Hit Kom­bo

Audio Test - - Test - Jörg Schu­ma­cher, Ste­fan Go­e­de­cke

Wir spa­ren uns jetzt mal die of­fen­sicht­li­chen Wort­spie­le­rei­en die man mit dem Na­men Teu­fel sonst so an­stellt und kom­men statt­des­sen zum Punkt. Die neue Kom­bo 500 ist da und prä­sen­tiert sich auf den ers­ten Blick als ech­tes Rund­um-sorg­los-pa­ket.

Ei­gent­lich kennt man den Be­griff zum Bei­spiel eher von Rei­se-ver­si­che­run­gen oder zweit­klas­si­gen Bands. Und da hat das gan­ze ei­nen eher fa­den Bei­ge­schmack. Ganz an­ders sieht es aus, wenn ei­nem die Ber­li­ner von Teu­fel so et­was zu­sam­men­schnü­ren. Hin­ter der Be­zeich­nung Kom­bo 500 ver­steckt sich näm­lich nicht we­ni­ger als ein kom­plet­te Ste­reo­an­la­ge mit al­lem, was man so für zu Hau­se braucht. Da­zu ge­hö­ren ei­ner­seits die Stand­laut­spre­cher na­mens Thea­ter 500, ih­res Zei­chens das Nach­fol­ge­mo­dell der T 500 Mk II aus glei­chem Hau­se und der Ste­reo-re­cei­ver mit dem eher kryp­ti­schen Na­men KB 62 CR. Wäh­rend ers­te­re auch se­pa­rat von Teu­fel er­hält­lich sind, wird der Ste­reo-re­cei­ver nur als Kom­bi­na­ti­on mit ver­schie­de­nen Laut­spre­chern auf der Web­site des Her­stel­lers an­ge­bo­ten. Ent­we­der in der hier zum Test kom­men­den 500er Va­ri­an­te oder als Teil der Kom­bo 62. Zeit al­so, sich die Kom­po­nen­ten mal ge­nau­er an­zu­schau­en.

KB 62 CR

Be­vor wir das Ge­rät sel­ber un­ter die Lu­pe neh­men, noch ei­ne Klei­nig­keit vor­ne weg. Was so­fort po­si­tiv beim Au­s­pa­cken des Re­cei­vers auf­fällt ist der vor­bild­li­che Lie­fer­um­fang. Ne­ben der ob­li­ga­to­ri­schen An­lei­tung fin­den sich hier ei­ne Fern­be­die­nung, die zu­ge­hö­ri­gen Bat­te­ri­en, die lei­der längst nicht selbst­ver­ständ­li­chen Ka­bel zur Ver­bin­dung zu den Laut­spre­chern, ei­ne Wur­f­an­ten­ne für FM und DAB+ Be­trieb und so­gar noch ein Ad­ap­ter zum al­ter­na­ti­ven Ver­bin­den mit ei­nem Ka­bel­an­schluss liegt bei. Auch er­wäh­nens­wert ist die Fern­be­die­nung an sich. Die­se ist näm­lich an­ge­neh­mer­wei­se nicht aus or­di­nä­rem Plas­tik son­dern aus hoch­wer­ti­gen, ge­bürs­te­ten Alu­mi­ni­um ge­fer­tigt und liegt ent­spre­chend an­ge­nehm in der Hand. Und na­tür­lich bie­tet sie auch vol­le Kon­trol­le über al­le wich­ti­gen Funk­tio­nen des KB 62 CR. Stim­mi­ger Wei­se reiht sich der Ste­reo-re­cei­ver selbst in Sa­chen Ma­te­ri­al­wahl naht­los ein, zu­mal das Ge­häu­se des KB 62 CR eben­falls aus Alu­mi­ni­um be­steht. Und in die­sem ver­birgt sich ei­ni­ges an Tech­nik. Erst­mal bie­tet die kom­pak­te An­la­ge mit bis zu 100 Watt Aus­gangs­leis­tung pro Ka­nal an 4 Ohm mehr als ge­nug Po­wer. Egal wel­ches Si­gnal man

ihr ent­ge­gen wirft. Und da­für gibt es schließ­lich so al­ler­hand Mög­lich­kei­ten. Da wä­re zu­erst mal der in­te­grier­te Cd-play­er. Die­ser liest so­wohl nor­ma­le CDS, als auch CD-RS und so­gar CD-RWS. Die zwei­te schon an Bo­ard be­find­li­che Mög­lich­keit ist das be­reits er­wähn­te gu­te, al­te Ra­dio. Aber Teu­fel bie­tet hier na­tür­lich nicht nur die Mög­lich­keit, den alt­her­ge­brach­ten Fm-sta­tio­nen zu lau­schen, son­dern ver­fügt auch gleich die Op­ti­on dem rausch­frei­en Ge­nuss von DAB+ zu frö­nen. Wem die­se bei­den Mög­lich­kei­ten nicht rei­chen, der fin­det dar­über hin­aus noch ei­ne Viel­zahl an Ein­gän­gen um ex­ter­ne Zu­spie­ler an­zu­schlie­ßen. Da wä­ren erst mal na­tür­lich der klas­si­sche ana­lo­ge Aux-ein­gang über Cinch-buch­sen zu nen­nen. Da­von gibt gleich zwei. Ei­nen auf der Rück­sei­te und ei­nen auf der Front des Ge­häu­ses. Des Wei­te­ren fin­den sich noch ein Pho­no-ein­gang und ei­nen 3,5-mm-klin­ken­ein­gang der eben­falls vor­der­sei­tig auf­ge­legt ist. An di­gi­ta­len Schnitt­stel­len man­gelt es eben­falls nicht. Ne­ben ei­nem op­ti­schen Ein­gang im Tos­link For­mat, gibt es noch ei­nen USB 2.0 An­schluss und über die Blue­tooth-schnitt­stel­le kann man sich eben­falls mit des Teu­fels Schalt­zen­tra­le ver­bin­den. Aber es füh­ren nicht nur We­ge hin­ein, son­dern na­tür­lich auch hin­aus. Ne­ben den ob­li­ga­to­ri­schen Aus­gän­gen der End­stu­fe, gibt es gleich zwei Kop­hö­rer­aus­gän­ge, ein­mal im 6,3und ein­mal im 3,5-Mil­li­me­ter-klin­ken­for­mat und ei­nen so­ge­nann­ten Rec-out. Letz­te­rer ist schlicht ein Ste­reo-li­ne-aus­gang über Cinch. Wer al­so im Sti­le der 80er Jah­re Songs aus dem Ra­dio auf sein Ta­pe-deck zie­hen möch­te, kann das hier­mit tun. Wir über­neh­men da­bei al­ler­dings kei­ne Ver­ant­wor­tung für even­tu­el­le Co­py­right-ver­let­zun­gen. Ein Sub­woo­fer-aus­gang ist auch mit von der Par­tie. Hier ist her­vor­zu­he­ben, das man so­gar die zu­ge­hö­ri­ge Über­gangs­fre­quenz über ei­nen Dreh­re­ge­ler auf der Rück­sei­te stu­fen­los bis hoch zu 150 Hertz (Hz) re­geln kann. Am Links­an­schlag wird der Aus­gang kom­plett de­ak­ti­viert. Das ist sehr ele­gant ge­löst. Und zu al­lem Über­fluss gibt es noch ei­nen zwei­ten Usb-aus­gang. Der ist al­ler­dings da­zu da um ex­ter­ne Ge­rä­te mit 5V Bus­power zu ver­sor­gen. Auch das ist ziem­lich prak­tisch. In Sa­chen Kon­nek­ti­vi­tät lässt un­ser Test­pro­band hier al­so wirk­lich kei­ne Wün­sche of­fen. Oder zu­min­dest fast kei­ne. Ein ko­axia­ler Di­gi­tal­ein­gang wä­re noch schön ge­we­sen. Aber das ist ge­ra­de ob der Viel­zahl an an­de­ren Ver­bin­dungs­mög­lich­kei­ten zu ver­schmer­zen. Wie­der­um sehr er­freu­lich ist, dass der schon vor Funk­tio­na­li­tät strot­zen­de Teu­fel auch die gän­gigs­ten Da­tei­for­ma­te un­ter­stützt. Ob WAV, MP3, WMA, AAC oder M4A. Geht al­les. So weit so gut. Wid­men wir un­se­re un­ge­teil­te Auf­merk­sam­keit nun den zur Kom­bo ge­hö­ren­den Laut­spre­chern.

Thea­ter 500

Die sind mit nur knapp über 20 Ki­lo­gramm (kg) mal zur Ab­wechs­lung er­freu­lich leicht für von uns ge­tes­te­te Stand­laut­spre­cher, schließ­lich wol­len die Tür­me ja auch in den Hör­raum ge­wuch­tet wer­den. Dort an­ge­kom­men, gibt es al­ler­dings ei­ne klei­ne Ent­täu­schung. Und zwar lie­gen in der Ver­pa­ckung kei­ne Spi­kes bei. Das ist scha­de, vor al­lem weil der Lie­fer­um­fang ab­seits da­von schlicht­weg als vor­bild­lich zu be­zeich­nen ist. Bei uns ist das auch nicht so schlimm, schließ­lich hat man ent­spre­chen­de Ent­kopp­lungs­ge­hil­fen als Test­ma­ga­zin stets zur Hand. An der Ver­ar­bei­tung wie­der­um gibt es nichts aus­zu­set­zen. Die matt­schwar­ze Struk­tur­fo­lie klei­det die als Bass­re­flex­kon­struk­ti­on kon­zi­pier­ten Ge­häu­se aus MDF ta­del­los. Aber Mo­ment. Wo ist denn die Öff­nung des ent­spre­chen­den Tun­nels? Die be­fin­det sich gut ver­steckt auf der Un­ter­sei­te zwi­schen dem Ge­häu­se­bo­den und der Fuß­plat­te auf der die T 500 ru­hen. Die­se Bau­wei­se nennt man Down­firing und der Vor­teil be­steht dar­in, dass an­ders als bei nach vor­ne oder hin­ten mün­den­den Bass­re­flext­un­neln der Ein­fluss der Po­si­ti­on im Raum auf die Bass­wie­der­ga­be mi­ni­miert wird. Na­tür­lich löst das noch kei­ne Pro­ble­me wie Raum­mo­den, aber im akus­tisch ge­se­hen kri­ti­schen Bass­be­reich nimmt man je­de Hil­fe, die man krie­gen kann dan­kend an. Auch sonst bie­ten die Teu­fel das ei­ne oder an­de­re cle­ve­re Kon­struk­ti­ons­de­tail. Die 3-We­ge-box war­tet un­ter an­de­rem mit gleich zwei 16 Zen­ti­me­ter mes­sen­den Tief­tö­nern aus Kev­lar auf. Ein so mäch­ti­ges Auf­ge­bot an Mem­bran­flä­che macht na­tür­lich ge­spannt auf die Bass­wie­de­ga­be. Die An­tei­le des Spek­trums über 250 Hertz (Hz) ge­hen an den dar­über lie­gen­den Mit­tel­tö­ner. Die Über­gangs­fre­quenz zum Hoch­tö­ner liegt hin­ge­gen bei 1 900 Hz. Was letz­te­ren an­geht, so gibt es ei­ne

klei­ne Über­ra­schung. Und zwar ist die­ser nicht wie man auf den ers­ten Blick den­ken mag in ei­nem ko­axia­len Sys­tem un­ter­ge­bracht. Was da aus­sieht wie die Mem­bran ei­nes Laut­spre­chers, ist der Wa­ve­gui­de in des­sen Mit­te der Hoch­tö­ner mit sei­ner 2,5 cm mes­sen­den Ge­we­be­mem­bran liegt. Und die durch die­se Bau­wei­se ent­ste­hen­de zu­rück­ge­setz­te Po­si­ti­on dient gleich­zei­tig der Lauf­zeit­kor­rek­tur zwi­schen dem Hoch­ton­trei­ber und den üb­ri­gen Laut­spre­chern.

Und wie klingt es?

Das ist schließ­lich im­mer noch die wich­tigs­te Fra­ge. Und bei den ers­ten Tö­nen fal­len zwei Sa­chen di­rekt auf. Der sehr brei­te Bass und die di­rek­ten und knal­li­gen Hö­hen. Das soll jetzt nicht hei­ßen, dass hier die Wie­der­ga­be un­na­tür­lich über­zeich­net wirkt. Viel­mehr nur, dass die Teu­fel Kom­bo auf je­den Fall mehr auf Spaß und die Freu­de am Mu­sik­ge­nuss, als auf das letz­te Quänt­chen ana­ly­tisch tro­cke­ner Wie­der­ga­be ab­ge­stimmt ist. Für das ers­te Hör­bei­spiel kommt DJ Kha­leds „Wild Thoughts“fea­turing Rhi­an­na und Bry­son Til­ler zum Zug. Der Beat treibt den Song di­rekt gut vor­an und Kick­drum und Bass ar­bei­ten schön tief und als per­fek­tes Dop­pel. Ir­gend­wie fühlt sich der Song so­fort ver­traut an und spä­tes­tens beim Gi­tar­ren­so­lo wird auch klar, wie­so. Denn es be­steht ei­ne ver­blüf­fen­de Ähn­lich­keit zu dem Song „Ma­ria Ma­ria“von Car­los San­ta­na und Wy­clef Je­an. Wie dem auch sei. Ri­han­nas Stim­me legt sich auf je­den Fall klar und prä­sent über den Beat. Der Hall auf der Akus­tik­gi­tar­re ist schön ge­zeich­net und die Hi­hat zi­schelt an­ge­nehm wie sie das soll. Ein­zig die Mit­ten könn­ten für un­se­ren Ge­schmack ei­ne Spur schär­fer ge­zeich­net sein. Aber wir wol­len eher mal ver­su­chen die Teu­fel an ih­re Gren­zen zu trei­ben und su­chen et­was be­son­ders Bas­si­ges zum Tes­ten her­aus. Mal schau­en, ob die An­la­ge bei „Dub In The Ti­me Of Cho­le­ra“vom Al­bum „Dub Me Ten­der“von Dub Ko­los­sus nicht doch ins Schwit­zen kom­men. Nur, falls es noch nicht klar sein soll­te, wir be­fin­den uns im mu­si­ka­li­schen Gen­re des Dub. Und nein, die Kom­bo bleibt sou­ve­rän und schleu­dert uns den kel­ler­tie­fen und war­men Bass des Stücks un­be­ein­druckt ent­ge­gen. Wir ge­ben uns ge­schla­gen und lau­schen ein­fach den sich durchs Ste­reo­bild schlän­geln­den Echoef­fek­ten und freu­en uns über die prä­sen­ten Blä­ser. Ein­zi­ge ver­blei­ben­de Fra­ge ist, wo­zu man in die­ser Kon­stel­la­ti­on den Sub­woo­fer-out noch braucht?

FA­ZIT

Die Fir­ma Teu­fel aus Berlin legt mit der Kom­bo 500 ein Rund­um-sorg­los-pa­ket in Sa­chen Ste­reo vor, das bei mi­ni­ma­ler Ge­rä­te­zahl, schon ma­xi­ma­len Funk­ti­ons­um­fang bie­tet. Die Wie­der­ga­be weiß durch di­cken Bass und knal­li­ge Hö­hen zu über­zeu­gen und macht de­fi­ni­tiv Spaß. Vor al­lem mit Mu­sik, die in Sa­chen tie­fen Fre­quen­zen was zu bie­ten hat. Et­was Wär­me hat uns in der Wie­der­ga­be ge­fehlt, vor al­lem mit Mu­sik die fre­quen­zi­ell bass­be­tont ist. Für das Hö­ren klas­si­scher Mu­sik und den Gen­res Jazz/ Blues be­vor­zu­gen wir an­de­re Kom­bi­na­tio­nen. Für den mu­si­ka­li­schen All­tags­ge­brauch je­doch un­ein­ge­schränkt emp­feh­lens­wert.

Ob­wohl die KB 62 CR an sich schon die meis­ten Be­dürf­nis­se er­fül­len soll­te, gibt es trotz­dem ei­ne Fül­le an Op­tio­nen zum An­schluss pe­ri­phe­rer Ge­rä­te

Die schi­cke Fern­be­die­nung des KB 62 CR kommt in ge­bürs­te­tem Alu­mi­ni­um da­her

Der 6,3-mm-kopf­hö­rer-aus­gang vor­ne, Mi­ni­k­lin­ke auf der Rück­sei­te

Beim KB 62 CR wur­de an al­les ge­dacht, auch an den mäch­ti­gen Ring­kern­tra­fo

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