All­gei­ers Astro­wis­sen

Sa­turn: Angst­ma­cher oder Pro­blem­lö­ser?

Astrowoche - - Inhalt -

s gibt zahl­rei­che For­men von Kri­sen: ge­sund­heit­li­che, fi­nan­zi­el­le, part­ner­schaft­li­che, fa­mi­liä­re usw. Aber wel­che Ster­ne sind für un­se­re Le­bens­kri­sen, Ängst­re und Zwei­fel ver­ant­wort­lich? Zu den kri­ti­schen Pla­ne­ten zäh­len Plu­to, Ura­nus und vor al­lem Sa­turn. Man weiß, das die­se Ster­ne Kri­sen und Ängs­te ver­ur­sa­chen kön­nen, aber sie auch zur Hei­lung von Kri­sen bei­tra­gen. . Ein klas­si­scher Kri­sen­pla­net ist im Tran­sit und in der An­la­ge na­tür­lich Sa­turn (auf den ich hier nä­her ein­ge­he), da Sa­turn sei­ner Na­tur nach be­grenzt und im­mer den Fin­ger in die Wun­de legt, die es zu hei­len gilt. In­ter­es­sant sind in die­sem Zu­sam­men­hang auch die so ge­nann­ten sa­tur­ni­schen Wen­de­zei­ten, ins­be­son­de­re der „Re­turn of Sa­turn“, um das 30., 60. und 90. Le­bens­jahr. In ih­nen wer­den wir im­mer an un­se­re Be­stim­mun­gen er­in­nert, sie wei­sen uns aber auch schmerz­lich auf das hin, was wir kar­misch mög­li­cher­wei­se noch nicht er­füllt ha­ben. Wich­ti­ge Wen­de­zei­ten und des­halb auch Kri­sen­zei­ten sind vor al­lem auch die Um­brü­che von Ura­nus, die gro­ßen Schick­sals­rhyth­men. Sie be­sa­gen, dass je­des Al­ter ei­nes Men­schen mit ei­ner be­son­de­ren Auf­ga­be ver­knüpft ist, die es zu be­wäl­ti­gen gibt. Al­le sie­ben Jah­re kommt die­se neue Auf­ga­be auf uns zu. Na­tür­lich sind die­se Um- stel­lun­gen, von ei­nem Le­bens­ab­schnitt in den nächs­ten, im­mer auch mit Kri­sen­si­tua­tio­nen be­haf­tet. Wich­tig sind die Pla­ne­ten­ein­flüs­se, die Tran­site, mit de­nen wir per­ma­nent kon­fron­tiert wer­den. Zu be­ach­ten sind hier vor al­lem die Tran­site der „lang­sam lau­fen­den“Pla­ne­ten Sa­turn, Ura­nus, Nep­tun und Plu­to. Ih­re kri­ti­schen Tran­site zei­gen oft Kri­sen von län­ge­ren Zei­t­räu­men an. Nach Kri­se riecht es vor al­lem im­mer dann, wenn meh­re­re die­ser Lang­sam­läu­fer an emp­find­li­cher Stel­le im Horoskop an­grei­fen. Im Ge­burts­ho­ro­skop hat im Grun­de ge­nom­men je­des Qua­drat, je­de Op­po­si­ti­on und je­de schwie­ri­ge Kon­junk­ti­on das Po­ten­ti­al, ei­ne Kri­se aus­zu­lö­sen. Schließ­lich ha­ben wir es bei die­sen Win­keln mit sich wi­der­strei­ten­den Kräf­ten zu tun, de­ren Kon­flikt sich nach dem geis­ti­gen Ge­setz: „Wie in­nen so au­ßen – so un­ten, so oben“aus­lö­sen kön­nen. „In­nen“ist un­se­re An­la­ge, die sich im äu­ße­ren Le­ben spie­gelt bzw. ver­wirk­licht. Man könn­te phi­lo­so­phisch ge­se­hen auch sa­gen, dass un­ser Schick­sal un­se­re An­la­ge im zeit­li­chen Ablauf ist. Es ist aber auch Fakt, dass be- son­ders er­folg­rei­che Men­schen oft vie­le prä­gnan­te Kon­junk­tio­nen, Op­po­si­tio­nen und Qua­dra­te ha­ben. Die ent­spann­te Op­po­si­ti­on, al­so wenn die Op­po­si­ti­on durch ei­nen drit­ten Pla­ne­ten güns­tig as­pek­tiert wird, spielt hier ei­ne grö­ße­re Rol­le. Der klas­si­sche Astro­lo­ge Hans Baum­gart­ner ver­such­te einst in ei­ner Un­ter­su­chung zahl­rei­cher Ho­ro­sko­pe von er­folg­rei­chen und be­rühm­ten Men­schen nach­zu­wei­sen, dass ge­ra­de die­ser er­lös­te Span­nungs­win­kel zum Er­folg führt. Der Weg zum Er­folg, ob pri­vat oder be­ruf­lich, geht letzt­lich im­mer über Kri­sen, die uns auf un­se­rem Le­bens­weg persönlich wei­ter­brin­gen und rei­fen las­sen. Die Kunst der Ho­ro­skop­deu­tung ist es, wie ge­sagt, die Kri­se in ih­rer Ge­samt­heit zu er­ken­nen. Wir wol­len nicht nur den schwie­ri­gen Tran­sit er­ken­nen, der sie mög­li­cher­wei­se aus­ge­löst hat, wir soll­ten uns auch dar­um be­mü­hen zu er­grün­den, was die­se Kri­se mit der be­tref­fen­den Per­son zu tun hat, wel­che Auf­ga­be sie ihr stellt und wel­che Chan­ce ih­rer Be­wäl­ti­gung in sich birgt. Kri­sen ent­ste­hen oft da­durch, dass das Le­ben ei­ne Wen­dung nimmt, die uns über­rascht und über­for­dert. Wir weh­ren uns oft ge­gen die­se neue Si­tua­ti­on bzw. kom­men mit ihr ein­fach nicht zu­recht. Le­bens­kri­sen sind häu­fig

mit Ve­rän­de­run­gen ver­bun­den, die wir so nicht ha­ben woll­ten, die uns, wie im Fal­le ei­ner Tren­nung, ei­ner Krank­heit, ei­ner Kün­di­gung etc. zu­tiefst ver­un­si­chern. Wir al­le sind kei­ne Über­men­schen und müs­sen im Fal­le ei­ner schwe­ren Kri­se zu­nächst durch ein tie­fes und dunk­les Tal der Trä­nen ge­hen, an des­sen En­de aber das Licht wie­der scheint. Ein Pro­zess, durch den wir ge­hen müs­sen und der nicht im­mer ein­fach ist. Denn nor­mal ist es auch, dass Men­schen oft­mals ih­re Kri­se zu­nächst nicht wahr­ha­ben wol­len. Erst, wenn sie gar nicht mehr zu leug­nen ist, wird die hilf­lo­se La­ge ent­deckt, bre­chen Emo­tio­nen auf, die sich zwi­schen Wut und Selbst­zwei­fel be­we­gen. Ne­ga­ti­ve Fol­gen wie Iso­la­ti­on, Wut, ge­stei­ger­te Hoff­nungs­lo­sig­keit und Re­si­gna­ti­on bis hin zu De­pres­si­on sind oft nicht zu ver­mei­den. Nun hat die Kri­se zwei­fel­los ih­ren Hö­he­punkt er­reicht. Für vie­le Men­schen wird der Lei­dens­druck in die­ser Si­tua­ti­on so groß, dass sie jetzt erst zur Um­kehr be­reit sind bzw. den letz­ten sich bie­ten­den Stroh­halm er­grei­fen, um ein neu­es Le­ben zu be­gin­nen. Jetzt be­ginnt die Pha­se der Neu­ori­en­tie­rung, in der wir nach neu­en Mög­lich­kei­ten und Lö­sun­gen Aus­schau hal­ten, jetzt set­zen wir wie­der un­se­re krea­ti­ven Kräf­te ein, was un­ser Le­ben völ­lig neu be­seelt. Die­se Kraft des Auf­bruchs ist enorm, sie macht uns stark und selbst­be­wusst. Mit den schwe­ren Er­fah­run­gen im Hin­ter­grund, die nun im­mer bes­ser ver­ar­bei­tet wer­den, be­ginnt un­se­re Per­sön­lich­keit zu wach­sen. Es ist Fakt, dass Men­schen, die et­was Groß­ar­ti­ges im Le­ben ge­leis­tet ha­ben, meist erst durch fun­da­men­ta­le Kri­sen in ih­rem Le­ben hin­durch ge­gan­gen sind, die sie erst zu der Per­son ge­macht ha­ben, die spä­ter von al­len an­er­kannt und be­wun­dert wur­de. Kri­sen rei­ßen uns oft aus un­se­rer Mit­te und ent­zie­hen uns den Bo­den un­ter den Fü­ßen. Kri­sen rei­ßen uns aber auch oft aus ei­nem Le­ben her­aus, das zur Ein­bahn­stra­ße wur­de. Kri­sen sto­ßen uns zu neu­em Le­ben an. Durch sie wer­den wir wie­der wa­cher, le­ben­di­ger, dank­ba­rer für das, was wir ha­ben oder ge­habt ha­ben. Wir wer­den durch sie oft auch to­le­ran­ter und de­mü­ti­ger, da wir nun wis­sen, wie schnell man im Le­ben stür­zen kann. Wir tun viel­leicht nun auch wie­der mehr für un­se­re Ge­sund­heit und freu­en uns über je­den Mo­ment, den wir im Krei­se der Men­schen ver­brin­gen dür­fen, die uns na­he­ste­hen. Dank­bar­keit ist hier ei­ne sehr ent­schei­den­de Sa­che, auch die tie­fe Ah­nung, dass das Le­ben ei­nen groß­ar­ti­gen Sinn hat, den wir viel­leicht nicht im­mer ver­ste­hen kön­nen und nicht müs­sen. Erst durch Kri­sen be­we­gen wir uns, se­hen die Not­wen­dig­keit, uns zu än­dern. Ein Wan­del, der z. B. in der Lie­be un­ge­mein wich­tig sein kann. So schmerz­haft Tren­nun­gen sind und so tie­fe Wun­den sie auch in un­ser Herz rei­ßen: Nur die­se kri­sen­haf­ten Le­bens­ab­schnit­te ge­ben uns die Chan­ce, zu er­ken­nen, was wir in un­se­rer ver­gan­ge­nen Be­zie­hung falsch ge­macht ha­ben und was wir in Zu­kunft än­dern kön­nen. Tren­nun­gen las­sen uns ra­di­kal an die per­sön­li­chen Gren­zen sto­ßen und de­cken scho­nungs­los un­se­re Schwä­chen auf, was uns aber auch wie­der wei­cher und mensch­li­cher macht und nicht zu­letzt den Weg zu dem Men­schen öff­net, den wir viel­leicht schon im­mer ge­sucht ha­ben. Als idea­lis­ti­sche Astro­lo­gen, die ei­ne ent­wick­lungs­ori­en­tier­te Astro­lo­gie prak­ti­zie­ren, soll­ten wir im­mer mit die­sem po­si­ti­ven An­satz un­se­rem Kli­en­ten ge­gen­über­tre­ten und zu­nächst in ei­nem aus­führ­li­chen Ge­spräch ver­su­chen, zu er­grün­den, wie für ihn die­se Kri­se aus­sieht. Klar soll­te je­doch auch an die­ser Stel­le sein, dass wir kei­ne The­ra­peu­ten sind und auch kei­ne The­ra­pie ma­chen wol­len. Die Chan­ce der Astro­lo­gie liegt hier viel­mehr in ih­rer Mög­lich­keit, Be­weg­grün­de, An­la­gen, Blo­cka­den zu er­ken­nen, die mit die­ser Kri­se in Ver­bin­dung ste­hen. In Auf­de­cken grö­ße­rer in­ne­rer Zu­sam­men­hän­ge, die zu der Kri­se führ­ten, ist der Astro­lo­ge dem Psy­cho­lo­gen weit vor­aus. Das ist sei­ne Stär­ke. Er kann, wie ge­sagt, nicht the­ra­pie­ren, er kann im güns­ti­gen Fal­le aber auf­klä­ren, Er­kennt­nis­se ver­mit­teln, die der ers­te und viel­leicht größ­te Schritt zur Be­wäl­ti­gung ei­ner Kri­se sind.

Sa­turn hat zu Un­recht ei­nen schlech­ten Ruf in der Astro­lo­gie. Er ist auch wei­ser Rat­ge­ber und Pro­blem­lö­ser

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