Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Mein Traum ging doch noch in Er­fül­lung.

Astrowoche - - Inhalt -

Mei­ne ma­gi­sche Ge­schich­te war ein Traum, der tat­säch­lich in Er­fül­lung ge­gan­gen ist. Nach dem Mau­er­fall bin ich mit mei­ner Fa­mi­lie nach Berlin um­ge­zo­gen. Di­rekt ins Ge­tüm­mel, ob­wohl ich von Haus aus eher das Ru­hi­ge mag. Aber Ar­beit gab es für mei­nen Mann und mich nur in der Groß­stadt. Ein Jahr vor un­se­rer Ren­te hat­te ich im­mer wie­der ei­nen Traum: Ein Haus am See. Na­tür­lich für uns un­er­schwing­lich. In mei­ner Fan­ta­sie mal­te ich mir manch­mal aus, wie schön es wä­re, am See zu schwim­men, mei­nem Mann beim An­geln zu zu­schau­en und den Son­nen­un­ter­gang zu ge­nie­ßen. Dann gin­gen wir in den Ru­he­stand. Wir such­ten in den Zei­tun­gen nach ei­ner klei­ne­ren Woh­nung und stie­ßen auf ei­ne Klein­an­zei­ge: „Su­che Rent­ner­ehe­paar für leich­te Ar­beit in Bran­den­burg, Wohn­mög­lich­keit vor­han­den.“Mein Mann wink­te gleich ab, da hät­ten sich si­cher schon Hun­der­te be­wor­ben. Aber ich dach­te, ei­nen Ver­such sei es wert und schick­te un­se­re Be­wer­bung heim­lich ab, samt Fo­tos von uns. Lan­ge rühr­te sich nichts, und ich gab mei­nem Mann ins­ge­heim recht, dass die Stel­le si­cher schon ver­ge­ben sei. Da klin­gel­te ei­nes Nach­mit­tags das Te­le­fon und ei­ne Da­me mel­de­te sich, sie woll- te mei­nen Mann spre­chen. Sie sei ge­ra­de ge­schäft­lich in Berlin und ha­be un­se­re Be­wer­bung da­bei. Mein Mann staun­te nicht schlecht und ich ge­stand ihm, dass ich heim­lich ei­ne Be­wer­bung ab­schickt hat­te. Er sah mich lan­ge an, muss­te dann aber la­chen und sag­te: „Mei­ne Ga­bi, du bist mir ei­ne.“So ver­ab­re­de­ten wir uns mit der Da­me in ei­nem Ca­fé in der In­nen­stadt. Sie er­kann­te uns gleich und ging mit ei­nem herz­li­chen Lä­cheln auf uns zu. Sie sei ge­schäft­lich rund um die Welt un­ter­wegs und su­che je­man­den, der das Haus in Bran­den­burg hü­tet, den Gärt­ner be­stellt usw. In der nächs­ten Wo­che sei sie zu­rück in Bran­den­burg und wir soll­ten uns un­se­ren Ar­beits­platz an­schau­en. Die Fahrt­kos­ten über­neh­me sie na­tür­lich. An­ge­kom­men, staun­te ich dies­mal nicht schlecht: Das Haus war ei­ne wun­der­schö­ne Vil­la, di­rekt am See, mit ei­nem Steg. Un­se­re Woh­nung be­stand aus ei­nem lie­be­voll ein­ge­rich­te­ten Ne­ben­haus. Na­tür­lich ha­ben wir gleich zu­ge­sagt. Und mein Traum ist doch tat­säch­lich in Er­fül­lung ge­gan­gen: Ich ba­de mor­gens im See und mein Mann wirft ab und zu sei­ne An­gel aus. Son­nen­un­ter­gang in­klu­si­ve.

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