Sich see­lisch und geis­tig wei­ter­ent­wi­ckeln

Be­reits in der an­ti­ken Astro­lo­gie ar­bei­te­ten die Astro­lo­gen mit den Mond­kno­ten. Im Lau­fe der Zeit ge­riet das wun­der­ba­re und ge­heim­nis­vol­le Wis­sen über sie aber mehr und mehr in Ver­ges­sen­heit. In der nä­he­ren Ver­gan­gen­heit wur­den die Mond­kno­ten in der Ho­ros

Astrowoche - - Allgeier’s Astrowissen -

it dem Wie­der­ent­de­cken der Mond­kno­ten ver­knüpft sich auch der aus dem Os­ten stam­men­de Glau­be von der Wie­der­ge­burt des Men­schen. Bei ei­ner Fins­ter­nis hat­te man frü­her die Vor­stel­lung, dass die Son­ne bzw. der Mond von ei­nem Dra­chen ver­schlun­gen wür­den. Und da sich Mond- und Son­nen­fins­ter­nis­se im­mer in der Nä­he oder di­rekt auf der Mond­kno­te­n­ach­se be­fin­den, nann­te man den auf­stei­gen­den, nörd­li­chen Mond­kno­ten auch Dra­chen­kopf und den ab­stei­gen­den, süd­li­chen Mond­kno­ten Dra­chen­schwanz. In der Astro­lo­gie gel­ten die­se Mond­kno­ten zu­nächst ein­mal als sen­si­ble Punk­te. Ih­re Wir­kung ist völ­lig an­ders als die der Pla­ne­ten. Sie kön­nen höchs­tens be­reits be­ste­hen­de Cha­rak­ter­zü­ge un­ter­stüt­zen (wenn der Mond­kno­ten z. B. in der Nä­he des As­zen­den­ten steht oder mit ei­nem per­sön­li­chen Pla­ne­ten ver­bun­den ist), ge­ben letzt­lich aber Hin­wei­se auf Le­bens­the­men und eben nicht auf per­sön­li­che An­la­gen. Lo­gi­scher­wei­se müs­sen die Mond­kno­ten in­halt­lich et­was mit Son­ne und Mond zu tun ha­ben, schließ­lich han­delt es sich um die Schnitt­punk­te zwi­schen der Son­nen- und der Mond­bahn. Sie ste­hen, um es kon­kret zu sa­gen, in en­ger Ver­bin­dung mit un­se­rer see­li­schen und geis­ti­gen Ent­wick­lung. Dem auf­stei­gen­den Mond­kno­ten wer­den Son­ne-Ju­pi­ter-Kräf­te zu­ge­sagt. Er ist für uns wich­ti­ger als der ab­stei­gen­de, da er ein Kon­takt­kno­ten ist, der Ver­bin­dun­gen und vor al­lem neue Per­spek­ti­ven im jet­zi­gen Le­ben an­zeigt und schafft. Sei­ne Stel­lung im Ho­ro­skop ver­rät, wo sich für uns Tü­ren in ei­ne neue Welt öff­nen, mit der ei­ne fun­da­men­ta­le, po­si­ti­ve Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung ver­bun­den ist. Der ab­stei­gen­de Mond­kno­ten be­sitzt Mond-Sa­turn-Cha­rak­ter. Er hat nach den al­ten Über­lie­fe­run­gen mit Leid, Ver­zicht, Fehl­trit­ten und ne­ga­ti­ven Er­fah­run­gen in der Ver­gan­gen­heit zu tun, die es im Jetzt zu lö­sen gilt. Die klas­sisch ori­en­tier­ten Astro­lo­gen brin­gen den ab­stei­gen­den Mond- kno­ten in di­rek­te Ver­bin­dung mit frü­he­ren Le­ben und dem Kar­ma. Die mehr psy­cho­lo­gisch ori­en­tier­ten Astro­lo­gen se­hen in dem ab­stei­gen­den Mond­kno­ten mehr die Trau­ma­ta, Pro­ble­me und Kon­flik­te der Ver­gan­gen­heit, die sich al­lei­ne auf die­ses Le­ben be­schrän­ken, al­so vor­wie­gend aus der Kind­heit stam­men. Letzt­lich ist das al­les ei­ne Glau­bens- und Über­zeu­gungs­sa­che. Wir vom AstroKol­leg ha­ben die Über­zeu­gung, dass der ab­stei­gen­de Mond­kno­ten na­tür­lich so­wohl mit der Kind­heit und Ju­gend als auch mit frü­he­ren Le­ben zu tun hat. Fakt ist, dass die meis­ten Men­schen in ih­rem ab­stei­gen­den Mond­kno­ten ste­cken und mit des­sen The­men zu kämp­fen ha­ben. Der auf­stei­gen­de Mond- kno­ten und sei­ne po­si­ti­ven Mög­lich­kei­ten müs­sen letzt­lich im der­zei­ti­gen Le­ben er­kannt und ent­wi­ckelt wer­den. Wer sein Be­wusst­sein auf ihn rich­tet, kann sein Le­ben er­folg­rei­cher und glück­li­cher ge­stal­ten. Gleich­zei­tig gilt es am ab­stei­gen­den Mond­kno­ten zu ar­bei­ten, der eben im­mer mit per­sön­li­chen Schwie­rig­kei­ten und Schwä­chen ver­knüpft ist. Die Prin­zi­pi­en des auf­stei­gen­den Mond­kno­tens (Dra­chen­kopf) sind: so­zia­les Ver­hal­ten, An­knüp­fun­gen, Ver­bin­dun­gen. Die Prin­zi­pi­en des ab­stei­gen­den Mond - kno­tens (Dra­chen­schwanz) sind: un­so­zia­les, selbst­be­zo­ge­nes und un­rei­fes Ver­hal­ten und Han­deln. Psy­cho­lo­gisch hat der auf­stei­gen­de Mond­kno­ten mit dem Stre­ben nach neu­en Ge­mein­schaf­ten und Le­bens­per­spek­ti­ven zu tun, der ab­stei­gen­de Mond­kno­ten mit mas­si­ven per­sön­li­chen Pro­ble­men und Fehl­ver­hal­ten, die die Ent­wick­lung hem­men und sich ne­ga­tiv in Ge­mein­schaf­ten be­merk­bar ma­chen. Rein as­tro­no­misch ge­se­hen sind die Mond­kno­ten die Schnitt­punk­te zwi­schen der Son­nen­bahn (Ek­lip­tik) und der Bahn des Mon­des um die Er­de, die sich zwei­mal kreu­zen. Der nörd­li­che Schnitt­punkt ist der auf­stei­gen­de Mond­kno­ten, der süd­li­che der ab­stei­gen­de. Im Ge­gen­satz zu den Pla­ne­ten be­we­gen sich die Mond­kno­ten rück­wärts durch den Tier­kreis.

Wich­tig ist noch zu wis­sen, dass in ei­nem Ge­burts­ho­ro­skop meist nur der auf­stei­gen­de Mond­kno­ten ein­ge­zeich­net ist. Den ab­stei­gen­den müs­sen wir uns vor­stel­len, er liegt dem auf­stei­gen­den ex­akt ge­gen­über. Grund­sätz­lich ist die Deu­tung der Mond­kno­ten in den Häu­sern wich­ti­ger, da die­se Mond­kno­ten per­sön­lich­keit­be­zo­gen sind, wäh­rend die Mond­kno­ten in den Tier­kreis­zei­chen jahr­gangs­be­zo­gen sind. Der auf­stei­gen­de Mond­kno­ten ist im­mer so et­was wie das Tor zum Him­mel. Wenn wir es durch­schrei­ten bzw. ver­su­chen un­se­ren Mond­kno­ten zu le­ben, hellt sich un­ser ge­sam­tes Le­ben auf. Wir be­gin­nen da­mit so­zu­sa­gen Kar­ma ab­zu­bau­en, wes­halb Be­ra­tun­gen be­züg­lich des Mond­kno­tens un­ge­heu­er wert­voll sein kön­nen. Steht der auf­stei­gen­de Mond­kno­ten in Haus 1, geht es in die­sem Le­ben dar­um, über­trie­be­ne Ab­hän­gig­kei­ten ab­zu­bau­en und sich selbst zu ver­wirk­li­chen. Es geht dar­um, sein Ich wahr­zu­neh­men, sich ab­zu­gren­zen, um ei­ne Part­ner­schaft auf Au­gen­hö­he füh­ren zu kön­nen. Der Mond­kno­ten in Haus 2 weist auf die Not­wen­dig­keit hin, sich fi­nan­zi­ell un­ab­hän­gig zu ma­chen und so­wohl das Geld als auch sich selbst schät­zen zu ler­nen. Auch geht es dar­um, Ja zum Le­ben zu sa­gen und grö­ße­re Zie­le zu ver­wirk­li­chen. Der Mond­kno­ten in Haus 3 will, dass der Ho­ro­sko­peig­ner of­fe­ner und to­le­ran­ter wird, dass er fest­ge­fah­re­ne Glau­ben­sät­ze und Wel­t­an­schau­un­gen auf­löst, in­dem er sich mit un­ter­schied­li­chen Wis­sens­ge­bie­ten be­schäf­tigt. Der Mond­kno­ten in Haus 4 be­sagt, dass Hei­mat und Ver­wur­ze­lung feh­len. Es geht dar­um, ein Land, ei­ne Stadt zu fin­den, wo man sich zu­hau­se fühlt. Auch ruft die­ser Mond­kno­ten da­zu auf, sich mit see­li­schen, in­ne­ren Din­gen zu be­schäf­ti­gen, was gleich­zei­tig die Vor­aus­set­zung da­für ist, sein Le­bens­ziel zu fin­den. Beim Mond­kno­ten in Haus 5 geht es um mehr Le­bens­freu­de. Es auch dar­um, jetzt end­lich sein Ich, sei­ne schöp­fe­ri­schen Kräf­te und Ta­len­te zu le­ben und sich nicht wei­ter hin­ter an­de­ren Men­schen zu ver­ste­cken. Der Mond­kno­ten in Haus 6 stellt die Auf­ga­be, sich nutz­voll in das Le­ben ein­zu­brin­gen, sich an­zu­pas­sen, zu die­nen und um sei­ne Ge­sund­heit zu küm­mern. In Haus 7 zeigt er an, dass wir in die­sem und vo­ri­gen Le­ben ganz selbst­be­zo­gen wa­ren und des­halb nun die Auf­ga­be ha­ben, ge­gen­über dem Part­ner to­le­ran­ter, of­fe­ner und aufmerksamer zu wer­den. Es geht dar­um, sei­ne Lie­bes­be­zie­hung be­wusst zu pfle­gen. Beim Mond­kno­ten in Haus 8 geht es um die Be­geg­nung und die Be­schäf­ti­gung mit dem Tod, es geht um das Los­las­sen von al­lem, das der ei­ge­nen Ent­wick­lung im We­ge steht, und es geht um tief­grei­fen­de Wand­lun­gen. In Haus 9 sagt er, dass man ein gro­ßer Zweif­ler ist, der ver­sucht, al­les ver­stan­des­mä­ßig zu be­grei­fen. Im 9. Haus geht es­sen­ti­ell es um Ver­trau­en in das Le­ben und um die Rei­se zu Gott. Der Mond­kno­ten in Haus 10 for­dert da­zu auf, die Ver­ant­wor­tung für sich, sein Le­ben und auch für an­de­re, in der El­tern­rol­le so­wie un­ter Um­stän­den in ei­ner füh­ren­den be­ruf­li­chen Po­si­ti­on, zu über­neh­men. Oft­mals ist mit die­sem Mond­kno­ten auch die Auf­for­de­rung ver­knüpft, in die be­ruf­li­che Selbst­stän­dig­keit zu ge­hen. Der Mond­kno­ten in Haus 11 will, dass der Be­trof­fe­ne so­zia­les Be­wusst­sein ent­wi­ckelt, Freund­schaft pfle­gen und sich in Ge­mein­schaf­ten ein­fü­gen lernt. Die Ent­wick­lung geht vom ego­zen­tri­schen Ein­zel­kämp­fer hin zum so­zia­len Men­schen. Der Mond­kno­ten in Haus 12 sagt, dass man vie­le Le­ben in auf­ge­drück­ten Pflich­ten und Ver­ant­wor­tun­gen ge­fan­gen war. Jetzt geht es um die per­sön­li­che Be­frei­ung, die im „Aus­stei­gen“, in der Be­schäf­ti­gung mit in­ne­ren Din­gen, auf Rei­sen und im Rück­zug ge­fun­den wer­den kann. Die Mond­kno­ten sind ein un­heim­lich span­nen­des The­ma und vie­le mo­der­ne Astro­lo­gen be­gin­nen zu­neh­mend, ih­re Ho­ro­sko­pana­ly­se auf ih­nen auf­zu­bau­en.

Von Micha­el All­gei­er

Die Mond­kno­ten neh­men mitt­ler­wei­le ei­nen gro­ßen Raum bei der Ho­ro­skop­deu­tung ein

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