Ma­de in Nie­der­sa­x­xen

Mit dem Mo­dell CLX 3 ha­ben Sa­xx aus Nie­der­sach­sen uns zwei ech­te Bo­li­den in Sa­chen Kom­pakt­laut­spre­cher zu­kom­men las­sen. Die clubsound-se­rie fun­giert als das Aus­hän­ge­schild des Her­stel­lers und man meint di­rekt zu se­hen wie­so.

Audio Test - - Test -

Nur um mög­li­cher Ver­wir­rung ob der Über­schrift vor­zu­beu­gen. Nein, die Pro­duk­te von Sa­xx wer­den nicht im be­schau­li­chen Neu­stadt am Rü­gen­ber­ge ge­fer­tigt. Dort be­fin­det sich der Fir­men­sitz und die Ent­wick­lung des deutsch-chi­ne­si­schen Part­ner­un­ter­neh­mens. Pro­du­ziert wird dann eben, wie jetzt schon klar sein soll­te, in Chi­na – ein Phä­no­men, dass sich durch gro­ße Tei­le der Bran­che zieht. Und zum Glück schafft sich das Stig­ma um in Chi­na Her­ge­stell­tes ja nach und nach selbst ab. So, wie das mit „Ma­de in Ja­pan“zu­recht auch be­reits pas­sier­te. Wir sind ge­spannt, ob die CLX 3 da­zu ihr Scherf­lein bei­tra­gen kön­nen. Schließ­lich steht der Na­me Sa­xx laut dem Her­stel­ler selbst für „Su­perb Au­dio Ex­pe­ri­ence“. Ein voll­mun­di­ges Ver­spre­chen. Na denn man tau!

Schick und kraft­voll

Mit 16,6 Ki­lo­gramm Le­bend­ge­wicht pro Ex­em­plar hält die CLUBSOUND wahr­schein­lich den Re­kord für den schwers­ten Re­gall­au­spre­cher, der uns bis­her un­ter­ge­kom­men ist. Viel­leicht ver­steckt sich hier ja wahr­lich ein Stand­laut­spre­cher im Kom­pakt­pelz? Wie dem auch sei. Die CLX 3 sind auf je­den Fall auch op­tisch ei­ne ech­te Er­schei­nung. Auf ei­ne gu­te Art ir­gend­wie bul­lig, aber den­noch no­bel ge­ben sich die bei­den Nie­der­sach­sen. Die per­fekt auf­ge­tra­ge­ne La­ckie­rung des Ge­häu­ses aus di­ckem MDF in hoch­glän­zen­dem Schwarz trägt si­cher ih­ren Teil da­zu bei, er­in­nert sie doch an ei­nen hoch­wer­ti­gen Jörg Schu­ma­cher, Ste­fan Go­e­de­cke

Kon­zert­flü­gel à la St­ein­way und Kon­sor­ten. Al­ter­na­tiv sind die CLUBSOUND auch in weiß er­hält­lich. Auf der Rück­sei­te des Ge­häu­ses be­fin­det sich so­wohl die Bass­re­flex­öff­nung als auch das Steck­feld mit ge­trenn­ten An­schlüs­sen für den Hoch- und den Tief­mit­tel­tö­ner. So­mit sind die Sa­xx so­wohl Bi-wiring, als auch Bi-am­ping fä­hig. Die be­nö­tig­ten Brü­cken für kon­ven­tio­nel­len Be­trieb lie­gen na­tür­lich ab Werk bei. Dar­über hin­aus fin­det sich hier auch der ex­trem sta­bi­le Hoch­ton­pe­gel­stel­ler, der Wahl­wei­se ei­ne 3 De­zi­bel (db) star­ke An­he­bung oder Ab­sen­kung um 2 db er­mög­licht. Das ist sehr prak­tisch um das Sys­tem an die Ge­ge­ben­hei­ten im ei­ge­nen Hör­raum an­zu­pas­sen. Wen­den wir uns der Front zu. Was so­fort auf­fällt ist, dass

die Trei­ber nicht von vor­ne auf­ge­schraubt, son­dern von hin­ten in die Front­plat­te ein­ge­las­sen sind. Das sieht erst mal ex­trem schick aus. Und dar­über hin­aus ist die Aus­spa­rung für den Höch­tö­ner so ge­formt, dass sie hier auch gleich als Wa­ve­gui­de fun­giert. Sehr ele­gant ge­löst. Apro­pos Hoch­tö­ner: Sa­xx setzt hier wie bei al­len Mo­del­len der clubsound-se­rie den Xpand AMT Hoch­tö­ner ein. Ein Tö­ner, der ex­trem prä­zi­se und sau­ber ar­bei­ten soll. AMTS ha­ben ja ge­ne­rell den Vor­teil, dass sie kon­struk­ti­ons­be­dingt ei­ne sehr ge­rin­ge Mas­se auf­wei­sen, was auf je­den Fall schon mal gut für die Im­pul­streue ist. Als Tief­mit­tel­tö­ner kommt ein 6,5 Zoll Laut­spre­cher mit ei­ner Mem­bran aus GFK, auch be­kannt als glas­fa­ser­ver­stärk­ter Kunst­stoff oder auch Fi­ber­glas zum Ein­satz. Die Über­gangs­fre­quenz der bei­den Trei­ber ist mit 3 Ki­lo­hertz (khz) im kon­ven­tio­nel­len Be­reich an­ge­sie­delt. We­ni­ger nor­mal hin­ge­gen ist, dass die Laut­spre­cher dop­pelt vom Un­ter­grund ent­kop­pelt sind. Ein­mal ru­hen die CLX 3 auf Fü­ßen auf der Un­ter­sei­te der Fuß­plat­te und die­se wie­der­um ist noch­mals vom ei­gent­li­chen Ge­häu­se ent­kop­pelt. Ge­ra­de bei der für die­se Art von Laut­spre­chern nicht un­ty­pi­sche Auf­stel­lung auf Mö­bel­stü­cken, könn­te die­ser Ex­tra­auf­wand Gold wert sein.

Grö­ßer als man denkt

Da­mit lässt sich der Klang der clubsound-spröss­lin­ge schon ganz gut zu­sam­men­fas­sen. Ge­ra­de was das kräf­tig tie­fe Bass­fun­da­ment an­geht, könn­te man fast mei­nen, man hät­te Stand­laut­spre­cher vor sich. Da­bei klingt der Bass­be­reich al­ler­dings nicht un­na­tür­lich auf­ge­plus­tert, son­dern vor al­lem für ei­ne Bass­re­flex­kon­struk­ti­on sehr im­pul­streu. Wenn über­haupt hat man die CLUBSOUND so ab­ge­stimmt, dass sie hier et­was mehr Spaß ma­chen, als sie ei­gent­lich soll­ten. Am an­de­ren En­de des Fre­quenz­spek­trums ver­rich­tet der Xpand Amt-hoch­tö­ner nicht min­der ver­zü­ckend sei­nen Di­enst. Gleich­zei­tig of­fen und nach vor­ne ge­hend wer­den die Hö­hen hier ab­ge­bil­det. Im­puls­stark, aber nie­mals harsch. Das weiß zu ge­fal­len. Der Hoch­ton­pe­gel­stel­ler greift ef­fi­zi­ent und deut­lich ins Klang­bild ein. In un­se­rem Hör­raum kön­nen wir ihn aber in der Mit­tel­stel­lung las­sen. Ab­ge­run­det wird das ganz durch ein aus­ge­wo­ge­nes Mit­ten­spek­trum mit ei­ner ganz leich­ten Ab­sen­kung der Tief­mit­ten. Nein, kei­ne Sor­ge. Das ist kein Eu­phe­mis­mus für die ge­fürch­te­te Smi­ley-kur­ve. Viel­mehr wird hier de­zent und ge­schmack­voll Ein­fluss auf ei­nen in den meis­ten Hör­um­ge­bun­gen pro­ble­ma­ti­schen Fre­quenz­be­reich ge­nom­men. Wo wir ge­ra­de beim Stich­wort sind. Über Tei­le un­se­res Tests ha­ben wir die CLX 3 auch ganz dreist auf dem Mo­bi­li­ar im Hör­raum ab­ge­stellt, zu­mal das schließ­lich oft­mals der Auf­stel­lung in der Pra­xis ent­spre­chen wird. Fa­zit: die Ent­kopp­lung funk­tio­niert ganz her­vor­ra­gend und wirkt ef­fek­tiv stö­ren­den Re­so­nan­zen ent­ge­gen. So, Zeit für ein Hör­bei­spiel. Heu­te darf sich Tim­ba­land mit den CLUBSOUND aus­to­ben. Und zwar pas­sen­der Wei­se mit dem Track „Boun­ce“mit Fea­tu­res von nie­mand an­de­rem als Dr. Dre,

FA­ZIT

Mit den CLX 3 aus der CLUBSOUND Se­rie legt Sa­xx­tec ei­nen wirk­lich tol­len Kom­pakt­laut­spre­cher vor, der letzt­lich so­gar grö­ßer klingt als er ist. Mit kräf­ti­gem Bass und prä­zi­sen und of­fe­nen Hö­hen. Da­zu kommt ein ex­trem schi­ckes De­sign und sinn­vol­le Lö­sun­gen für gän­gi­ge Pro­ble­me in nicht idea­len Hör­räu­men. Ein gu­ter An­fang für Sa­xx im klas­si­schen Hi­fi-seg­ment. So darf es ger­ne wei­ter­ge­hen. BE­SON­DER­HEI­TEN • Xpand Amt-hoch­ton­trei­ber Vor­tei­le +Bass­wie­der­ga­be +Hö­hen­wie­der­ga­be Nach­tei­le – kei­ne Mis­sy El­li­ot und Jus­tin Tim­ber­la­ke vom Hi­tal­bum „Shock Va­lue“. Und mit dem saf­ti­gen Bass kommt auch di­rekt das rich­ti­ge Club­fee­ling auf. Die vor Sät­ti­gung trie­fen­den Kicks und Sna­res klin­gen dick und trei­ben den Song sto­isch vor­an. Der Syn­th­bass knarzt wun­der­bar und sorgt mit sei­nen Fil­ters­weeps für zu­sätz­li­che Be­we­gung und die Ef­fekt­spie­le­rei­en auf den Vo­cals ma­chen gu­ten Ge­brauch von brei­tem Ste­reo­bild. Al­les klingt fo­kus­siert und man kann sich das Kopf­ni­cken ein­fach nicht ver­knei­fen. Will man auch gar nicht. Noch mehr Mu­sik über CLX 3 hö­ren hin­ge­gen schon. Das steht au­ßer Fra­ge.

Sa­xx setzt für die Hö­hen­wie­der­ga­be auf den Xpand Amt-hoch­tö­ner, wel­cher form­schön in die Front­plat­te ein­ge­setzt ist

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