Ein Me­dail­lon hat mir Glück im Un­glück be­schert

Astrowoche - - Magische Geschichten - Me­la­nie K. aus Mün­chen

Mei­ne ma­gi­sche Ge­schich­te ha­be ich er­lebt, als ich in der Lob­by ei­nes Münch­ner Ho­tels auf ei­ne Freun­din war­te­te. Plötz­lich sprach mich ei­ne jun­ge Frau an, die mich ei­ne gan­ze Wei­le auf­fäl­lig ge­mus­tert hat­te. Sie hieß Ka­te, kam aus Mon­tre­al und war Zahn­ärz­tin. Sie mach­te ge­ra­de ei­ne Rund­rei­se durch Eu­ro­pa. Oh­ne Um­schwei­fe griff sie in ih­ren Aus­schnitt und zog ein gol­de­nes Me­dail­lon her­vor, das an ei­nem gol­de­nen Kett­chen hing. Aber das gibt es doch nicht, das Me­dail­lon ken­ne ich doch, schoss es mir durch den Kopf. Die jun­ge Frau ließ es auf­schnap­pen und ich sah ein klei­nes Foto, des­sen An­blick mir die Spra­che ver­schlug. Auf dem Foto war ich selbst zu se­hen. Sie sag­te, die Ähn­lich­keit mit mir sei ihr so­fort auf­ge­fal­len. Das Me­dail­lon ha­be sie vor Jah­ren bei ei­nem Ju­we­lier im Schau­fens­ter ent­deckt und es gleich ge­kauft. We­gen mei­nes lie­be­vol­len Lä­chelns ha­be sie es nicht übers Herz ge­bracht, das Foto her­aus­zu­neh­men. Was für ein un­glaub­li­cher Zu­fall. Ich er­zähl­te Ka­te die Ge­schich­te mei­ner gro­ßen Lie­be. Mein Lud­wig war vor lan­ger Zeit nach Ka­na­da ge­gan­gen und woll­te dort für uns ein neu­es Le­ben auf­bau­en. Ich soll­te spä­ter nach­kom­men. Zum Ab­schied hat­te ich ihm das gol­de­ne Me­dail­lon ge­schenkt. Doch ei­nes Ta­ges war der Kon­takt zu mei­nem ge­lieb­ten Lud­wig ab­ge­ris­sen. Mo­na­te­lang hör­te ich nichts mehr von ihm. Mei­ne Brie­fe ka­men im­mer wie­der zu­rück. Der Adres­sat wä­re un­be­kannt. Ich weiß bis heu­te nicht, was aus ihm ge­wor­den ist. Ver­mut­lich war er in Not ge­ra­ten und hat­te das Me­dail­lon ver­kau­fen müs­sen. Seit­dem war ich nie rich­tig zur Ru­he ge­kom­men. Wie­der in Ka­na­da, be­auf­trag­te Ka­te ei­ne De­tek­tei. Aber trotz aus­gie­bi­ger Su­che, fand man kei­ne Spur von Lud­wig. Ka­te hat­te mei­ne Ge­schich­te sehr be­rührt und lud mich im­mer wie­der nach Ka­na­da ein. An­fangs schau­te ich in Mon­tre­al je­den Mann an, es hät­te ja mein Lud­wig sein kön­nen. Aber mit der Zeit hat­te ich mich mit dem Ge­dan­ken ab­ge­fun­den, ihn nie­mals wie­der zu se­hen. Ka­te und ich sind heu­te die bes­ten Freun­din­nen und un­se­re Fa­mi­li­en be­su­chen sich ge­gen­sei­tig. Wir Sky­pen min­des­tens ein­mal die Wo­che. Sie hat mir ge­hol­fen ein neu­es Le­ben an­zu­fan­gen und nach vorn zu schau­en. So hat­te ich doch gro­ßes Glück im Un­glück.

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