu­den­ken. Das 12. Haus ist der Be­reich, in dem wir Glau­ben ent­wi­ckeln und be­ten soll­ten, es ist die ver­bor­ge­ne Tür zum Jen­seits.

Von Micha­el All­gei­er

Mit Ju­pi­ter im 12. Haus ist man vor Fein­den ge­schützt

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