Fa­mi­li­en­mensch oder Ein­zel­gän­ger?

Das Mit­tel­al­ter, ei­ne dunk­le und grau­sa­me Zeit, liegt hin­ter uns. Den­noch kön­nen wir trotz al­lem Fort­schritt nicht von ei­ner be­son­ders hel­len Welt spre­chen, in der wir mo­men­tan le­ben. Ter­ro­ris­mus, Krie­ge, Na­tur­ka­ta­stro­phen und Hun­gers­nö­te prä­gen die Ge­gen

Astrowoche - - Allgeiers Astrowissen - von Micha­el All­gei­er

Sind Sie ein Fa­mi­li­en­mensch oder ein Ein­zel­gän­ger? Das ist heut­zu­ta­ge ei­ne sehr ernst­haf­te Fra­ge mit gro­ßer Trag­wei­te. Denn es gibt in den ver­gan­gen Jah­ren ei­nen deut­li­chen Trend, der uns al­le trau­rig stim­men kann: Im­mer mehr Men­schen in Deutsch­land le­ben al­lei­ne. Der Trend zur Sing­le-Ge­sell­schaft, zum frei­wil­li­gen oder er­zwun­ge­nen Ein­zel­gän­ger­tum, ist un­auf­halt­sam. Und da­mit wer­den die Men­schen au­to­ma­tisch ein­sa­mer, was in vie­len Fäl­len noch viel schlim­mer ist als Geld­sor­gen oder Krank­heit. In Groß­städ­ten le­ben der­zeit mehr als 40 Pro­zent der Men­schen in Ein­per­so­nen­haus­hal­ten, die Zahl ist kon­ti­nu­ier­lich stei­gend. Nicht bes­ser ist die Si­tua­ti­on auf dem Land, wo die Jun­gen die Dör­fer ver­las­sen und die äl­te­ren Men­schen zu­rück­las­sen. Wir schei­nen uns tat­säch­lich zu ei­ner Ge­sell­schaft von Ego­is­ten zu ent­wi­ckeln, die nur noch das ei­ge­ne Wohl und ih­re Kar­rie­re im Au­ge ha­ben, die kei­ne Zeit für Kin­der und Fa­mi­lie ha­ben und die den Part­ner je nach Lau­ne und Le­bens­si­tua­ti­on wech­seln. Er muss halt pas­sen oder eben nicht. Mehr als 50 Pro­zent Schei­dun­gen in den Groß­städ­ten spre­chen ei­ne deut­li­che Spra­che. Vie­le Men­schen schei­nen in der Ehe nicht mehr ge­willt zu sein, Kri­sen ge­mein­sam zu be­wäl­ti­gen, die ja in je­der Be­zie­hung so si­cher wie das Amen in der Kir­che kom­men. Und auf In­ter­net­por­ta­len, auf de­nen im­mer mehr Men­schen ei­nen Part­ner su­chen, geht es viel­leicht so­gar noch ei­ne Stu­fe herz­lo­ser zu. Dort wer­den die Men­schen wie fri­sche Hem­den ge­wech­selt, ganz nach dem Mot­to, es könn­te ja im­mer noch et­was Bes­se­res kom­men. Vie­le Men­schen wol­len kei­ne Ver­ant­wor­tung mehr über­neh­men, wol­len frei sein und sich mög­lichst un­ge­hin­dert selbst ent­wi­ckeln. Nö­ti­ge Kom­pro­mis­se der Lie­be und der Part­ner­schaft we­gen wer­den viel­fach nicht mehr ein­ge­gan­gen, da sie als Schwä­chung der ei­ge­nen Ent­fal­tung an­ge­se­hen wer­den. Der mo­der­ne Mensch neigt da­zu, rein sei­nem Kopf, sei­nem Ver- stand, sei­nem Kal­kül zu fol­gen. Ge­füh­le und al­te Wert­vor­stel­lun­gen, die die Lie­be und die Men­sch­lich­keit ge­bie­ten, sind alt­mo­disch, über­holt, schei­nen nicht mehr in das Le­bens­ver­ständ­nis ei­nes mo­der­nen Men­schen zu pas­sen. Aber es gibt heut­zu­ta­ge na­tür­lich auch vie­le be­wuss­te Men­schen, die den Weg zur Zwei­sam­keit, zum Fa­mi­li­en­men­schen, su­chen und sich be­wusst ge­gen die­sen herz­lo­sen Trend ent­schei­den. Was die ho­he Schei­dungs­ra­te in Groß­städ­ten be­trifft, müs­sen wir zu­dem er­gän­zen, dass sich die Lie­be noch nie in so ei­ner dras­ti­schen und tief­ge­hen­den Wand­lungs­pha­se be­fand wie heu­te, in un­se­rer Zeit. Die al­ten Rol­len, in de­nen der Mann der Ver­sor­ger, das Ober­haupt der Fa­mi­lie war und die Frau die al­lei­ni­ge Hü­te­rin von Haus und Fa­mi­lie, ist ein über­hol­tes Ge­sell­schafts­mo­dell, das seit der Eman­zi­pa­ti­on der Frau dem To­de ge­weiht ist. Das heißt, dass sich na­tür­lich auch die Er­war­tun­gen an den Part­ner und an ei­ne Be­zie­hung än­dern. In die­sem Über­gang bzw. in die­ser Wand­lungs­pha­se un­se­res Be­zie­hungs­ide­als be­fin­den wir uns ak­tu­ell, was na­tür­lich nicht im­mer für ei­ne feste, dau­er­haf­te Be­zie­hung und Fa­mi­li­en­grün­dung för­der­lich ist. Wir kön­nen zu­sam­men­fas­send sa­gen, dass ei­ne Häu­fung ge­sell­schaft­li­cher Um­stän­de und mensch­li­cher Ent­wick­lun­gen, die hier nicht al­le an­ge­spro­chen wer­den kön­nen, zu der fort­schrei­ten­den Sing­le-Ge­sell­schaft, zum Ein­zel­gän­ger­tum füh­ren. Was aber sagt die Astro­lo­gie zum The­ma Ein­zel­gän­ger oder Fa­mi­li­en­mensch? Klar, wir sind gera­de erst am An­fang des so­ge­nann­ten Was­ser­mann­zeit­al­ters, in dem die In­di­vi­dua­li­tät groß ge­schrie­ben wird. Wassermann hat we­nig Be­zug zum Krebs, zur Fa­mi­lie, da­für zu Freund­schaf­ten und Wahl­ver­wandt­schaf­ten. Klar ist auch, dass Ura­nus, der Herr­scher des Was­ser­manns, der Pla­net, der un­ter an­de­rem auch mit Ego­zen­trik, Frei­heits­be­stre­ben und Ei­gen­wil­lig­keit as­so­zi­iert wird, erst in der Neu­zeit ent­deckt wur­de und des­halb beim mo­der­nen Men­schen

ei­ne gro­ße Rol­le spielt. Die Um­stän­de er­lau­ben es in un­se­rer Zeit ja auch, selb­stän­di­ger zu le­ben und sich re­la­tiv frei zu ent­fal­ten. Durch Ura­nus, Nep­tun und Plu­to, eben die Pla­ne­ten der Neu­zeit, ha­ben sich auch die Ho­ro­sko­pe ge­än­dert bzw. wer­den in ei­nem neu­en Licht be­trach­tet. Ein Mensch, der et­wa Ura­nus am As­zen­den­ten, in en­ger Ver­bin­dung mit der Son­ne oder im Part­ner­schafts­haus 7 hat, muss heu­te glück­li­cher­wei­se nicht mehr hei­ra­ten, son­dern kann und darf auch ei­ne eher un­kon­ven­tio­nel­le Be­zie­hung füh­ren, mit ge­trenn­ten Woh­nun­gen usw. Frü­her wa­ren die­se Men­schen in Ehen ein­ge­sperrt und tod­un­glück­lich. Für sie ist es ein Se­gen, ein mehr oder we­ni­ger star­ker Ein­zel­gän­ger sein zu dür­fen. Und ja, wir müs­sen den ein­zel­nen Men­schen und sein Ho­ro­skop im­mer sehr ge­nau an­schau­en und dür­fen nicht al­le über ei­nen Kamm sche­ren. Men­schen, die et­wa ein stark be­setz­tes 12. Haus in ih­rem Ho­ro­skop ha­ben, das mit Rück­zug, Al­lein­sein und Heim­lich­kei­ten ver­knüpft ist, müs­sen eben­falls ei­ge­ne We­ge ge­hen dür­fen, oh­ne je­de Über­wa­chung, zu­min­dest von Zeit zu Zeit. Sie brau­chen in ih­rem Le­ben im­mer wie­der den Rück­zug wie die Luft zum At­men. In­so­fern könn­te man die­se Ty­pen auch un­ter Ein­zel­gän­ger auf­zäh­len, die, wenn man sie lässt, den­noch gu­te Fa­mi­li­en­vä­ter oder -müt­ter sein kön­nen. Und dann gibt es na­tür­lich auch noch den sehr selbst­be­zo­ge­nen Men­schen, der zum Ego­is­ten neigt und des­halb auch schnell zum Ein­zel­gän­ger und -kämp­fer wer­den kann. Ge­meint sind die Men­schen, die na­he­zu all ih­re Pla­ne­ten auf der öst­li­chen Sei­te, auf der Ich-Sei­te ih­res Ho­ro­skops an­ge­sie­delt ha­ben. Die­se Men­schen kön­nen sehr gut al­lein sein und ha­ben im Gro­ßen und Gan­zen auch kei­ne Pro­ble­me, al­lei­ne zu le­ben. Sie ver­kraf­ten Tren­nun­gen in al­ler Re­gel we­sent­lich schnel­ler und bes­ser als die Men­schen, die den Haupt­teil ih­rer Pla­ne­ten auf der west­li­chen Ho­ro­skop­sei­te, auf der Du-Sei­te ha­ben. Letz­te­re sind über­haupt nicht zum Ein­zel­gän­ger ge­bo­ren und lei­den mehr oder we­ni­ger stark vor sich hin, wenn sie kei­nen Part­ner oder Fa­mi­lie be­sit­zen. Ihr größ­ter Le­bens­sinn ist die Ge­mein­schaft, sie wol­len tei­len und kön­nen auch Rei­sen und schö­ne Ein­drü­cke in ih­rem Le­ben am bes­ten zu zweit ge­nie­ßen. Der eher selbst­be­zo­ge­ne Typ da­ge­gen kommt auch ganz gut mit sich al­lei­ne zu­recht, kann auch al­lei­ne ver­rei­sen und die Din­ge nur für sich al­lei­ne ge­nie­ßen. Die ex­tre­men Ty­pen in die ei­ne oder an­de­re Rich­tung gibt es tat­säch­lich re­la­tiv häu­fig, auch wenn es na­tür­lich auch eben­so vie­le Misch­ty­pen gibt, die oft ger­ne al­lei­ne sind, aber auch un­be­dingt das Du brau­chen. Men­schen, die be­son­ders an­häng­lich sind, ha­ben oft­mals auch ei­ne star­ke Was­ser-Be­to­nung in ih­rem Ho­ro­skop, al­so die Zei­chen Krebs, Skorpion oder Fische ent­spre­chend stark be­setzt. Ha­ben wir gar ei­ne star­ke Be­to­nung des Zei­chen Krebs oder des 4. Hau­ses ( Spie­gel des Kreb­ses, taucht im Ho­ro­skop als Be­reich der Her­kunft und Fa­mi­lie auf) vor uns, dann han­delt sich um be­son­ders an­häng­li­che Men­schen, de­nen das Pri­vat­le­ben über al­les geht und die sich nichts sehn­li­cher wün­schen als ei­ne Fa­mi­lie. Hat ein Mensch über­haupt kein Was­ser im Ho­ro­skop, dann be­steht in al­ler Re­gel auch we­nig Tief­gang in den Ge­füh­len, es feh­len dann oft auch Mit­ge­fühl und in­ne­re Ver­bun­den­heit, die an na­hen Men­schen haf­ten las­sen. Beim ty­pi­schen Kar­rie­re­typ, der et­wa ein star­kes Sa­turn-The­ma oder (und) ein pro­mi­nent be­setz­tes 10. Haus (die gro­ßen Le­bens­zie­le) hat, ist eben­falls ei­ne Ten­denz zum Ein­zel­gän­ger, weg vom Fa­mi­li­en­men­schen, ge­ge­ben. Men­schen sind, um es zu­sam­men­fas­send zu sa­gen, so oder so, ein­fach völ­lig un­ter­schied­lich. Un­se­re und die ge­sell­schaft­li­chen Um­stän­de schei­nen den Ein­zel­gän­ger aber we­sent­lich stär­ker zu för­dern als den Fa­mi­li­en­men­schen.

Hat je­mand ei­ne star­ke Be­to­nung des vier­ten Hau­ses, dann han­delt es sich um be­son­ders an­häng­li­che Men­schen, de­nen das Pri­vat­le­ben und die Fa­mi­lie über al­les geht

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.