Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Astrowoche - - Inhalt -

Es war Fü­gung, denn Zu­fäl­le gibt es nicht.

Die­se Weis­heit ha­be ich von mei­ner lie­ben Groß­mut­ter Ir­ma über­nom­men. Ich glau­be, sie hat­te recht. Ich bin Kin­der­gärt­ne­rin und bei der Stadt an­ge­stellt. Ei­nes Ta­ges stand ich an ei­ner Am­pel und war­te­te dar­auf, dass es Grün wur­de. Da fuhr mir je­mand von hin­ten ins Fahr­rad. Ich stol­per­te und schlug mir das Knie auf. Der Ver­ur­sa­cher half mir so­fort und ent­schul­dig­te sich. Er sei von der Brem­se ab­ge­rutscht und konn­te nicht recht­zei­tig an­hal­ten. Es war ihm un­ge­mein pein­lich und bot mir an, mich zum Arzt zu brin­gen. Er hieß Pe­ter und war ziem­lich ver­le­gen. Mit hoch­ro­tem Kopf hob er mein Fahr­rad auf und schau­te er­schro­cken auf mein Knie. Aber so schlimm war es nicht und ich be­ru­hig­te ihn. Ich nahm sei­ne Ent­schul­di­gung an und sag­te, ich kä­me schon zu­recht. Ich ging in die nächs­te Apo­the­ke und hol­te mir ein Pflas­ter. Dann kam das Wo­che­n­en­de. Ich hat­te den Vor­fall schon ver­ges­sen und ging mit ei­ner Freun­din in ei­nen Bier­gar­ten. Ich stell­te mich am Ge­trän­ke­stand an, und als ich gera­de zwei Glä­ser Wein von der The­ke nahm und mich um­dreh­te, stieß ich mit ei­nem Mann zu­sam­men. Sein Bier­glas schwapp­te beim Zu­sam­men­prall über und floss über mein schö­nes Som­mer­kleid. Als ich auf­sah, trau­te ich mei­nen Au­gen kaum. Es war Pe­ter, der mir ins Rad ge­fah­ren war. Wie­der wur­de er rot und war ver­le­gen. Das gibt es doch nicht, ent­fuhr es ihm. Dann muss­ten wir bei­de la­chen. Wir gin­gen zu un­se­rem Tisch und ich mach­te ihn mit mei­ner Freun­din be­kannt. Wir un­ter­hiel­ten uns präch­tig und merk­ten gar nicht wie die Zeit ver­ging. Mei­ne Freun­din hat­te sich längst ver­ab­schie­det und auch mein Som­mer­kleid war längst ver­ges­sen. Pe­ter brach­te mich dann nach Hau­se und wir tausch­ten un­se­re Te­le­fon­num­mern aus. Wir ver­ab­re­de­ten uns für das nächs­te Wo­che­n­en­de, denn Pe­ter hat­te ei­nen neu­en Pos­ten an­ge­nom­men und er muss­te für Mon­tag noch ei­ne Re­de vor­be­rei­ten. Auch ich woll­te aus­ge­schla­fen sein, denn wir er­war­te­ten am Mon­tag ho­hen Be­such aus der Ver­wal­tung. Wir ver­sam­mel­ten uns in der Au­la. Dann trat ein Mann vors Mi­kro­fon und stell­te sich vor: Es war mein Pe­ter. Er war der neue Ver­wal­ter und für Kin­der und Fa­mi­lie zu­stän­dig. Ich hat­te kei­ne Ah­nung und er auch nicht. Seit die­ser Zeit sind wir ein Paar und sehr glück­lich. So vie­le Zu­fäl­le kann es gar nicht ge­ben. Es muss Fü­gung ge­we­sen sein.

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