Ana­lo­ge Ex­zel­lenz

Es ist ana­log der fi­li­grans­te Mo­ment. Wenn aus der Vi­nyl-ril­le ei­ne elek­tro­ma­gne­ti­sche Schwin­gung wird. Das rich­ti­ge Ab­tast­sys­tem zu fin­den, ist da­bei je nach Mu­sik­ge­schmack fast schon schwe­rer als die Na­del im Heu­hau­fen.

Audio Test - - Test - Jo­han­nes Strom

Wir ha­ben uns auf der Su­che im Heu­hau­fen ein in­ter­es­san­tes Trio ins La­bor be­stellt. Tad-au­dio­ver­trieb, vie­len wohl eher be­kannt als Ver­trieb solch nam­haf­ter Mar­ken wie Re­ga oder Tan­noy, hat vor kur­zem ei­ne ganz ei­ge­ne Rei­he zeit­ge­mä­ßer Mc-ton­ab­neh­mer auf den Markt ge­bracht. Da­bei wur­de von Be­ginn an dar­auf Wert ge­legt, ein ei­gen­stän­di­ges Pro­dukt zu ent­wi­ckeln und nicht ein­fach ir­gend­was aus Fer­n­ost zu im­por­tie­ren. Und weil man von An­fang an al­les rich­tig ma­chen woll­te, hol­te man sich pro­mi­nen­te Un­ter­stüt­zung in Per­son von Pro­dukt­de­si­gner Hel­mut Thie­le, der maß­geb­lich am Ge­häu­se­de­sign und der Re­so­nan­z­op­ti- mie­rung be­tei­ligt war. Ge­fer­tigt wird beim re­nom­mier­ten ja­pa­ni­schen Un­ter­neh­men Ex­cel, wel­ches zum Bei­spiel für sei­ne Ha­na-sys­te­me bei vie­len Vi­nyl-ver­eh­rern hoch im Kurs steht. Her­aus­ge­kom­men ist da­bei die Tad-au­dio­ver­trieb Ex­ca­li­bur-se­rie. Ein Mc-sys­tem in drei­fa­cher Aus­füh­rung, op­tisch idea­ler­wei­se in drei ver­schie­de­nen Far­ben er­hält­lich. Die drei Far­ben sym­bo­li­sie­ren da­bei ver­schie­de­ne elek­tro­akus­ti­sche Ei­gen­schaf­ten. Und das ha­ben wir uns na­tür­lich nicht nur an­ge­schaut, son­dern auch an­ge­hört.

Blue

Der blaue Ex­ca­li­bur ist Tad-au­di­os neue haus­ei­ge­ne Ein­stiegs­klas­se in den ge­ho­be­nen au­dio­phi­len Vi­nyl-be­reich. Er bie­tet mit ei­ner obe­ren Grenz­fre­quenz von 25 Ki­lo­hertz das ge­wünsch­te High-end, das je­de CD so­fort alt aus­se­hen lässt. Die Na­del ist sym­me­trisch, el­lip­tisch ge­schlif­fen und über­zeugt auf An­hieb durch ei­nen leich­ten, un­kom­pli­zier­ten und of­fe­nen Klang. Al­le drei Ton­ab­neh­mer­ge­häu­se sind mit vor­ge­fräs­tem Ge­win­de aus­ge­stat­tet, wel­ches die In­stal­la­ti­on zum Kin­der­spiel macht. Auch wir ha­ben uns beim Na­del­wech­seln sehr über die­se Be­nut­zer­freund­lich­keit ge­freut. Er­wäh­nens­wert ist auch die in­ter­es­san­te Na­del­schutz­kap­pe, die sehr mi­ni­ma­lis­tisch, aber äu­ßerst zweck­mä­ßig kon­zi­piert

wur­de. Test-ti­tel für den Na­del-di­rekt­ver­gleich war üb­ri­gens im­mer „Con­se­quence Of Lo­ve“von Gre­go­ry Por­ter und zwar von der 180 Gramm Plat­te vom Al­bum „Ta­ke Me To The Al­ley“. Das Test­sys­tem war der Trans­ro­tor Max mit sei­nem schalt­ba­ren Vor­ver­stär­ker (Test eben­falls in die­ser Aus­ga­be). Die Kom­bi­na­ti­on konn­te sich al­so hö­ren las­sen und die Un­ter­schie­de wur­den sehr gut deut­lich. Die blaue Va­ri­an­te klingt so­li­de. Por­ters Stim­me wird ge­wohnt warm und sou­ve­rän trans­por­tiert. Die Gr­und­far­be des Klangs ist da­bei leicht und of­fen.

Gre­en

Die grü­ne Va­ri­an­te ist der blau­en Ex­ca­li­bur nicht un­ähn­lich, al­ler­dings han­delt es sich hier­bei um ei­nen High-out­put MC. Da­mit ist die Aus­gangs­span­nung von 2 Mil­li­volt im Ver­gleich zu 0,5 Mil­li­volt bei den bei­den an­de­ren Sys­te­men ge­meint. Al­le Sys­te­me lie­fern et­was um die 16 Mi­kro­am­pe­re Aus­gangs­strom. Die 1,5 Mil­li­volt mehr zu­las­ten von 130 Ohm Im­pe­danz ma­chen sich bei der grü­nen Ex­ca­li­bur im Klang da­durch be­merk­bar, dass un­ser Test-track fül­li­ger klingt. Por­ters Stim­me in­te­griert sich bes­ser in die Band, es klingt mehr nach ei­ner Grup­pe und we­ni­ger nach ei­nem So­lis­ten. Wir ha­ben das Ge­fühl der Rau­m­an­teil ist ge­stie­gen. Das Bild wird da­durch deut­lich plas­ti­scher und rea­lis­ti­scher, aber auch we­ni­ger of­fen. Wer sich für die grü­ne Ex­ca­li­bur ent­schei­det, soll­te sei­nen Vor­ver­stär­ker ge­nau ken­nen und wis­sen, ob er kom­pa­ti­bel ist. Um die Na­del kor­rekt ab­zu­neh­men, muss­ten wir am Trans­ro­tor-test­ge­rät den Ab­schluss­wi­der­stand von 300 Ohm auf 47 kohm an­he­ben, aber das ist zum Glück nur ein ein­fa­cher Dip-switch. Die grü­ne Ver­si­on ist da­durch auch für Mm-vo­ver­stär­ker ge­eig­net.

Black

Die schwar­ze Ex­ca­li­bur-na­del hat uns dann wirk­lich über­rascht. Ab­ge­se­hen da­von, dass wir es hier mit ei­nem ech­ten Shi­ba­ta Dia­mant­schliff zu tun ha­ben, ist auch die obe­re Grenz­fre­quenz mit 35 Ki­lo­hertz deut­lich über der Norm. Die Ka­nal­tren­nung ist mit 28 De­zi­bel für ein Sys­tem die­ser Preis­klas­se

FA­ZIT

Die Ex­ca­li­bur-se­rie schließt ei­ne Lü­cke im An­ge­bot von Tad-au­dio­ver­trieb und das so ele­gant, dass man zwangs­läu­fig ans Ap­plau­die­ren denkt. Wer nach ei­nem wirk­li­chen Preis-leis­tungs-ham­mer sucht, dem sei die schwar­ze Ex­ca­li­bur wärms­tens emp­foh­len. Wer mit sei­nem Bud­get ein biss­chen mehr haus­hal­ten muss, aber dem die bei vie­len Ein­stei­ger-plat­ten­spie­lern mit­ge­lie­fer­ten Sys­te­me nicht rei­chen, der ist mit Ex­ca­li­bur grün und blau bes­tens be­ra­ten.

BE­SON­DER­HEI­TEN

• el­lip­ti­scher Schliff

Vor­tei­le +of­fe­ner, so­li­der Klang

(Blue) +plas­ti­scher Sound

(Gre­en) +au­then­ti­scher Raum

(Gre­en) +brei­tes Ste­re­pan­ora­ma

(Black) +warm und druck­voll

(Black) Nach­tei­le – dün­ne Ste­re­ob­rei­te (Blue) – ho­he Im­pe­danz (Gre­en) – kei­ne (Black)

er­staun­lich hoch. Klang­lich ist ein deut­li­cher Sprung wahr­nehm­bar und da­mit mei­nen wir nicht die Schall­plat­te, die zum drit­ten Mal den sel­ben Song spielt, son­dern das Ste­reo­pan­ora­ma. Als hät­ten wir die Laut­spre­cher aus­ein­an­der ge­rückt, er­öff­net sich ei­ne we­sent­lich brei­te­re Büh­ne vor uns. Die Fein­zeich­nung ist deut­lich fi­li­gra­ner und der Sound ist sam­tig, warm und druck­voll. Die Bass­drum drückt auf ein­mal so au­then­tisch ana­log, als wür­den wir das Ori­gi­nal­band auf ei­ner Stu­der-band­ma­schi­ne ab­hö­ren. Im­po­nie­rend und ein Ein­stieg in den High-end-vi­nyl­markt mit dem sich Tad-au­dio bei wei­tem nicht hin­ten an­stel­len muss. Erst Recht nicht für die­sen mehr als ge­recht­fer­tig­ten Preis. Die Ex­ca­li­bur Black ist ein ech­ter Ge­heim-tipp!

Die Na­del­schutz­kap­pe ist sehr mi­ni­ma­lis­tisch, aber er­füllt ih­ren Zweck ex­trem gut und ele­gant

Dank Norm­ge­win­de spie­lend leicht zu in­stal­lie­ren – al­le drei Sys­te­me sit­zen im glei­chen Alu­mi­ni­um­ge­häu­se

In der Ma­kro­auf­nah­me gut zu er­ken­nen – die grü­ne und die blaue Ex­ca­li­bur sind el­lip­tisch ge­schlif­fen, das schwar­ze Sys­tem ist ein Dia­mant­schliff

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