Ma­gi­sche Ge­schich­ten.

Es gibt kei­nen Zu­fall, al­les hat sei­nen Sinn.

Astrowoche - - Inhalt - Eve­li­ne D. aus Wi­en

Nun bin ich schon über 70 Jah­re und wun­de­re mich noch im­mer, dass al­les, aber auch al­les, was mir ei­ne Wahr­sa­ge­rin vor­her­ge­sagt hat, tat­säch­lich ein­ge­trof­fen ist. Mit An­fang 20 war ich mit mei­ner Schwes­ter Hil­de auf ei­nem Rum­mel. Da­mals gab es noch Ar­tis­ten, Floh­zir­kus, aber nur klei­ne Fahr­ge­schäf­te. Und es gab ein klei­nes Ster­nen­zelt, wo man sich von ei­ner Wahr­sa­ge­rin die Zu­kunft vor­aus­sa­gen las­sen konn­te. Ein­fach aus Spaß, woll­ten Hil­de und ich un­se­re Zu­kunft vor­her­sa­gen las­sen. In dem Zelt duf­te­te es ver­füh­re­risch nach Mo­schus und Ker­zen, und es gab nur ei­ne schwa­che Be­leuch­tung, dass das Zelt et­was un­heim­lich und ge­ra­de­zu un­wirk­lich er­schei­nen ließ. Die Wahr­sa­ge­rin, Ma­dame Ve­ra, saß an ei­nem run­den Tisch der mit ei­nem dun­kel-blau­en Sei­den­tuch be­deckt war. Dar­auf stand ei­ne glä­ser­ne Ku­gel, die wie der Nacht­him­mel leuch­te­te. Hil­de schob mich vor, weil sie sich plötz­lich nicht mehr trau­te. Ich setz­te mich und Ma­dame Ve­ra nahm mei­ne lin­ke Hand, schau­te mich an und schloss ih­re Au­gen. Es dau­er­te ei­ne Wei­le, bis sie zu spre­chen be­gann. Sie sag­te: „Mei­ne lie­bes Her­zens­kind. Freue dich, denn du wirst ein sehr er­füll­tes Le­ben ha­ben. Vie­le Men­schen wer­den um dich sein. Du wirst ei­ne glück­li­che Mut­ter wer­den und im­mer wie­der Neu­es er­le­ben. Ge­nie­ße dein Le­ben.“Ih­re Hand fühl­te sich woh­lig warm an und ein leich­tes Krib­beln durch­lief mei­nen Kör­per. Dann ließ Ma­dame Ve­ra sanft mei­ne Hand wie­der los und lä­chel­te mich an. Mir war ein we­nig schwin­de­lig ge­wor­den und ich woll­te das Fünf-D-Mark-Ho­no­rar zah­len. Aber sie lä­chel­te mich nur an und schick­te uns hin­aus. Noch vie­le Wo­chen da­nach dach­te ich an Ma­dame Ve­ra. Aber die Zeit ver­ging, ich hei­ra­te­te und be­kam sie­ben wun­der­ba­re Kin­der, die mir wirk­lich je­den Tag Freu­de be­rei­te­ten. Al­le hat­ten ei­nen or­dent­li­chen Be­ruf ge­lernt, be­ka­men wie­der­um Kin­der und mei­ne Fa­mi­lie wuchs und wuchs. Erst als al­le Kin­der ver­hei­ra­tet und aus dem Haus wa­ren, fiel mir wie­der Ma­dame Ve­ra ein. Sie hat­te Recht be­hal­ten. Es sind im­mer Leu­te um mich her­um, wir sind ei­ne Groß­fa­mi­lie, die sich ge­gen­sei­tig hilft und un­ter­stützt. Ve­ra hat mir mein Glück vor­aus­ge­sagt. Denn es gibt für mich nichts Schö­ne­res, als al­le mei­ne Lie­ben um mich zu ha­ben. Für kein Geld der Welt wür­de ich mein herr­li­ches Le­ben ein­tau­schen wol­len.

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