Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Astrowoche - - Inhalt - Sa­bi­ne Z. aus Kas­sel

Ein un­glaub­li­cher Zu­fall brach­te mir den Mann zu­rück.

Ich ha­be durch ei­nen un­glaub­li­chen Zu­fall mei­nen ge­lieb­ten Mann zu­rück­be­kom­men. Und das kam so: Nach sie­ben glück­li­chen Ehe­jah­ren er­hielt ich aus Aus­tra­li­en die schreck­li­che Nach­richt, dass mein Mann, der dort ei­ni­ge Wo­chen zu tun hat­te, töd­lich ver­un­glückt sei. Die Ster­be­ur­kun­de kam und kam nicht. So­lan­ge ich sie nicht hat­te, konn­te mir die Le­bens­ver­si­che­rung mei­nes Man­nes nicht aus­ge­zahlt wer­den. Und nach Aus­tra­li­en konn­te ich erst recht nicht rei­sen, denn ich war mit­tel­los. Ich konn­te mei­nen ge­lieb­ten Mann noch nicht ein­mal zu Gr­a­be tra­gen. Es wur­de fi­nan­zi­ell im­mer schlim­mer. Um mit mei­nen bei­den Jun­gen nicht zu ver­hun­gern, muss­te ich zum So­zi­al­amt ge­hen. Dann pas­sier­te mir ein wun­der­ba­rer Zu­fall: Wir fan­den ei­nes Ta­ges im Park ei­ne prall­ge­füll­te Brief­ta­sche. Der In­halt: 600 Eu­ro Ba­res, drei Kre­dit­kar­ten und Aus­weis­pa­pie­re mit der Adres­se der Be­sit­ze­rin. Sie wohn­te ganz in der Nä­he, war aber nicht zu Hau­se. Wir muss­ten vier­mal wie­der­kom­men, be­vor wir sie end­lich an­tra­fen. Ich schäm­te mich, weil ich in­zwi­schen schon 50 Eu­ro von dem Geld für Le­bens­mit­tel aus­ge­ge­ben hat­te. Die Be­sit­ze­rin war ei­ne weiß­haa­ri­ge al­te Da­me mit gü­ti­gen Au­gen. Ich stam­mel­te ver­le­gen von den feh­len­den 50 Eu­ro, doch sie wink­te ab und lud uns in ihr Haus ein. Ich er­zähl­te von mei­nem ver­un­glück­ten Mann und der feh­len­den Ster­be­ur­kun­de. Mit ei­nem lie­be­vol­len Lä­cheln, drück­te sie mei­ne Hand und te­le­fo­nier­te mit ih­rem Sohn. Denn der war vor vie­len Jah­ren nach Aus­tra­li­en ge­gan­gen war und hat­te dort Kar­rie­re als Rechts­an­walt ge­macht. Es war noch kei­ne Wo­che ver­gan­gen, da hat­te er her­aus­ge­fun­den, dass mein Mann leb­te. Er lag mit schwe­ren Kopf­ver­let­zun­gen und Ge­dächt­nis­ver­lust im Kran­ken­haus. Der Part­ner mei­nes Man­nes, der kei­ne An­ge­hö­ri­gen hat­te, war bei dem Un­fall ver­brannt. Die Po­li­zei hat­te ihn mit mei­nem Mann ver­wech­selt. Bald wer­den wir ihn wie­der­se­hen. Oh­ne den An­walt wä­re die Ver­wechs­lung wohl nie ent­deckt wor­den. Was für ein un­glaub­li­cher Zu­fall. Hät­te die al­te Da­me ih­re Brief­ta­sche nicht ver­lo­ren, wer weiß, was aus uns ge­wor­den wä­re. Manch­mal glau­be ich, dass das kein Zu­fall, son­dern Schick­sal war.

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