Tech­no­lo­gie­trä­ger

Audio Test - - Test -

Senn­hei­sers ak­tu­el­ler Bei­trag zum The­ma ka­bel­lo­se Kopf­hö­rer hört auf den Na­men PXC 550 Wire­less. An­ge­kün­digt wur­de das Ge­rät als Rei­se­be­glei­ter ers­ter Gü­te. Mit an Bord be­fin­den sich ne­ben der ob­li­ga­to­ri­schen ka­bel­lo­sen Ver­bin­dung ei­ne ad­ap­ti­ve Ge­räusch­un­ter­drü­ckung und ein Track­pad.

Senn­hei­ser eilt be­son­ders als Her­stel­ler von Mi­kro­fo­nen ein fan­tas­ti­scher Ruf vor­aus. Auf die­sem Ge­biet ist das vor gut sieb­zig Jah­ren von Dr. Fritz Senn­hei­ser als „La­bo­ra­to­ri­um Wen­ne­bos­tel“ge­grün­de­te Un­ter­neh­men schon im­mer ton­an­ge­bend ge­we­sen. Aus zahl­lo­sen Tv-auf­trit­ten kennt man die sil­bern im Ram­pen­licht glän­zen­den, draht­lo­sen Mi­kro­fo­ne von Senn­hei­ser. Ei­ne wei­te­re Spar­te der Nie­der­sach­sen sind Kopf­hö­rer und Head­sets. Im Test­la­bor konn­ten wir be­reits ei­ni­gen die­ser Ge­rä­te gu­te bis sehr gu­te No­ten ge­ben. Mit dem PXC 550 Wire­less über­ließ uns Senn­hei­ser die­ses Mal ein mo­bi­les Head­set der ed­le­ren Sor­te zum Check­up. Aus der schwar­zen mit Stoff be­zo­ge­nen Auf­be­wah­rungs­box schält sich ein recht an­sehn­li­cher Kopf­hö­rer aus hoch­wer­ti­gem schwarz gum­mier­ten Kunst­stoff und ge­bürs­te­ten Alu­mi­ni­um. Mit da­bei sind ein Flug­zeug­ad­ap­ter, der ob­li­ga­to­ri­sche 6,3-mm-klin­ke-ad­ap­ter, das Head­set-ka­bel mit Mi­kro und di­ver­se An­lei­tun­gen. Im Gro­ßen und Gan­zen al­so nichts Un­ge­wöhn­li­ches. Die Be­son­der­hei­ten des PXC 550 Wire­less zei­gen sich erst bei der Tech­nik. Zu den Fea­tu­res zählt ein an der rech­ten Ohr­mu­schel in­te­grier­tes Track­pad zur Steue­rung ver­schie­de­ner Funk­tio­nen, wie Laut­stär­ke, Ti­tel­an­wahl und der ad­ap­ti­ven Ge­räusch­un­ter­drü­ckung. Noi­se­gard Chris­ti­an Kautz, Ste­fan Go­e­de­cke

heißt das bei Senn­hei­ser. In­tui­tiv las­sen sich mit ei­nem Wisch nach oben und un­ten Laut­stär­ke oder mit ei­nem Dreh die ge­wünsch­ten Ti­tel an­wäh­len. Ein sehr net­tes Fea­tu­re, das viel zur Er­go­no­mie die­ses Kopf­hö­rers bei­trägt und die An­zahl der Schal­ter oder Tas­ter be­grenzt. Da­mit wä­ren wir beim ers­ten Kri­tik­punkt, den ver­blei­ben­den Be­dien­ele­men­ten: Zum ei­nen sind die Schal­ter an den Ohr­mu­scheln et­was klein ge­ra­ten und zum an­de­ren sind sie schlecht er­reich­bar. Für die Be­die­nung des Blue­tooth-schal­ters könn­ten zum Bei­spiel zier­li­che Fin­ger von Vor­teil sein. Dass sich der Kopf­hö­rer mit ei­nem Dreh der rech­ten Ohr­mu­schel aus­schal­ten lässt,

ver­söhnt uns wie­der mit dem Senn­hei­ser. Und es gibt ja auch noch das Sprach­füh­rungs­sys­tem, wel­ches dem Trä­ger mit sanf­ter Stim­me auf ver­schie­de­ne Mo­di hin­weist. Die Ohr­mu­scheln mit ih­ren wei­chen Pols­tern schlie­ßen rund­um dicht ab und der Tra­ge­kom­fort ist erst­klas­sig. So soll­te der PXC 550 Wire­less auch auf un­ru­hi­ge­ren Köp­fen Halt fin­den. Kurz nach dem Auf­set­zen er­greift ei­nen das woh­li­ge Ge­fühl voll­kom­me­ner Stil­le. Dank der ad­ap­ti­ven Ge­räusch­un­ter­drü­ckung sol­len nur Stim­men die Schall­mau­er zum Ohr durch­bre­chen kön­nen. In sei­ner Au­s­prä­gung lässt sie sich zwei­stu­fig jus­tie­ren oder durch Tip­pen auf die rech­te Ohr­mu­schel auch kurz un­ter­bre­chen. Vor der wich­tigs­ten Dis­zi­plin, dem Klang­test, steht das Her­stel­len der Blue­tooth-ver­bin­dung – oder zu Neu­deutsch „Pai­ring“. Al­ter­na­tiv kann na­tür­lich auch über Ka­bel ge­hört wer­den. Das hat mal gut, mal we­ni­ger gut funk­tio­niert, je nach­dem welchen Ge­gen­spie­ler wir ge­nutzt ha­ben.

Klang­test

Doch nun zum wich­ti­gen Klang­test. Pop­py Ack­royd darf als ers­te be­wei­sen, wie gut ih­re Mu­sik durch den Senn­hei­ser klingt. Im Ju­li die­ses Jah­res ver­öf­fent­lich­te die Bri­tin ihr Al­bum „Sket­ches“. Im Ge­gen­satz zu den an­de­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen „Escape­ment“und „Fea­thers“be­schränkt sich die Künst­le­rin die­ses Mal auf ein ein­zi­ges In­stru­ment. Mys­ti­sche und ef­fekt­vol­le Kom­po­si­tio­nen wie das Stück „Rain“, auf dem der kurz vor den Auf­nah­men ein­set­zen­de Re­gen zu hö­ren ist, ver­sü­ßen das Klas­si­kal­bum. Die neu in­ter­pre­tier­ten und von un­se­ren ge­fie­der­ten Freun­den in­spi­rier­ten Wer­ke „Fea­thers“, „Bird­wo­man“oder „Glass Sea“ma­chen Mu­sik durch leb­haf­te Mo­ti­ve und laut­ma­le­ri­sche Fi­gu­ren er­leb­bar. Vier völ­lig neue Ti­tel „Re­sol­ve“, „Light“, „Ti­me“und „Trains“setz­ten be­son­de­re ci­ne­as­ti­sche Ak­zen­te. Stü­cke, die gut und ger­ne als groß­ar­ti­ge Film­me­lo­di­en durch­ge­hen. Der Senn­hei­ser über­zeugt bei die­ser gu­ten Auf­nah­me mit De­tail­ge­nau­ig­keit und Rä­um­lich­keit. Fi­li­gran bil­det er die hoch­fre­quen­ten Klän­ge des Pia­nos ab und ver­nach­läs­sigt da­bei et­was die tie­fe­ren An­schlä­ge. Al­ler­dings ge­ben die Trei­ber nur ge­nau das wie­der, was die Qu­el­le zu lie­fern ver­mag. Ent­fernt man den PXC 550 Wire­less von por­ta­blen Qu­el­len wie Smart­pho­ne oder Ta­blet und gönnt ihm ei­nen aus­ge­wach­se­nen Ver­stär­ker, dann ge­lingt dem Ge­rät auch die Mi­schung zwi­schen gut kon­tu­rier­tem Bass und aus­rei­chend Zeich­nung in hö­he­ren Ton­la­gen. Als wei­te­rer Be­leg für die Hi­fi-qua­li­tä­ten des Senn­hei­ser darf Pe­ter Ga­b­ri­els Song „Sky Blue“vom 2002 er­schie­ne­nen Al­bum „Up“gel­ten. Be­son­ders be­ein­druck­te die Stim­men­wie­der­ga­be. Eben­falls schön zu hö­ren war die Ge­nau­ig­keit, mit der sich je­de ein­zel­ne Chor­stim­me prä­sen­tier­te. Das auf­wen­di­ge in­sze­nier­te Stück konn­te hier sei­ne vol­le Pracht ent­fal­ten.

FA­ZIT

Der Senn­hei­ser PXC 550 Wire­less ist kein mit High­tech über­la­de­ner Blen­der. Trotz zahl­rei­cher Fea­tu­res konn­te uns das Ge­rät im Sound­check über­zeu­gen. Da sind klei­ne Un­zu­läng­lich­kei­ten in der Er­go­no­mie zu ver­zei­hen. Si­cher gibt es mas­si­ver ver­ar­bei­te­te Kopf­hö­rer. Oft geht dies al­ler­dings mit ent­spre­chen­dem Ge­wicht ein­her. Denn auch in die­ser Dis­zi­plin konn­te un­ser Test­kan­di­dat punk­ten. BE­SON­DER­HEI­TEN • Blue­tooth • ad­ap­ti­ve Ge­räusch­un­ter­drü­ckung • Track­pad Vor­tei­le +Rä­um­lich­keit +Stim­men­wie­der­ga­be +Auf­lö­sung

Nach­tei­le – Er­go­no­mie

Die glat­te Ober­flä­che der rech­ten Ohr­mu­schel be­her­bergt das Track­pad

Po­wer Off mit ei­nem Dreh: Kom­for­ta­bel und durch­dacht von Senn­hei­ser

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