All­gei­ers Astro­wis­sen

Hilft Astro­lo­gie ge­gen Angst?

Astrowoche - - Inhalt - von Micha­el All­gei­er

Ob die Astro­lo­gie ge­gen Angst hilft, ist nicht leicht zu be­ant­wor­ten. Ganz si­cher soll­te das aber ihr Ziel sein. Denn die un­nö­ti­gen Ängs­te sind der ei­gent­li­che Feind un­se­res Le­bens. Letzt­lich er­ken­nen wir ei­nen guten Astro­lo­gen dar­an, dass er un­se­re Ängs­te ver­scheucht, in­dem er Er­klä­run­gen lie­fert und Hin­ter­grün­de un­se­res Le­bens auf­deckt, wäh­rend die eher un­se­riö­sen, „schick­sals­schwan­ge­ren“Be­ra­tun­gen ei­ge­ne Ängs­te auch dras­tisch ver­stär­ken kön­nen. Sich as­tro­lo­gisch be­ra­ten zu las­sen, ist des­halb auch im­mer ei­ne Ver­trau­ens­sa­che, und bei der Su­che nach ei­nem Astro­lo­gen soll­te man sich auch ganz auf sein ei­ge­nes Ge­fühl ver­las­sen.

Was mich er­schreck­te, das kam über mich. Wo­vor mir bang­te, das traf mich auch.“Das sprach Hi­ob, nach­dem er über Nacht sei­nen Reich­tum ein­ge­büßt hat­te und krank und elend da­hin­siech­te. Sei­ne Ängs­te hat­ten sich ver­wirk­licht. Ähn­lich geht es vie­len Men­schen in Deutsch­land. Sie wis­sen, dass es so wie bis­her nicht wei­ter­ge­hen kann. Der So­zi­al­staat ist nicht mehr kon­kur­renz­fä­hig. Die Ver­sor­gungs- und Si­cher­heits­ge­sell­schaft ist an ih­rem En­de. Der So­zi­al­staat hat bis­her ei­ne groß­zü­gi­ge Gr­und­ver­sor­gung si­cher­ge­stellt. Wer mehr will, kann sich ge­gen je­de Form ei­nes Schick­sals­schlags zu­sätz­lich ver­si­chern. Doch hin­ter je­der Ver­si­che­rung steckt ei­ne gro­ße Be­fürch­tung, steckt Angst. Und ge­nau das hat Jah­we ver­sucht, sei­nem Volk, wie wir im al­ten Tes­ta­ment nach­le­sen kön­nen, aus­zu­trei­ben. In Is­ra­el ist im­mer und um­ge­hend be­straft wor­den, wer ver­sucht hat­te, Ver­sor­gun­gen und Si­che­run­gen für den Not­fall in sei­nem Le­ben ein­zu­bau­en, weil die­se Maß­nah­men Aus­druck man­geln­den Gott­ver­trau­ens wa­ren. Und heu­te? In je­dem von uns steckt das Be­dürf­nis nach Si­cher­heit. Oh­ne ak­tiv Vor­sor­ge zu be­trei­ben, wä­ren wir ver­ant­wor­tungs­los, leicht­fer­tig. Ge­ra­de wir Deut­schen nei­gen aber da­zu, im- mer und übe­r­all Un­heil zu wit­tern, uns Sor­gen über un­se­re Zukunft zu ma­chen. Aber sa­gen Sie mal ehr­lich: Wie oft hat je­der von uns im Nach­hin­ein schon er­fah­ren dür­fen, dass die Sor­gen, die er sich ge­macht hat, völ­lig un­nö­tig wa­ren? Aber wir ler­nen nicht dar­aus. Im­mer wie­der be­rich­ten Hil­fe­su­chen­de, die bei uns er­schei­nen, dass sie nicht schla­fen kön­nen, weil in dem Mo­ment, wo sie sich abends schla­fen le­gen, die Sor­gen im Kopf zu krei­sen be­gin­nen, was der mor­gi­ge Tag, was die nä­he­re Zukunft an furcht­ba­ren Din­gen bringt. Doch kön­nen wir mit die­sen sor­gen­vol­len Ge­dan­ken ir­gend­et­was ver­än­dern, ver­bes­sern, Un­heil von uns fern­hal­ten? Wenn dem so wä­re, wür­den sich die vie­len schlaf­lo­sen Näch­te ja loh­nen. Aber das Ge­gen­teil ist der Fall. Je­der Ge­dan­ke hat ei­ne auf sei­ne Ver­wirk­li­chung ge­rich­te­te Kraft. Wer viel an Un­heil denkt, wird es er­fah­ren. Wem es da­ge­gen ge­lingt, hei­ter, ge­las­sen und mit ei­nem Ge­fühl der Dank­bar­keit für den zu­rück­lie­gen­den Tag ein­zu­schla­fen, schafft die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen da­für, dass al­les gut wird. Men­schen, die be­wusst le­ben, wis­sen, dass wir un­ser Le­ben und un­ser Schick­sal bis zu ei­nem ge­wis­sen Punkt selbst gestal­ten kön­nen. Das geis­ti­ge, her­me­ti­sche Ge­setz be­sagt: „So in­nen, so au­ßen“. Das heißt, so wie wir uns in­ner­lich po­len, so of­fen­bart sich für uns auch das Le­ben. Gu­te Ge­dan­ken und Zu­ver­sicht zie­hen Glück an, Lie­be zieht Lie­be an, ne­ga­ti­ve Ge­dan­ken und Neid zie­hen Un­glück an, Dun­k­les zieht Dun­k­les an, Hass zieht Hass an, Angst zieht Angst an und Ag­gres­si­vi­tät zieht Ge­walt an. Es gibt ei­ne Spi­ra­le in den Him­mel und ei­ne in die Höl­le. Und nur wir selbst kön­nen ent­schei­den, wel­chen Weg wir ge­hen. Be­ge­ben wir uns zu sehr in die ne­ga­ti­ve Spi­ra­le, führt die­se un­wei­ger­lich in Angst, De­pres­si­on, Un­glück und Krank­heit und ist nur noch schwer zu stop­pen. Des­halb ist es so wich­tig ein­zu­hal­ten und um­zu­keh­ren, wenn wir mer­ken, dass die­se de­struk­ti­ve Spi­ra­le be­ginnt Be­sitz von uns zu er­grei­fen. Wir dür­fen nicht die Grün­de für un­se­re Not im Au­ßen oder gar bei an­de­ren Men­schen su­chen, son­dern müs­sen in ers­ter Li­nie im­mer auf uns schau­en. Das zu­min­dest lehrt uns un­ser Horoskop, das uns letzt­lich zu Selbst­ver­ant­wor­tung er­mahnt. Das geis­ti­ge Ge­setz „So in­nen, so au­ßen“und, wenn wir noch die Ster­ne hin­zu­neh­men, „So un­ten, so oben“, ist jahr­tau­sen­de­alt, und wir ha­ben es uns im­mer noch nicht an­ge­eig­net. Es fehlt uns das (Selbst)ver­trau­en, der Glau­be an un­ser hö­he­res Selbst, das Ver­trau­en in ei­ne geis­ti­ge Füh­rung. Vie­le glau­ben heu­te nur noch an die Na­tur­wis­sen­schaft, den „Gott“un­se­rer Zeit. Und un­se­re El­tern ha­ben uns mit der Er­zie­hung ih­re schlech­ten Er­fah­run­gen aus der Ver­gan­gen­heit mit­ge­ge­ben. In dem Ma­ße, wie wir ih­re Ge­füh­le

von Angst und Re­si­gna­ti­on ver­in­ner­licht ha­ben, wer­den wir auch Ent­täu­schun­gen er­le­ben, die uns bei der Su­che nach Glück und Er­fül­lung im We­ge ste­hen. Je stär­ker wir die­se ne­ga­ti­ven Ge­dan­ken zu­las­sen, des­to stär­ker las­ten sie auf uns und wer­den ir­gend­wann zum Fluch, den wir ge­gen uns selbst rich­ten. Und ir­gend­wann ver­flucht man sich selbst und hat da­mit kei­ne Chan­ce, noch ein­mal auf die Son­nen­sei­te des Le­bens zu ge­lan­gen. Mo­der­ne Au­to­sug­ges­ti­on lehrt, dass je­der Ge­dan­ke, der von star­ken Emo­tio­nen be­glei­tet wird, die Ten­denz hat, sich zu ver­wirk­li­chen. Das heißt wir müs­sen un­ser Selbst­ver­trau­en und un­se­re Ent­fal­tungs­kraft, sym­bo­li­siert in un­se­rem Horoskop durch die Son­ne, auf un­se­re emo­tio­na­len Be­dürf­nis­se (Mond) ab­stim­men und dann die Chan­cen, die sich uns im Le­ben bie­ten, er­ken­nen (Mer­kur) und mit ziel­ge­rich­te­tem und dis­zi­pli­nier­ten Ener­gie­ein­satz (Mars / Sa­turn) ver­wirk­li­chen. Wenn uns das ge­lingt, ha­ben wir kei­ne Angst mehr vor mög­li­chem Un­heil in der Zukunft, denn Kri­sen sind nur so stark, wie sie den Le­bens­weg ei­nes Men­schen kor­ri­gie­ren müs­sen, um ihn wie­der zu sich selbst zu brin­gen, ihn au­then­tisch zu ma­chen. So er­wer­ben wir uns ei­ne in­ne­re Si­cher­heit und brau­chen kei­ne über­trie­be­nen Si­cher­hei­ten in Form von Ver­si­che­run­gen oder staat­li­cher Hil­fe für die Zukunft. Wer das, was ihm wi­der­fährt, als In­for­ma­ti­on über die Be­find­lich­keit sei­ner See­le be­greift, lebt be­wusst und geht acht­sam und ei­gen­ver­ant­wort­lich mit sei­nem Le­ben um. Er nimmt al­les, was ihm wi­der­fährt, dank­bar an. Die Wirk­lich­keit lehrt uns aber, dass dies ein lan­ger Weg ist. Auch klu­ge und er­fah­re­ne Men­schen wer­den im­mer wie­der von un­nö­ti­gen Ängs­ten ge­plagt und ver­führt. Das ist nur all­zu mensch­lich und zwi­schen dem, was wir an­stre­ben und dem, wo wir wirk­lich ste­hen, be­steht oft ei­ne Kluft. Kann uns die Astro­lo­gie von un- se­ren Ängs­ten be­frei­en, ist ei­ne Fra­ge, die ei­gent­lich in die fal­sche Rich­tung zielt. Denn man­che Men­schen wer­den erst rich­tig pa­ra­no­id und ängst­lich, wenn sie sich zu sehr mit der Astro­lo­gie aus­ein­an­der­set­zen. Sie se­hen dann hin­ter je­dem schwie­ri­gen Tran­sit ei­ne Fal­le, ei­ne gro­ße Ge­fahr, die ihr Le­ben be­droht, und fan­gen an furcht­bar ne­ga­tiv zu den­ken und in die Zukunft zu schau­en. Auch die Astro­lo­gie kann bei fal­schem Um­gang al­so schnell in die Ne­ga­tiv­spi­ra­le ab­drif­ten las­sen. Bei rich­ti­gem Um­gang mit ihr kann sie al­ler­dings tat­säch­lich si­che­rer ma­chen, Halt ge­ben und un­nö­ti­ge Ängs­te ver­scheu­chen hel­fen. Rich­tig be­deu­tet, die Astro­lo­gie als Hil­fe und Weg­wei­ser zu nut­zen. An­hand un­se­res Ho­ro­skops und den pla­ne­ta­ri­schen Ein­flüs­sen dar­auf kön­nen wir un­se­re Auf­ga­ben er­ken­nen, die es zu be­wäl­ti­gen gibt. Na­tür­lich ha­ben hier die schwie­ri­gen Tran­site, vor al­lem die der lang­sam lau­fen­den Pla­ne­ten Sa­turn, Nep­tun, Ura­nus und Plu­to, die uns eben viel Angst ma­chen kön­nen, ei­ne be­son­de­re Auf­ga­be, da sie die Dring­lich­keit ei­ner Auf­ga­be, ei­nes Le­bens­the­mas enorm be­to­nen. Aber, ge­ra­de die Kon­fron­ta­ti­on mit Pro­ble­men und Ängs­ten und de­ren be­wuss­te Au­f­ar­bei­tung ist das, was uns letzt­lich wei­ter­bringt und stark macht. Die Astro­lo­gie kann uns, so­fern wir das Horoskop rich­tig ver­ste­hen und deu­ten, bei der Be­wäl­ti­gung un­se­rer Ängs­te hel­fen, da sie Hin­ter­grün­de auf­deckt, Er­klä­run­gen lie­fert und mög­li­cher­wei­se auch den Sinn schwie­ri­ger Le­bens­si­tua­tio­nen er­ken­nen lässt. Aber, wir müs­sen wach­sam blei­ben. Rei­ne Jahr­mark­tastro­lo­gie, wie sie heu­te viel­fach an­ge­bo­ten wird, ar­bei­tet oft eben­so mit den Ängs­ten von Men­schen wie man­che Hell­se­her und Wahr­sa­ger, die nicht un­be­dingt das Heil ih­res Kli­en­ten im Au­ge ha­ben.

Die Astro­lo­gie kann uns, so­fern wir das Horoskop rich­tig ver­ste­hen und deu­ten, bei der Be­wäl­ti­gung un­se­rer Ängs­te hel­fen

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